VW Abgasskandal: Musterklage

WDR

Verbraucher könnten Geld zurück bekommen

Deutschlandweit erste Musterfeststellungsklage 

Deutsche Verbraucherschützer haben im Diesel-Skandal die bundesweit erste Musterfeststellungsklage auf den Weg gebracht. Rund 2,5 Millionen Autos hatte Volkswagen nach dem "Dieselgate" zurückgerufen. 26.600 Dieselfahrer streiten in Deutschland bereits alleine vor Gericht um Schadenersatz. Abgasbetrug, Wertverlust, Fahrverbote in manchen Städten: Wer einen Diesel fährt, kann fast nur verlieren. Auch die Gerichtsverfahren sind oft aufwendig und finanziell riskant. Die Musterfeststellungsklage soll das ändern. Die Anwälte der Verbraucherschützer erwarten, dass sich mehrere zehntausend Betroffene anschließen. Schon jetzt gebe es um die 40.000 Anfragen und Interessenten.

Was ist das für eine Klage?

Die Musterfeststellungsklage ist eine Art "Einer-für-alle"-Klage. Das Instrument ist neu, der VW-Fall der erste Praxistest. Verbraucherschutzverbände klagen dabei für Gruppen von Betroffenen - mit weniger Aufwand und Risiko für den Einzelnen.

Können alle Dieselfahrer mitmachen?

Nein, zunächst nicht. Die Verbände klagen nur für Dieselfahrer, die vom Volkswagen-Pflichtrückruf betroffen waren und noch nicht selbst geklagt haben. Das betrifft Diesel von VW, Audi, Skoda und Seat mit Motoren des Typs EA 189 (Vierzylinder, Hubraum: 1,2 oder 1,6 oder 2,0 Liter), die nach dem 1. November 2008 verkauft wurden. Auch wer sein Auto inzwischen verkauft hat oder verschrotten ließ, kann mitmachen.

340.000 Österreicher von Abgasskandal betroffen

Betroffene können handeln und Geld zurückfordern. Sie müssen sich in einem Klageregister registrieren, über den Verbaucherschutzverein, ansonsten kanns sein, dass die Ansprüche verjähren und dann gehen Sie erst wieder leer aus. Jeder, der eines der "Schummel-Autos" gekauft hat, hat das Recht darauf. Vor Gericht wird dann geklärt, ob die Betroffenen Anspruch auf Entschädigung haben, oder nicht. Kosten fallen für Verbraucher nicht an.

Bei dem Gerichtsverfahren gibt es drei Ausgangsmöglichkeiten:

1. Verbraucher bekommen Recht und damit eventuell auch Schadenersatzansprüche. Der Haken daran: damit sie das Geld zurückbekommen, muss jeder nochmal einzeln klagen, das sollte dann aber relativ unkompliziert gehen.

2. VW bekommt Recht – dann gehen die Autofahrer leer aus.

3.  Ein Vergleich zwischen VW und den Klägern – ist bei Einzelklagen schon oft passiert, Kläger bekommen ein paar tausend Euro und für VW is alles erledigt.

VW könnte dies eine viertel Million Euro kosten.

Alle Infos und wie du dich der Klage anschließen kannst findest du auf klagen-ohne-risiko at und unter https://www.verbraucherschutzverein.at/VW-Aktion/.


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