Weltraum-Konferenz in Graz

Tim Ertl

EUSPACE FOR BUSINESS

Europa und der Weltraum

Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den Herausforderungen für Europa im Zusammenhang mit der jüngsten Entwicklung der Weltraumwirtschaft. In den Vorträgen und Expertenbeiträgen widmete man sich den Folgen, die sich auf politischer Ebene aus unserer zunehmenden Abhängigkeit von der Weltrauminfrastruktur für das Wohlergehen der europäischen Bürger und für die wirtschaftliche Sicherheit unseres Kontinents ergeben.

Die Pläne der Europäischen Union für die Raumfahrt

„Die Raumfahrt ist ein Exzellenzbereich Europas“, rief Österreichs Infrastrukturminister Norbert Hofer in seiner Eröffnungsrede in Erinnerung, „und ist das Ergebnis beständiger und langfristiger Investitionen der EU-Mitgliedsstaaten.“ Dies habe zum Aufbau einer effizienten und wettbewerbsfähigen Raumfahrtindustrie geführt, die sich auf den offenen globalen Handelsmärkten hervorragend positionieren konnte. Dieses erfolgreiche Ergebnis müsse weiter verbessert und ausgebaut werden, um dem derzeit verschärften Wettbewerb internationaler kommerzieller Raumfahrtunternehmen adäquat begegnen zu können.

„Die Stärkung der europäischen Ambitionen im Weltraum ist das oberste Ziel dieser Konferenz“, erklärte Minister Hofer. Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft des Sektors sei eine gemeinsame Vision und die Koordination zwischen den verschiedenen europäischen Interessensgruppen wie der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten, der ESA und der Industrie.


Bundesminister Norbert Hofer (BMVIT)


New Space: Konkrete Erfolge

Die sogenannten New Space-Initiativen haben innovative Ansätze für die Entwicklung und Finanzierung von Raumfahrtprojekten hervorgebracht. Viele europäische Start-ups und traditionelle Akteure stellen sich - unterstützt von Finanzinstitutionen - dieser Herausforderung.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir das Unternehmertum in der Weltraumindustrie fördern und auf diese Weise Raumfahrt-Start-ups unterstützen, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zum Wachstum beitragen und die gesamte Marktstruktur erschüttern“, erklärte EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska.

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMUs

Förderung der Geschäftsentwicklung im globalen Kontext

Stabile öffentliche Märkte sind ein wesentlicher Faktor, damit die Branche im globalen Wettbewerb stärker werden kann. Die deutliche Erhöhung des gesamten EU-Raumfahrtbudgets, wie sie derzeit von der Europäischen Kommission vorgeschlagen wird, und die Einrichtung eines EU-Verteidigungsfonds zur Unterstützung von Forschungs- und Technologieaktivitäten sind konkrete und positive Entwicklungen, die zu diesen Bemühungen beitragen. „Die europäische Raumfahrtindustrie braucht langfristige Stabilität und Vorhersagbarkeit der öffentlichen Weltraumhaushalte. Der mehrjährige Finanzrahmen der EU und die langfristigen Pläne der ESA werden dies ermöglichen“, erklärte Minister Hofer in seiner Rede.

Anreize für Investitionen in die Raumfahrt

„Wir wollen einen wettbewerbsfähigen und innovativen europäischen Raumfahrtsektor mit einem neuen Weltraumkonzept für Europa fördern. Die öffentliche Finanzierung wird weiterhin im Mittelpunkt stehen, aber wir müssen eine stärkere Beteiligung und Risikoteilung des Privatsektors unterstützen“, fügte der stellvertretende Generaldirektor Pierre Delsaux hinzu.

Wirtschaftliche Sicherheit

Unsere zunehmende Abhängigkeit von Weltrauminfrastrukturen wie Galileo und Copernicus zum Wohle der europäischen Bürger vor dem Hintergrund eines zunehmend umkämpften und überlasteten Weltraums wirft eine Reihe neuer Fragen hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit Europas auf.

„Angesichts der weiteren, umfassenden Nutzung des Weltraums, der Megakonstellationen und der zunehmenden Rolle privater Akteure ist es unerlässlich, dass sich alle globalen Akteure an der Entwicklung eines Regelwerks für die Steuerung des Weltraumverkehrs beteiligen“, betonte EU-Kommissarin Bieńkowska.

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