Neuer Arbeitsalltag

Neue Normalität mit Corona

NEUE NORMALITÄT - ARBEIT

Mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen fahren auch viele Firmen das "normale Arbeitsleben" wieder hoch. Für Geschäfte und Dienstleister sind dafür bereits bestimmte Regeln definiert worden. Das betrifft nicht nur die Arbeit selbst, sondern auch den gesetzlich verpflichtenden Urlaub.

Generell und wirklich für alle Branchen gilt: Der Sicherheitsabstand von mind. einem Meter muss eingehalten und eine Mund-Nasen-Schutzmaske getragen werden. 


HÄNDLER

Nach Ostern haben bereits die ersten kleinen Geschäfte mit Verkaufsflächen unter 400 Quadratmetern sowie Baumärkte geöffnet. Außerdem müssen für jeden Kunden im Geschäft 10 Quadratmeter eingerechnet werden. Händler, die zu viele Kunden ins Geschäft lassen, müssen mit einer Strafe bis zu 3.600 Euro rechnen. 

Ab 2. Mai öffnen alle Geschäfte wieder - dies unter Einhaltung der Masken- und Abstandspflicht.

In allen Fällen gibt es für Angestellte und Gäste bzw. Kunden Abstands- und Maskenpflicht. Die gilt für Kinder ab 6 Jahren.

Die Öffnungszeiten bleibt für alle von 7:40 bis 19:00 Uhr begrenzt.


DIENSTLEISTER

Strengere Regeln gelten für Dienstleister wie Friseure, Kosmetiker, Masseure, Fußpfleger, etc. Sie dürfen zwar ab Anfang Mai aufsperren, haben aber strenge Auflagen einzuhalten. Den genauen Überblick findest du hier.

Ein Meter Abstand muss zwischen Kollegen in den Betrieben, sowie zwischen den Kunden eingehalten werden. Der Mindestabstand muss in vielen Fällen (Friseurbesuche oder Kosmetikbehandlungen) aber nicht zwischen Angestellten und ihren Kunden eingehalten werden. Um den Mindestabstand einhalten zu können, ist die Vereinbarung von Terminen besonders wichtig, so wird vermieden, dass sich zur gleichen Zeit zu viele Personen im Lokal aufhalten.

Kunden sind nicht nur verpflichtet, den Abstand einzuhalten, sondern auch eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen, sich beim Eintreten in das Geschäftslokal die Hände zu waschen oder zu desinfizieren.

Für Angestellte gilt das Tragen von Plexiglas-Gesichtsschildern als Muss. Vor allem dann, wenn es um Schönheitspflege im Gesicht wie beispielsweise das Wimpernfärben, Augenbrauenzupfen, Rasieren oder die Bartpflege geht.


GASTRONOMIE

Seit Anfang April dürfen Speisen in Restaurants abgeholt werden. Mit Mitte Mai dürfen Restaurants auch wieder öffnen, allerdings unter strengen Auflagen. Öffnungszeiten sind von 06:00 Uhr bis 23:00 Uhr erlaubt, an einem Tisch dürfen maximal 4 Erwachsene plus Kinder Platz nehmen. Zwischen Gästegruppen muss der Mindestabstand von einem Meter gegeben sein, am Tisch selbst wird es keinen Mindestabstand geben. Eine Reservierung wird empfohlen und es soll keine freie Tischwahl für die Gäste geben.

Für Angestellte wird das Tragen von Mund-Nasen-Schutz Pflicht bei Kontakt mit Gästen sein. Für die Gäste selbst besteht keine ausdrückliche Tragepflicht der Schutzmasken. 

Reporter Sebastian Grandits hat sich mit Fritz Walter, dem Betreiber der 'Don Camillo' Restaurants in der Steiermak über diese Auflagen unterhalten. 

Alles ist besser als die momentane Situation


Das ganze Interview gibts hier:

Nachtgastronomie noch unklar

Nachdem die Öffnungszeiten bis 23:00 Uhr begrenzt sind, sind Nachtlokale von diesen Regelungen nicht betroffen und müssen weiter geschlossen bleiben. Einen genauen Fahrplan für die Branche hat die Regierung noch nicht bekannt gegeben. Was das für die steirischen Club- und Barbetreiber bedeutet hat Steiermark-Reporter Walter Wenegger mit Bollwerk-Geschäftsführer Martin Fritz besprochen. 

Die Gesundheit soll im Vordergrund bleiben, aber ich wünsche mir nur eine Erwähnung, dass zumindest darüber nachgedacht wird, was mit der Nachtgastronomie passiert. Außerdem brauchen wir auf jeden Fall finanzielle Unterstützung. Aber das nicht in Form von Krediten.


Das ganze Interview gibts hier:


HOTELLERIE

Bis jetzt fix: die steirischen Beherberger dürfen ab 29. Mai wieder Gäste aufnehmen. Alles andere – wie zum Beispiel auch die Hygienevorschriften, Verhaltensregeln für die Sauna, wer darf zugleich mit einem Lift fahren oder aber auch die Frage ob weiterhin Frühstücks-Buffets angeboten werden dürfen – steht noch in den Sternen. Am 29. April 2020 soll aber laut Ministerium eine Internet-Seite online gehen die alle Antworten liefern wird. Wie der steirische Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Johann Spreitzhofer die aktuelle Lage sieht, hat er unserem Steiermark-Reporter Markus Terrant erzählt.

der zeitpunkt macht uns sehr zu schaffen. der Mai ist einer der umsatzstärksten monate. wir verstehen nicht, dass wir erst 14 Tage nach der gastronomie aufsperren düfen.


Das ganze Interview gibts hier:


KÜNSTLER

Im professionellen Bereich dürfen Kunsteinrichtungen spätestens Mitte Mai öffnen. Das betrifft Ton-, Fotostudios-, Werkstätten, Ateliers, Forschungs-, Archivierungs- und Restaurierungseinrichtungen.

Ab 18. Mai dürfen Einzelproben von professionellen Sängern, Schauspielern, Tänzern, etc. stattfinden. Auch hier gilt allerdings die Abstandspflicht und die Reduktion der anwesenden Lehrpersonen auf ein Minimum. Für etwaige Umsatzausfälle wird von der Regierung an einer Art Hilfsfonds gearbeitet. Für Künstler gibt es bereits jetzt die Möglichkeit den Härtefallfonds zu beantragen. Weitere 5 Mio. Euro gibt es außerdem für einen Künstlerinnenfonds.


PROFISPORTLER

Spitzensportler, also Menschen die Sport aus beruflichen Gründen treiben, damit ihr Geld verdienen und international an sportlichen Wettbewerben teilnehmen, haben seit Ende April wieder die Möglichkeit zu trainieren. Das betrifft z.B.: 300 Heeressportler, 60 Polizeisportler und 150 ÖSV Athleten. Hier soll ab sofort aber nur in Kleingruppen von ca. 5-6 Menschen trainiert werden.

Für Sportvereine könnte es in Zukunft auch eine Art Härtefallfonds geben. Für Sportinstitutionen, die als Unternehmen geführt werden, gibt es bereits jetzt die Beantragung von Förderungen über den Härtefallfonds.


Urlaub

Das Virus hat auch Auswirkungen auf unseren gesetzlich zustehenden Urlaub. Ein neues Gesetz sorgt dafür, dass Mitarbeiter von den Arbeitgebern auch gegen ihren Willen für bis zu acht Wochen in den Urlaub geschickt werden können. Der Dienstgeber kann seine Angestellten auch dazu verpflichten Zeitguthaben aufzubrauchen. Konkret heißt es dazu im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzesbuch, dass der "Verbrauch des gesamten Alturlaubes und zwei Wochen des aktuellen Urlaubes" angeordnet werden kann. Ebenso könne der Verbrauch von Zeitguthaben einseitig angeordnet werden.

Das gilt allerdings nur bis zum Ende des Jahres und auch nur für Unternehmen, die von der Coronakrise betroffen sind. Die Regelung kann allerdings nicht von Betrieben beansprucht werden, die ihre Mitarbeiter zur Kurzarbeit gemeldet haben. Wenn die Kurzarbeit allerdings über drei Monate hinaus verlängert wird, kann der Arbeitergeber verlangen, den Alturlaub und das komplette Zeitguthaben zu verbrauchen. Von dem laufenden Urlaub dürfen maximal drei Wochen verpflichtend vom Arbeitgeber verlangt werden.

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