"Top-Ticket" für Studierende

Sechs Monate um 150 Euro Öffis nutzen

Unter 26-Jährige fahren mit dem "Top-Ticket" sechs Monate um 150 Euro im Verkehrsverbund unterwegs 

Regelmäßige Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden für Studierende in der Steiermark billiger. Ab dem Wintersemester 2019/20 können ordentlich Studierende unter 26 Jahren alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Steiermark um 150 Euro pro Semester nutzen. LH-Stv. Michael Schickhofer und Verkehrslandesrat Anton Lang (beide SPÖ) haben das "Top-Ticket" am Mittwoch in Graz vorgestellt.

Das Ticket für den Personentransport mit Bahn, Bus oder Straßenbahn im Verkehrsverbund Steiermark ist sechs Monate gültig und gilt daher auch in der vorlesungsfreien Zeit, wurde betont. Ab Anfang August soll es erhältlich sein. "Wenn das Fahren zum Studienort leistbar ist, hoffen wir, dass aus studentischen Wochenpendlerinnen und -pendlern wieder Tagespendlerinnen und -pendler werden", erklärte Landeshauptmannstellvertreter Schickhofer die regionalpolitische Intention hinter dem Angebot.

Bisher waren Studierende auf vergleichsweise teure Halbjahreskarten angewiesen: So komme es beispielsweise zu Ersparnissen von rund 74 Prozent (bisherige Tarifzonenstrecke Graz - Leoben) bzw. etwa 63 Prozent (auf der bisherigen Tarifzonenstrecke Graz-Leibnitz) wurde vorgerechnet. Das Ticket für Studierende solle auch ein finanzieller Anreiz sein, "den Lebensmittelpunkt in der Region zu behalten und so weiterhin Teil eines lebendigen Dorflebens zu bleiben", ergänzte Verkehrslandesrat Anton Lang.

Für steirische Grüne und KPÖ noch zu teuer

Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck sah in dem neuen Angebot eine "langjährige Grüne Forderung" umgesetzt. Aus Grüner Perspektive müsse der Preis allerdings noch näher an den Preis des Halbjahrestickets für Lehrlinge und Schüler rücken. Weiters wurde am Mittwoch zum wiederholten Male die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets gefordert. Auch die steirische KPÖ, die seit Ende 2014 immer wieder Anträge zur Einführung der Halbjahreskarte für Studierende eingebracht hatte, sah ihre Forderungen nur halbherzig umgesetzt. Kritisiert wurde, dass das Ticket mit 300 Euro pro Jahr fast dreimal so teuer wie die Jahresnetzkarte für Lehrlinge und Schüler sei. "Der ÖV muss günstiger werden, nicht nur für Studierende", betonte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler zudem.

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