Lebensmittel mit Eiern

Die Herkunft der Eier ist oft unbekannt

Aktueller Store-Check der steirischen Landwirtschaftskammer


Die Herkunft von Nudeln, Eiernockerln, Mehlspeisen und Co wird fast gänzlich verschwiegen. Der brandaktuelle Store-Check der steirischen Landwirtschaftskammer bestätigt die besonders große Lücken bei der Herkunftskennzeichnung von Fertig- und Halbfertigprodukten, die Eier als Zutaten haben. Die Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein ist mehr als enttäuscht: „Nur bei einem von 31 nach Herkunft und Haltungsform überprüften Lebensmitteln mit Ei-Anteil ist die österreichische Herkunft der verwendeten Eier auf der Verpackung nachvollziehbar. Bei 30 Halbfertig- und Fertigprodukten wird die Herkunft der verwendeten Eier gänzlich verschwiegen.“ Somit wird den Konsumenten der Wunsch nach Wahlfreiheit und Transparenz beim Einkauf verweigert. Immerhin befürworten 86,5 Prozent der Österreicher beispielsweise bei Nudeln, Eiernockerln, Kuchen, Mehlspeisen und Co eine klare Kennzeichnung der Eier-Herkunft (marketagent.com, 2017). In solchen Produkten bekommt man sehr häufig ausländische Schummeleier aus Käfighaltungen unterjubelt. Diese Haltungsform ist bei uns aber längst verboten, und trotzdem werden jährlich 195 Millionen Billigsteier aus fragwürdiger Haltung importiert, täglich sind es sogar 532.945 Billigstimport-Eier.

Öffentliche Beschaffung umstellen

Im November 2020 wurde in der Zentralen Arbeitsgemeinschaft für Österreichische Geflügelhalter (ZAG) die Servicestelle für die nachhaltige Beschaffung von Ei und Geflügel (kurz SNEG) eingerichtet. Im Rahmen des Projekts werden Entscheidungsträger von Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung beraten und bei Ihrer Einkaufsentscheidung unterstützt. Ziel ist es, Küchenleiterinnen und Küchenleiter die Qualität von österreichischen Ei- und Geflügelprodukten näher zu bringen. Durch die Bewusstseinsbildung sollen mehr österreichische Ei- und Geflügelprodukte in Großküchen Verwendung finden. Dies stärkt den heimischen Ei- und Geflügelmarkt nachweislich und nachhaltig. „Wenn uns der Gesetzgeber im Bundestierschutzgesetz strenge Bestimmungen für die Haltung von Geflügel vorschreibt, dann fordern wir, dass sich die öffentliche Hand bei der Beschaffung von Ei und Geflügel an dieselben Mindestbestimmungen hält“, so Michael Wurzer, Geschäftsführer der ZAG. In diesem Zusammenhang gibt es bereits vorbildliche Umsetzungsschritte in Wien und Niederösterreich.

Regionales Vorbild

Nudel- und Knödelhersteller Stangl aus Lebring setzt nur auf heimische Eier. „Wir stellen aus Überzeugung unsere Nudeln, Knödeln und anderen Teigwaren ausschließlich mit steirischen Eiern aus Boden-, Freiland- und Biohaltung her“, sagt Juniorchef Patrick Stangl, dessen Unternehmen täglich aus 20.000 Eiern Knödeln und Nudeln herstellt. Und weiter: „Um lange Transportwege beispielsweise aus den USA zu vermeiden, weil wir die regionale Qualität schätzen und die heimische Landwirtschaft und Wirtschaft unterstützen wollen, kaufen wir die Eier in der Region.“ Stangl, der seine Produkte an Großküchen und an den Lebensmittelhandel liefert, wünscht sich allerdings: „Dass Mehrwert unserer regionalen Produkte auch honoriert wird. Er steht im harten Wettbewerb mit Produkten, die aus internationalen Billigsteiern meist aus Käfighaltungen hergestellt werden.“

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