Wo kommt unser Abwasser hin?

Thomas Seidl und die Kläranlage

Aufgeklärt

Aus den Augen, aus dem Sinn. Sobald die Klospülung betätigt wurde oder das Abwaschwasser den Abfluss runter rinnt machen wir uns oft keine Gedanken mehr darüber, was mit unserem schmutzigen Wasser eigentlich passiert. Muntermacher Thomas Seidl wollte es zum Weltwassertag aber genauer wissen und hat die Grazer Hauptkläranlage in Gössendorf besucht. Leiter der Kläranlage, Edmund Tschaußnig hat unserem Moderator einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen und ihm genau erklärt, was mit dem Grazer Abwasser gemacht wird. 


Die Reinigungsstufen 

Wenn Spülmittel, Klopapier und Regenwasser die Kanalisation hinunterfließen, ist ihr Ziel die Kläranlage. Damit das Abwasser aber wieder sauber in die Mur fließen kann, muss es gereinigt werden. Das verunreinigte Wasser durchläuft in der Kläranlage viele Reinigungsstufen. 

Mechanische Reinigung

In der ersten Reinigungsstufe werden grobe Materialien wie Steine oder Hygieneartikel aus dem Wasser gesiebt. Große Rechen reinigen das Wasser vom groben Müll. Dieser wird auch "Rohschlamm" genannt. (stinkt dezent)


Sand- & Fettfang
Nach der groben Reinigung ist Wasser natürlich noch lange nicht sauber. Es ist noch mit Fett und Sand verunreinigt. Die nächste Reinigungsstufe filtert diese Stoffe heraus. (stinkt nicht mehr)


Biologische Reinigung

Danach fließt das Wasser weiter zur biologischen Reinigung. Dort kommen Bakterien zum Einsatz, die sich im Abwasser vermehren. Sie ernähren sich vom Schmutz im Wasser und fressen die Schadstoffe einfach weg. Übrig bleibt gereinigtes Wasser.



Nachklärbecken
Im letzten Schritt wird das Wasser von den Bakterien getrennt. Der "belebte Schlamm" sammelt sich am Boden des Nachklärbeckens und kann wieder verwendet werden. Das saubere Wasser fließt anschließend in die Mur.


Warum sieht das gereinigte Abwasser in der Mur oft so dunkel aus?

Dieses Phänomen ist weltweit zu bestaunen. Das gereinigte Wasser enthält keine Schwebstoffe (Bodenteile, Pflanzenreste). Dadurch wird das einfallende Licht nicht reflektiert und das Wasser wirkt dunkler. 

Was passiert mit dem Müll / Rohschlamm, das aus dem Abwasser gesiebt wird?

In der Kläranlage Graz Gössendorf landet der Rohschlamm in "Faultürmen". In diesen Silos beginnt der Schlamm bei 37 Grad Celsius zu faulen. Dadurch entsteht Methangas. Das Gas wird in der Kläranlage verbrannt. Somit werden 80 Prozent der benötigten Energie direkt dort produziert. Wenn das ganze Gas aus dem Schlamm entwichen ist, wird er entwässert und im Fernheizkraftwerk Mellach verbrannt.

     


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Das darf nicht ins Klo / in den Abfluss