Senioren am Steuer

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Sind sie gefährlich für den Verkehr?

Wenn ein 83-Jähriger auf der Autobahn unterwegs ist, dort einfach wendet und damit argumentiert, dass er eh ganz langsam und am äußerst rechten Fahrstreifen gefahren ist, dann gehen die Wogen hoch. Senioren am Steuer: ein Tabuthema. Ein Tabuthema, welches viele Gemüter erhitzt und immer wieder die Frage in den Raum wirft:

„Wie gefährlich sind Senioren im Verkehr?“

Als Hauptunfallursachen gelten vermutlich Unachtsamkeit/Ablenkung und das Übertreten der Fahrgeschwindigkeit . Gute Reaktionsgeschwindigkeit und Fahreigenschaften sind Voraussetzung für eine sichere Fahrt  – ein Reaktionstest beim Amtsarzt wäre hier sinnvoll. Unsere Tests derzeit umfassen eine Buchstabentafel, welche wenig bis nichts über die Reaktionszeit aussagen.

Ab welchem Alter wird es tatsächlich gefährlich?

Ab einem Alter von 75 Jahren soll die Unfallgefahr laut einer Studie der Universität Zürich steigen, ab 80 ist das Risiko bereits dreimal so hoch und ab 85 steigt das Risiko ins Unermessliche. Mit Grund dafür ist Selbstüberschätzung. Und deshalb gibt es besonders in südlichen Ländern Europas verpflichtende Gesundheitschecks für ältere Menschen. In Ungarn etwa werden diese Checks bereits ab 40 Jahren durchgeführt.

Dennoch bringen viele ältere Menschen mehr Erfahrung mit sich und weniger Risikofreude. Oft vermeiden sie auch lange Fahrzeiten oder Schlechtwetter-Fahrten. Und nicht wie jüngere Lenker, nehmen sie das Thema Alkohol am Steuer wesentlich ernster und vermeiden jegliche Ablenkungen beim Fahren.

Überprüfung der Verkehrstauglichkeit

Das Alter alleine reicht derzeit nicht als Begründung aus, für eine Überprüfung der Verkehrstauglichkeit. Die Polizei kann jedoch eine Meldung bei der Bezirksbehörde machen,  sollte ein Lenker durch regelmäßige Parkschäden oder Unfälle auffallen. Dann kann der Lenker vom Amtsarzt zu einer Überprüfung vorgeladen werden.

Wann ist es vernünftig, kein Fahrzeug mehr zu lenken?

Laut ÖAMTC gibt es unterschiedliche Warnhinweise: wenn man schneller an seine Fähigkeitsgrenzen herankommt, sich keine längeren Strecken mehr zutraut und leicht in Beinaheunfälle verwickelt wird. Auch Hinweise von Freunden sollte man ernst nehmen oder den Verlust der Freude am Fahren selbst.

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