Wasser als Gefahr

Sicherheitstipps und -maßnahmen

Kürzlich verstarb die 19 Monate alte Tochter von Ski-Rennläufer Bode Miller nach einem tragischen Pool-Unfall. Ein Unglück und eine Erfahrung, die man nicht erleben möchte. Aber auch hier zu Lande kommt es täglich zu solchen Tragödien. In Österreich ertrinken durchschnittlich 3 bis 5 Kinder unter 15 Jahren pro Jahr. 

Wasser hat eine starke Wirkung auf unsere kleinen Schützlinge. Die Kleinen sind auf unsere Aufmerksamkeit angewiesen, nur wenige achtlose Sekunden können zur Katastrophe werden.

Dennoch spielt das Alter nur eine Nebenrolle. Auch für viele Jugendliche und Erwachsene kommt oft jede Hilfe zu spät. Die Ursachen für das Ertrinken sind unterschiedlich.

Gefahr: flaches wasser

Jedes Jahr ertrinken Kinder in flachen Bächen, Gartenteichen oder einfach in Pfützen. Aufgrund ihres verhältnismäßig großen Kopfes, haben sie einen hohen Schwerpunkt. Fallen Kinder mit dem Kopf in eine Pfütze, können sie nicht einfach ihre Beine unter den Körpere ziehen und sich aus der Not befreien. Kleinkinder können bereits in weniger als 10 cm Wassertiefe ertrinken. 

Gefahr: Fluss

Flüsse haben eine starke Strömung und ziehen nicht selten selbst gute Schwimmer mit sich. Am stärksten ist die Strömung meist nahe dem Ufer, in Richtung der Fahrrinnen der Schifffahrten. Oft entstehen Strudel und Sogwirkungen an Wasserbauwerken oder Brückenpfeilern. Aber auch Gegenstände im Gewässer können zur Gefahr werden. Ein Stoß am Kopf kann reichen und wir verlieren das Bewusstsein.


Gefahr: See

Seen stellen eine Gefahr dar, die auf dem ersten Blick nicht erkennbar ist. Da es hier keine Strömung gibt, spricht man von einem "stehenden Gewässer". Die Wassertemperaturen stürzen hier mit den Wasserschichten rapide ab. Wenn wir ohne Abkühlung tief genug ins Wasser springen, kann das gefährlich werden! Der Kälteschock kann unseren Kreislauf lahmlegen oder Muskelkrämpfe verursachen, die das Schwimmen unmöglich machen. 

Aber auch Pflanzen im Gewässer stellen eine Bedrohung dar, wenn wir uns darin verfangen. 

Gefahr: Wasserrutschen

Kinder verlieren oftmals nach dem Rutsch die Orientierung im Wasser. Auch ein "Bauchklatscher" kann gefährlich enden, da der Druck auf den Solarplexus einen Kreislaufschock auslösen kann und das Kind dadurch ohnmächtig wird.  

Gefahr: Alkohol 

Allzuoft wird bei guter Stimmung am Ufer zu tief ins Glas geschaut. Oft sind es Männer die sich selbst überschätzen und nach einer "kurzen Runde im Wasser" nicht mehr zurückkommen. Durch den Alkohol kühlt unser Körper zusätzlich auch noch schneller aus und unsere Kräfte nehmen ab. 

schutzmaßnahmen

  1. Wassersicherheitsregeln – das Kind sollte darüber aufgeklärt werden, was es beim Badengehen darf und was nicht.
  2. Sichtbare Kleidung – Kinder sollten in gut sichtbaren Farben gekleidet sein.
  3. Aufmerksamkeit – Kinder sollten nie unbeaufsichtigt gelassen werden.
  4. Schwimmhilfen – wie Schwimmflügel oder Schwimmreifen. Sind zwar eine Sicherheitsmaßnahme, dennoch sollte man diese nur unter Aufsicht verwenden, sie sind kein ausreichender Schutz. Denn wie bereits erwähnt, kippen Kinder einfach nach vorne oder hinten. Zusätzlich können sie noch nicht Balance halten. Schwimmsitze sind besonders gefährlich! Und auch Schwimmmatratzen und anderes Spielzeug bieten keinen Schutz.
  5. Wasseralarm-Systeme für das Handgelenk – diese können zu Lebensretter werde. Dabei wird ein Sensor um das Handegelenk des Kindes angelegt. Dieser löst bei Kontakt mit Wasser sofort Alarm aus. Man kann solche Systeme auch für Haustiere benützen.
  6. Gewässer-Sicherungen: Brunnen, Minibiotope und Regentonnen stellen eine Gefahr dar.
  7. Sicherheitssysteme für den Pool – dieses System überwacht den Pool und löst einen Alarm aus, sobald jemand aus Versehen ins Wasser fällt.
  8. Gefährliche Ruhe – sei dir bewusst, dass der Ertrinkende höchstwahrscheinlich nicht nach Hilfe rufen kann! Selbst wenn das Opfer noch gegen das Ertrinken kämpft – in der Panik und dem Stress ist der Körper mit Luftholen beschäftigt und versucht eingeatmetes Wasser abzuhusten. Hier bleibt keine Zeit um nach Hilfe zu rufen. Viel wahrscheinlicher ist einkehrende Ruhe ein Alarmsignal.
  9. Schwimmkurse & Kindernot – Kinder ab dem 5. Lebensjahr sollten einen Schwimmkurs absolvieren.

Erste Hilfe

  1. Bringe dich selbst nicht in Gefahr!
    Erkenne die Situation – warum ist die Person in Not? Ist eine Strömung/Sogwirkung etc. dafür verantwortlich?
  2. Halte dem Opfer etwas zum Festhalten hin oder werfe ihm etwas schwimmfähiges zu.
  3. Hol Hilfe – mach andere auf die Situation aufmerksam.
  4. Wähle den Notruf – 122.


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