Wildunfälle in der Steiermark

ÖAMTC | Lobensommer

Alle 36 Minuten kommt es zu einem Unfall

82 Personen haben sich im Jahr 2018 in der Steiermark bei einem Verkehrsunfall mit einem Wildtier verletzt. Zwei Oberösterreicher und zwei Niederösterreicher verunglückten auf Österreichs Straßen tödlich. 

„Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle mit Personenschaden in Österreich von 276 Unfällen im Jahr 2017 auf 377 Unfälle im Jahr 2018 angestiegen. Damit hat sich die Zahl der folgenschweren Wildunfälle gegenüber dem Vorjahr um rund 37 Prozent deutlich erhöht“, so der österreichische Versicherungsverband VVO. „Hinzu kommen zahlreiche weitere Unfälle mit Wildtieren, bei denen zwar keine Personen verletzt, jedoch die Wildtiere zu Schaden kamen und das Unfallauto stark beschädigt wurde.“

Wenn aus Hirschen Elefanten werden

Rund 14.600 Wildtiere  – darunter rund 2.550 Jungtiere – haben in der Saison 2017/2018 die Kollision mit einem Fahrzeug nicht überlebt. Das bedeutet, dass es auf den steirischen Straßen etwa alle 36 Minuten zu einem Wildunfall kommt. „Die bei einem Wildunfall wirkenden Kräfte sind enorm: Die Wucht mit der ein Rothirsch bereits bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf eine Windschutzscheibe prallt, entspricht in etwa der Masse eines ausgewachsenen Elefanten – fünf Tonnen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV

„In Zonen, die mit dem Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ markiert sind, sollte das Tempo daher unbedingt reduziert und die Wachsamkeit weiter gesteigert werden.“ Besonders riskant für einen Wildunfall sind die Dämmerung sowie die Nachtstunden: In der Zeit zwischen 18:00 und 06:00 Uhr Früh ereignen sich besonders viele Wildunfälle.

Achtung – wer unerwartet bremst, riskiert Mitverschulden

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Fahrzeuglenker nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. "Wer also wegen eines Tieres bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden", erklärt ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried die rechtliche Situation. 

Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar, bei einem Wildschaden besteht nach §4 Abs. 5 der Straßenverkehrsordnung unverzügliche Verständigungspflicht. Getötetes Wild darf niemals mitgenommen werden – auch nicht zum Tierarzt. Vielmehr ist eine rasche und korrekte Meldung des Unfalls hilfreich, da so der zuständige Jagdaufseher hinzugezogen werden kann.

Land Steiermark: Aktion Wildtierschutz

Optische und akustische Wildwarnreflektoren und auch Duftstoffe sollen Wildunfälle reduzieren. Seit 2014 wurden in Jagdrevieren und bei Straßenmeistereien mit über 30.000 moderne Wildwarnreflektoren ausgeteilt. Mit diesen Maßnahmen werden derzeit über 400 km Landes- und 20 km Gemeindestraßen abgesichert.

Tags