Schneechaos in der Steiermark

APA/HELMUT FOHRINGER

Lawine trifft Hotel in Ramsau

Lawine trifft evakuiertes Hotel in Ramsau

Eine Lawine hat in der Nacht auf Dienstag ein erst Montagnachmittag wegen Gefahr im Verzug evakuiertes Hotel in der Ramsau im obersteirischen Bezirk Liezen getroffen. Die Schneemassen waren zum Teil bis in die Ortschaft Ramsau vorgedrungen. Das teilten die Polizei und das Büro von Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) mit. Die Einsatzkräfte geben Entwarnung: es gibt keine Verletzten oder Verschütteten.

Der Lawinenkegel drang bis zum Hotel und Restaurant Kirchenwirt vor. Bis Montagnachmittag waren noch etwa 60 Gäste und Personal in dem Betrieb, aber die Lawinenkommission hatte die Gefährlichkeit rechtzeitig erkannt und geräumt.

Die Lawine ging gegen 1 Uhr ab

Danach lief ein Rettungseinsatz an, um sicher zu gehen, dass sich tatsächlich niemand mehr in dem Bereich aufhielt. Unweit des Gastronomiebetriebs steht das Gemeindeamt von Ramsau, der Stützpunkt der Bergrettung sowie das evangelische Pfarramt. Häuser, die oberhalb des Hotels stehen, sollten von den Kräften ebenfalls noch durchsucht werden.

Lawinengefährdetes Gebiet

Die Lawine dürfte in der Nähe vom Klanglift bzw. im Bereich der Trasse der Aufstiegshilfe von Norden nach Süden abgegangen sein. Das Gebiet war bereits als lawinengefährdet bekannt und wird in den Karten mit roter und gelber Gefahrenzone dargestellt. Letztere reicht bis zum nun betroffenen Hotel.

Der Schlepplift war bereits gesperrt, bringt Gäste aber normalerweise von 1140 auf 1280 Meter Seehöhe. Auch die entsprechende Piste - Kategorie blau für leichtes Gelände - war laut Website nicht geöffnet.

(APA)



Freitag, 11. Jänner

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer war am Freitag, 11. Jänner mit dem zuständigen Referenten für Lawinenverbauungen und Landesrat Johann Seitinger im Bezirk Liezen unterwegs, um sich die aktuelle Lage der Region anzusehen. Zudem wurde mit den betroffenen Bürgermeistern der Gemeinden (Sölk, Irdning, Stainach, Altausee und Bad Aussee) die Lage besprochen. Man könne die Versorgung der abgeschnittenen Gebiete über Korridore durchführen, dennoch bleibt die Situation angespannt. Erkundungsflüge müssen weiterhin abgebrochen werden, aufgrund schlechter Sicht. 

Schützenhöfer ist zuversichtlich:

 „In solchen Situationen zeigt sich der große Zusammenhalt in der Steiermark. Es macht nicht nur stolz zu sehen, wie alle Behörden und Einsatzorganisationen professionell zusammenarbeiten und ohne viele direkte Anweisungen handeln, sondern man kann den Zusammenhalt spüren, der durch den unermüdlichen Einsatz der vielen Freiwilligen entsteht."

Er betont:

Die Steiermark ist kein Sperrgebiet, es ist ärgerlich, dass hier in sozialen Medien ziemlich viel Dummheit verbreitet wird. Aus den bekannten Skiorten von Schladming bis Haus im Ennstal wird mir gesagt, dass es tolle Pisten gibt. Die Lage sei in einigen Gebieten prekär, aber alle sind eingeladen, in der Steiermark weiter Urlaub zu machen".

(Quelle: medienzentrum steiermark)


Dienstag, 8. Jänner

Gute Wetterlage wird genutzt

Insgesamt vier Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres stehen für Einsätze bereit. Dabei sind neben Erkundungsflügen mit Lawinen- und Wetterexperten auch Versorgungsflüge geplant.

Hüttenwirt gerettet

Am 8. Jänner retteten Einsatzkräfte der Alpinpolizei in Thörl (Bez. Bruck-Mürzzuschlag) einen 43-jährigen Hüttenwirt und dessen Mutter mit einem Polizeihubschrauber, nachdem beide in der Hütte eingeschneit worden waren und keine andere Möglichkeit hatten ins Tal zu gelangen Weitere Flüge waren aufgrund der dauerhaft schlechten Wetterlage nur selten bis kaum möglich. Lediglich kurzfristige und lokale Wetterbesserungen, ermöglichten vereinzelte Erkundungsflüge. Selbst diese mussten zum Teil jedoch aufgrund unzureichender Sicht wieder abgebrochen werden.

Holding Graz hilft in Mariazell

Zur Unterstützung der Gemeinden Mariazell und Admont sind 8 Mitarbeiter der Holding graz ausgerückt. 3 Winterdienst-Sonderfahrzeuge, 5 Schneefräsen und eine Unimog-Schneefräse unterstützen ab sofort bei der Schneeräumung in der nördlichen Obersteiermark.

Fotos und Video (c) Holding Graz:




(Fotos und Video (c) Holding Graz) 


Schneemassen in der Steiermark schneiden ganze Ortschaften von der Außenwelt ab

Das schlechte Wetter in der Obersteiermark ist immer wieder eine Behinderung für sichere Erkundungsflüge. Die beiden am Monatg Nachmittag in der Obersteiermark gestarteten Hubschrauber-Besatzungen des Bundesheeres haben ihre Einsätze erfolgreich absolviert: Eine Alouette III brachte einen Sauerstoffbehälter zu einem Patienten nach Radmer. Eine weitere Alouette III schaffte in Johnsbach im Gesäuse (Bezirk Liezen) die Erkundung der wegen Lawinengefahr gesperrten Bundesstraße 146, sagte Oberst Gerhard Schweiger.

Knapp 2000 Menschen von Außenwelt abgeschnitten

„Angespannt“ ist mittlerweile schon sehr vorsichtig ausgedrückt, was die Schneesituation in der Obersteiermark angeht. Knapp 2000 Menschen sind durch die Straßensperren wegen Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Teilweise werden aber Versorgung wie Medikamenente und Treibstoff für Räumungsfahrzeuge dringend benötigt. Lebensmittel und ärztliche Versorgung sind aber zumindest noch kein Problem.  

Katastrophenzustand ausgerufen

In den Gemeinden Pölstal und Hohentauern wurde der Katastrophenzustand ausgerufen. Beide Gemeinden sind durch Straßensperren wegen Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten.

25 Straßen gesperrt = Knapp 2000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.


Steiermark Reporter Roland Schmidt war am Montag in der Gemeinde Sölk vor Ort, um mit Bürgermeister Werner Schwab über die derzeitige Lage im Ort zu sprechen.

Montag, 7. Jänner

Weitere Hubschrauberflüge geplant

Da bis Freitag keine wesentliche Wetterbesserung absehbar ist, müssen ähnliche Einsätze auch in den kommenden Tagen kurzfristig anlaufen. Der Bedarf von Erkundungsflügen sei jedenfalls erheblich, um die Lawinen-Situation richtig einzuschätzen. Je länger die angespannte Schneelage andauert, desto wichtiger werden auch Versorgungsflüge.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hat für Dienstag, 14.00 Uhr, den Landeskoordinationsausschuss in Graz einberufen. Dabei werden die Einsatzkräfte die Landesregierung über die aktuelle Lage in der Obersteiermark informieren. Notwendig sei das aufgrund der schlechten Wetterprognosen geworden, hieß es Montagnachmittag. Die Landesregierung will darüber beraten, wie man die Einsatzkräfte bestmöglich weiter unterstützen kann.

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