Quarantäne macht vergesslich

Unkonzentriert, vergesslich und redefaul

Immer mehr kehrt so etwas wie "Normalität" ein. Nach dem vielen zuhause Sitzen und im Home Office arbeiten, müssen wir uns aber erst einmal wieder an den neuen Alltag gewöhnen. Und betrifft vor allem unser Gehirn.

Durch die Ausgangsbeschränkungen hat sich unser Hirn etwas verändert. Viele sind vergesslicher, verwirrter und sogar redefauler als noch vor der Quarantäne. Die Gründe: Weniger soziale Kontakte, weniger Konversationen, andere Schlafgewohnheiten und mehr (Existenz)Ängste. 

Die neuen Umstände haben sich auf unser Gehirn ausgewirkt, wie Daniela Pinter, Neurologin der MedUni Graz, erklärt. 


Vergesslicher und IM DAUERSTRESS

Weil alltägliche, aber auch teilweise sehr fordernde Tätigkeiten in der Quarantäne ausgeblieben sind, hat unser Gehirn einige kognitive Funktionen abgebaut. Wir sind etwa vergesslicher, zerstreuter und sogar redefauler als noch davor.

Außerdem befinden wir uns durch die Krise praktisch ständig in einer emotionalen Stresssituation - egal, ob wir das bewusst wahrnehmen oder nicht. Der Ausnahmezustand beschäftigt uns dauerhaft, weshalb wir weniger aufnahmefähig sind. Das wiederum verringert unsere Aufmerksamkeit für andere Dinge.


zurück zum alten Ich

Die Coronakrise wird uns noch länger beschäftigen. Das heißt aber nicht, dass wir auch auf Dauer mit einer geringeren Aufnahmefähigkeit und Einsilbigkeit zu kämpfen haben werden. Wenn wir wieder in unserem gewohnten (neuen) Alltag sind, verbringen wir automatisch weniger Zeit damit, uns mit existenziellen Ängsten zu beschäftigen. Aber auch darüber hinaus, bauen wir die kognitiven Fähigkeiten, die für unseren Alltag nötig sind, wieder auf. Und zwar ganz automatisch. 

Das ausführliche Interview von Antenne Reporterin Lisa Putz mit Neuropsychologin Daniela Pinter gibts hier zum Nachhören:

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