Sommer 2021

Ist dieser Sommer unsere Klimazukunft?

War's das mit dem Sommer in diesem Jahr?


Der Sommer 2021 ist ein Sommer der Extreme. Im Juni haben wir unter der Hitzewelle gelitten, im Juli haben uns unglaubliche Regenmengen zugesetzt und vor allem Graz getroffen. Und der August ist einfach nur nass. War's das jetzt mit dem Sommer?

Der Sommer gibt sich noch nicht geschlagen! 


In den kommenden Tagen verschiebt sich der Kern des Hitzehochs von Südosteuropa in Richtung Südwesteuropa, damit wird die Frontalzone über Mitteleuropa vom Alpenraum nach Norddeutschland gedrückt und in Österreich wird der Weg wieder frei für warme Luftmassen subtropischen Ursprungs.

Die Temperaturen steigen somit neuerlich an, in der Südoststeiermark sind bereits am Dienstag (10.08.) und Mittwoch (11.08.) Höchstwerte bis zu 30 oder 31 Grad zu erwarten. In der Obersteiermark bleibt es allerdings unbeständig, somit muss man hier in den Nachmittagsstunden mit lokalen, kräftigen Hitzegewittern rechnen. 

Diese können auch auf das Grazer Becken und die Oststeiermark übergreifen. Der Donnerstag verläuft dann stabil, nur ganz vereinzelt sind auf der Koralpe und über den Fischbacher Alpen lokale Hitzegewitter möglich. Die Temperaturen erreichen 26 bis 31 Grad. Am Freitag wird es noch eine Spur heißer, allerdings steigt auch die Gewitterneigung im Bergland wieder an. Nach derzeitigem Stand setzt sich das hochsommerliche Wetter mit Hitzegewittern im Bergland zumindest bis zum Wochenende fort. Die aktuellsten Wetter-Infos gibt es hier für dich. 

Ist dieser Sommer EIN Blick in unsere Klimazukunft?


Die Antort: JA! In den kommenden Jahren müssen wir in der Steiermark so wie im Rest Europas mit weiter ansteigenden Temperaturen rechnen. Die Anzahl der Hitzetage hat sich bereits deutlich erhöht: 

Wurden etwa im Mittel von 1961 bis 1990 in Graz durchschnittlich 3,7 Hitzetage pro Sommer verzeichnet, sind es im Mittel von 1991 bis 2020 bereits 17,4. Und der Trend steigt weiter an, beispielsweise wurden in diesem Sommer in Straßgang bereits 21 Hitzetage verzeichnet. Auch extreme Temperaturen über 35 Grad treten in der Steiermark immer häufiger auf, zudem nimmt die Wahrscheinlichkeit für extreme Regenmengen in kurzer Zeit zu, während Tage mit schwachem Regen im Sommer seltener werden und dadurch die Dürregefahr zunimmt.


(c) UBIMET

(c) UBIMET

Die Tage mit einer geschlossenen Schneedecke in tiefen Lagen nehmen dagegen ab, da der Schnee - wenn er mal fällt - rasch wieder schmilzt. Etwa in Graz hat die Anzahl der Tage mit einer geschlossenen Schneedecke in den vergangenen 90 Jahren bereits um etwa 30% abgenommen.


(c) UBIMET

Klimawandel trifft Europa  


Wir haben mit Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst "ubimet"  über die Klimaentwicklungen gesprochen. Er zieht die neueste Studie zum Golfstrom heran:

Allgemein ist der Golfstrom von zentraler Bedeutung für das Klima in Europa. Studien belegen, dass sich der Golfstrom in den letzten 100 bis 150 Jahren deutlich abgeschwächt hat und derzeit die schwächste Ausprägung seit mindestens 1000 Jahren aufweist. 

Aktuell geht man davon aus, dass die Abschwächung des Golfstroms im Sommer Hitzewellen in Europa begünstigt, da die Abschwächung mit einer kalten Anomalie der Wassertemperaturen südlich von Grönland einhergeht, was sich wiederum auf die großräumige Luftdruckverteilung auswirkt.

Nikolas Zimmermann, Meteorologe von UBIMET;



Nikolas Zimmerman, (c) UBIMET

Satellitenaufnahmen von den schweren Bränden in Griechenland. Dürren & Hitzewellen werden schwere Waldbrandkatastrophen in Zukunft begünstigen. (c) UBIMET

Es könnte noch schlimmer werden


In der neuen Studie weist man allerdings auf das Risiko hin, dass die aktuelle Abschwächung bereits ein Warnsignal von einer bevorstehenden, abrupten dauerhaften Änderung der Zirkulation sein könnte. Es ist aber noch völlig unklar, ob und wie schnell das passieren kann (meist geht es dabei um hunderte von Jahren). Würde der Golfstrom allerdings dauerhaft in einen schwachen Zirkulationsmodus wechseln, könnte es in Nordwesteuropa eine deutliche Abkühlung geben.

Es würde allerdings weltweit schwerwiegende Folgen geben wie etwa die Niederschlagsverteilung, das Klima in vielen Regionen würde regelrecht auf den Kopf gestellt. Soweit dürfen wir es gar nicht erst kommen lassen: Daher ist es so wichtig, dass die Treibhausgasemissionen so rasch wie möglich reduziert werden und das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird.

Auch der Weltklimabericht zeichnet ein düsteres Bild für unsere Zukunft. Die Infos gibt's hier für Dich.

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