Pink Tax - die "rosa" Steuer

Ungleiche Preise für Frauen und Männer

Darum zahlen frauen oftmals einfach mehr


Ist dir schon mal aufgefallen, dass der Besuch beim Frisör oder Kosmetikprodukte für Frauen teurer sind als für Männer? Nein? Dann schau das nächste Mal genauer hin und vergleich die Preise. Kaum ist der Rasierer rosa oder der Rasierschaum explizit nur für Frauen, muss man gleich ein paar Euro mehr drauflegen. Obwohl es für Männer und Frauen die gleichen Produkte gibt, zahlen Frauen für diese mehr. Das Gleiche gilt beim Frisör. Der gleiche Zeitaufwand, dieselben Utensilien und trotzdem gibt's beim Friseur zwei unterschiedliche Preislisten - und das nur fürs Haare schneiden. Diesen Preisaufschlag bezeichnet man als „Pink Tax“. Ja, auch im beim Frisör und im Drogeriemarkt gibt es einen Gender-Gap. Und das, obwohl es gesetzlich festgelegt ist, dass keiner aufgrund seines Geschlechts bei der Versorgung oder bei Dienstleistungen diskriminiert werden darf. 

"Es ist ja schon immer so gewesen"

Der Grund für die unterschiedlichen Preislisten ist typisch Österreich: "Das war ja schon immer so…"
Tatsächlich hat der Männerhaarschnitt schon eine lange Tradition. In den 1950er-Jahren hat der nämlich gleich viel gekostet wie ein Laib Brot. Frauen sollen auch höhere Ansprüche als Männer bezüglich der Frisur haben. Sie seien dazu bereit, für ihr Aussehen freiwillig mehr zu bezahlen. 

Die Preisschere geht im wahrsten Sinne des Wortes weit auseinander. Frauen zahlen beim Friseur oft über 10 Euro mehr als Männer - kein Färben, kein besonderer Schnitt - ein klarer Fall von Gender-Pricing und damit eigentlich verboten. Gender-Pricing ist die Preisdifferenzierung nach Geschlecht. 

"was zählt, ist das AUSSEHEN"

Aus der Marktforschung weiß man, dass Frauen für Gesundheit und Schönheit mehr Geld ausgeben. Von Kindesalter an wird Mädchen eingetrichtert, auf ihr Äußeres besonders Acht zu geben. Das nutzt die Wirtschaft natürlich aus. Damit der Preisunterschied nicht sofort auffällt, stehen Männer- und Frauenregale oft voneinander getrennt. Gemogelt wird auch bei den Mengenangaben. Auch wenn der Preis der gleiche ist, ist im Männerprodukt mehr drin. 

Produkte für Frauen sind im Schnitt 38% teurer als für Männer. Die Gestaltung der Verpackung oder die Farben des Produkts sind einfach nur anders. Doch der Rasierer in blau ist nicht schlechter als der mit Blümchen auf der Verpackung. Die Produkte sollen Frauen einfach mehr ansprechen. Hersteller behaupten, die Hautpflege für Frauen ist aufwendiger und intensiver als die von Männern. Dementsprechend würden andere Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, die die robuste Männerhaut ja ohnehin nicht braucht.

Als Tipp, beim Frisör das nächste Mal nach "Unisex-Preisen" fragen und im Drogeriemarkt einfach mal ins Männerregal greifen. 

Stellungnahme von "DM" zum Thema Pink Tax

Es gibt bei dm selbstverständlich keine geschlechts- oder genderindizierten Preisaufschläge. Unsere Preisgestaltung orientiert sich am Wettbewerb und an den Herstellerkosten, die uns die Markenartikelindustrie in Form von Einkaufspreisen weitergibt. Daraus ergeben sich für dm bestimmte Kosten pro Artikel, die sich folglich in unterschiedlichen Verkaufspreisen widerspiegeln.

Stefan Ornig, dm Pressesprecher

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