Wort & Unwort des Jahres

Babyelefant & Coronaparty

Von Babyelefanten, Coronaparties & Boomern


Wie jedes Jahr gibt es auch 2020 das Wort & Unwort des Jahres. Diese Wörter und Sprüche werden für Österreich bei uns in der Steiermark in Graz von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch gewählt.

Wenig überraschend hinterlässt 2020 die Coronapandemie ihre Spuren bei der Wahl. Die wichtigsten Infos haben wir hier für dich zusammengefasst. Mehr Infos zum Wort und Unwort des Jahres gibt es hier für dich.

Wort des Jahres: "Babyelefant"


Begründung:


Es ist ein anschauliches Bild für den Mindestabstand von einem Meter, der gegenüber anderen zum Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus eingehalten werden soll und diesen impliziert. Die Vorstellung des putzigen Jungtiers sollte helfen, das ungewohnte und stressvolle Abstandhalten erträglicher zu machen. Der Begriff geht auf ein Video einer Kreativagentur der Bundesregierung zurück, die ein lustiges Symbol für die Abstandsregel finden wollte. Das Wort hat mittlerweile Eingang in die Alltagssprache gefunden, vielfach mit einem Augenzwinkern.

Begründung der Jury:


Bezeichnung für das Beisammensein von Menschengruppen, die sich trotz der staatlich verordneten Ausgangssperre in privaten oder öffentlichen Umgebungen treffen, was in der Regel mit hoher Corona-Ansteckungsgefahr einhergeht und dabei das eigene Leben und von anderen in Gefahr bringen kann. Der Begriff wird in den Medien überwiegend negativ verwendet, sehr oft aber auch ironisierend und verharmlosend, obwohl es sich dabei um einen schweren Regelverstoß mit verwaltungs- und strafrechtlichen Folgen handelt. Zum Unwort macht es einerseits die Tatsache, dass damit pauschale „Verurteilungen“ ausgesprochen werden, andererseits eine Verharmlosung real existierender Gefahren ermöglicht wird.

Unwort des Jahres: "Coronaparty"



Jugendwort des Jahres: "Boomer"



Begründung:


Bezeichnet die Generation der Babyboomer, d.h. jene, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der 1960er Jahre auf die Welt gekommen sind. Die Phrase „Ok, Boomer“ wird von Jugendlichen verwendet, um in zwei Worten ihre Sicht im derzeitigen Generationenkonflikt auszudrücken, indem den Boomern eine Reihe negativer Hinterlassenschaften vorgeworfen werden (Klimawandel, Umweltzerstörung, verminderte Einkommens- und Berufschancen etc.). Oft hat die Verwendung auch einen ironischen Unterton.

Begründung:


Ausspruch eines unbekannten Wieners, den er dem Terroristen nachrief, der am 02.11.2020 4 Menschen ermordet und 25 verletzt hat. Dieser spontane Ausspruch wurde in den sozialen Medien von vielen geteilt und ist kürzester Zeit zu einem geflügelten Wort geworden, das sich auf T-Shirts und Aufschriften wiederfindet.

Spruch des Jahres: "Schleich di du Oaschloch"



Unspruch des Jahres: 


"Wir werden auch in Österreich bald die Situation haben, dass jeder irgend jemanden kennt, der an Corona verstorben ist"


Begründung:


Aussage von Bundeskanzler Kurz in einem Interview, mit der er die Corona-Maßnahmen im März 2020 rechtfertigte. Sie wurde allgemein als unnötige Angstmacherei kritisiert, die die Menschen zur Einhaltung der Quarantänemaßnahmen bringen sollte, tatsächlich aber vor allem Panik verbreitete. Da die drastische Prognose bisher glücklicherweise nicht eingetreten ist, wurden und können damit auch seriöse und ernste Warnungen als realitätsferne Panikmache diskreditiert werden.

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