Metaller-Streik

APA / Hochmuth

Endlich gibt es ein Ergebnis

endlich einigung

Die Streiks sind nach 64 Stunden in sieben Verhandlungsrunden jetzt vom Tisch. Am Sonntag den 18. November haben sich die Verhandlungspartner zur siebten Verhandlungsrunde getroffen. Endlich hat man sich auf einen neuen Metaller-Kollektivvertrag geeinigt.

Arbeitnehmerverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) spricht von einem "ordentlichen und guten Ergebnis". Ein Zugeständniss seinerseits: "Die Bundesregierung hat es möglich gemacht, dass zwölf Stunden angeschafft werden können, ohne dass sich die Arbeitnehmer wehren können." 

Arbeitgeberverhandler Christian Knill sieht das Paket als eine "klare Anerkennung für unsere Arbeitnehmer".


(c) APA/GEORG HOCHMUTH


DAS verhandlungs-ERGEBNIS

Der Ausgleich des neuen Arbeitszeitgesetzes: die Entgelte steigen um 3,0 bis 4,3 Prozent. 


was bisher geschah

Warnstreiks in der Metalltechnischen Industrie 

8. NOVEMBER| 
Am Donnerstag den 8. November gingen die Metaller-Verhandlungen für den Kollektivvertrag in die fünfte und entscheidende Runde. Das war die letzte Chance beim Feilschen: Verhandlungen zum Thema "Mehr Gehalt im Monat für Metaller". 

12. NOVEMBER|
Die Einigung wurde verfehlt. Somit begannen ab 12. November die Warnstreiks in den ersten ausgewählten Betrieben: Firmen wie Andritz, Magna, Miba, Bosch oder Teile der voestalpine. Die Gewerkschaften rufen die 130.000 Mitarbeiter der Metallindustrie zu Warnstreiks auf. Von Montag bis Mittwoch finden Warnstreiks in insgesamt 220 Betrieben mit 70.000 Beschäftigten statt. Die Arbeit wird für zwei bis drei Stunden niedergelegt. Kommt es bis kommenden Montag nicht zu wesentlichen Fortschritten in den Verhandlungen, dann drohen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp damit, am Montag ganze Schichten ausfallen zu lassen - also acht Stunden zu streiken. 

13. NOVEMBER| 
Gestreikt wurde am Dienstag beispielsweise bei Andritz in Graz, Liebherr in Nenzing (Vorarlberg), Silhouette in Linz, Boehlerit in Kapfenberg (Steiermark), Stiwa in Attnang (Oberösterreich), Knorr Bremse in Mödling (Niederösterreich) und voestalpine Precision Strip in Böhlerwerk (Niederösterreich). 

Streiks gehen weiter

15. NOVEMBER|
In der sechsten Verhandlungsrunde zum Metaller-KV hat sich bis zum späten Donnerstagnachmittag nichts Neues ergeben. "Keine Neuigkeiten", hieß es von beiden Verhandlungsseiten um 17:00 Uhr auf Anfragen. Damit gab es auch nach drei Verhandlungsstunden - und damit insgesamt 43 Verhandlungsstunden - weiter keinen Durchbruch. 


die forderungen der gewerkschaft

Die Gewerkschaft fordert eine Kompensation für das neue Arbeitszeitgesetz. Heißt: die nun erlaubten Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche sollen ausgeglichen werden. Das widerum heißt: die Gewerkschaft will mehr Gehalt – mindestens 100 Euro mehr im Monat. Zudem will sie einen Kündigungsschutz für diejenigen, die täglich 12 Stunden arbeiten. 

jetzt soll gestreikt werden

Josef Gritz, Chef der Branche Industrie: "Streik ist das letzte Mittel. Wenn wir aber keinen Schritt weiterkommen, müssen wir Maßnahmen setzen. Die Kollegschaft erwartet das von uns." Grünes Licht kommt dafür auch von der ÖGB.

Wie viele Metaller trifft das in der Steiermark?

Wenn wir alles zusammenrechnen – Maschinenbau, Stahl- und Fahrzeugindustrie und Co. – dann sind von den Verhandlungen rund 47.000 steirische Arbeitnehmer betroffen. Auf der anderen Seite gibt’s etwas mehr als 200 Betriebe als Arbeitgeber.

Seit einigen Jahren werden die sechs Metaller-KV einzeln verhandelt. Am Ergebnis orientierten sie sich bisher aber stets - bis auf minimale Details - gänzlich am Abschluss der Metalltechnischen Industrie.

Die bisherigen KV, die per Ende Oktober ausliefen, gelten weiter, bis es zu neuen Abschlüssen kommt.

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