Weltlungenkrebstag

Radon neben Rauchen häufigste Ursache

FAKTEN ZUM WELTLUNGENKREBSTAG

Die Zahl der Menschen, die in der Steiermark an Lungenkrebs erkranken, steigt. Jährlich sind es aktuell 1.700 Steirer. Besonders auffällig ist, dass immer mehr Frauen Lungenkrebs bekommen. In den nächsten Jahren erwarten Experten sogar eine Verdoppelung der weiblichen Lungenkrebs-Patientinnen. Das wären 2.300. Das liegt laut Experten daran, dass sich die Zahl der rauchenden Frauen an die der Männer angleicht. Nach Brustkrebs ist Lungenkrebs die häufigste Krebserkrankung bei uns.

Radon gilt neben dem Rauchen als häufigste Ursache für Lungenkrebs. Menschen atmen das Gas unbemerkt ein.

Was ist Radon

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas kann Radon leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und gelangt so in die Atemluft. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) haften als Feststoffe an Aerosolen an. Sie bleiben mit diesen an den Bronchien haften, können durch ihren fortschreitenden, radioaktiven Zerfall die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen. In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle durch Radon verursacht.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden.

Gratis-Radonmessung im Privathaushalt

Kostenlose Messung der Radonbelastung in Privathaushalten, sofern folgende Bedingungen erfüllt werden: 

Bild: AGES

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Radon in Österreich

Die Radonpotenzialkarte stellt die Radongefährdung der einzelnen österreichischen Gemeinden dar. Auf Basis von Radonmessungen in Wohnungen wurde für jede Gemeinde in Österreich ein Radonpotenzial berechne

Hier öffnet sich die interaktive Radonpotenzialkarte

Karte: AGES

Wie kann ich mich vor Radon schützen?  

1.   Informieren:
Einschlägige Informationen, die interaktive österreichische Radonpotentialkarte sowie ein Animationsvideo zum Thema Radon finden Sie auf der Radon-Informationsseite des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.

2.   Messen:
Nur eine Messung gibt Gewissheit über die Radonbelastung für ein bestehendes Gebäude. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und kostengünstig.

Die Messungen werden aktuell vom Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gefördert. Eine Radonmessung kann direkt bei der Österreichischen Fachstelle für Radon (radonfachstelle@ages.at) angefordert werden.

3.   Bei Bedarf: Handeln!
Wurden erhöhte Radonkonzentrationen festgestellt, kann oft schon mit relativ einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Betreiben Sie keine Vogelstrauß-Politik – sondern übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie.

4.   Vorsorgen
Falls Sie gerade einen Neubau oder Umbaumaßnahmen am bestehenden Gebäude planen, sollen einfache Radonschutzmaßnahmen mit eingeplant werden. Vorbeugender Radonschutz ist günstiger, wirksamer und einfacher als nachträgliche Radonsanierungsmaßnahmen.