Warum wir so ungeduldig sind

Wie kurz ist deine Zündschnur?

Zweite Kassa bitte… zweite Kassa!!!

Bei manchen von uns ist die Zündschnur in Sachen Geduld beim Anstellen wirklich kurz. Da hilft es oft auch wenig, wenn man selbst gerade das eigene Nervenkostüm im Griff hat, das Einkaufswagerl von hinten aber schon anschiebt. Noch schlimmer wird es dann aber, wenn sich unsere  Mitmenschen vordrängen… DAS GEHT GAR NICHT…

Aber warum ist das bei uns so? Die Briten zum Beispiel, stehen in stoischer Ruhe in der Schlange und warten.

Wir bringen Licht ins Dunkel: Vorweg… wir sind noch nicht verloren. 

Alles beginnt mit den Eltern:

Wenig überraschend prägt uns im Kindesalter das Verhalten unserer Eltern. Gehören deine Erzeuger zu den Vordränglern und Maulern in der Schlange, dann stehen die Chancen sehr gut, dass auch aus dir ein ungeduldiger Drängler werden wird. Die Vorbildwirkung macht es aus. Wenn du das nächste Mal mit deinen Kindern in der Schlange stehst und dein Geduldsfaden beim Warten seeeehr kurzer ist, weil der Vordermann mal wieder die Münzen sortiert um mit Kleingeld zu zahlen, dann einmal tief durchatmen und an etwas Schönes denken.

In Kindergarten und Schule geht’s weiter:

Auch im Kindergarten und in der Schule wird unser soziales Verhalten geprägt. Wenn du Geduld und Gelassenheit lernst, dann wirst du künftig auch entspannter warten können. Wenn sich Kinder das Drängeln von Erwachsenen abschauen, werden sie es sehr wahrscheinlich später auch selbst machen. 

Aber wir sind doch Alle so… die Briten aber nicht:

Warum stellen sich aber die Briten mit absoluter Gelassenheit in die Schlange und warten? Fakt ist, dass unsere Gesellschaft so geprägt ist und die öffentliche Norm bei uns noch so gepolt ist, dass es Drängler gibt. Und das ist – jaaaaaa – eine Glaubensfrage. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Der deutsche Soziologe Max Weber hat in seinen Forschungen festgehalten: Ein Grund für unser Verhalten hat auch mit Religion zu tun. Die Protestantische Ethik legt großen Wert auf das Miteinander. Nach dem Motto: „Geh gut mit deinen Mitmenschen um“.  Die Briten haben also als Gesellschaft gelernt, eher auf einander Rücksicht zu nehmen. Sie stehen also wartend in der Schlange und führen eine Unterhalten mit dem Vorder- oder Hintermann.

Wir sind noch nicht verloren:

In manchen Lebenssituationen funktioniert das Anstellen schon ganz gut. Zum Beispiel am Flughafen beim Check In – dort gibt es enorm strenge Sicherheitskontrollen und ein Leitsystem. Da kommen die wenigsten Menschen auf den Gedanken zu drängeln. Auch beim Anstellen am Schilift hat sich die Situation aufgrund der Mengen an Schifahrern schon verbessert. 

Und - wir können diesen Drängler-Zustand weiter ändern. Jeder von uns kann als Wartender die Vordrängler in die Schranken weisen. Aber mit Worten… und nur mit Worten. Einfach mal höflich darauf hinweisen, dass es nicht in Ordnung ist, an der Schlange vorbeizumarschieren. Selbst mit gutem Beispiel vorangehen und andere auf „Fehler“ hinweisen. Denn steter Tropfen höhlt den Stein. Irgendwann wird es dann auch vielleicht bei uns ganz normal, dass wir ruhig wartend in der Schlange stehen und mit den Mitwartenden eine Unterhaltung führen.

Wie kurz ist deine Zündschnur?

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