Kurzarbeit

Was sich ab 1. Oktober ändert

FAQ - Kurzarbeit ❓


Ab dem 1. Oktober 2020 gibt es neue Regeln für die Kurzarbeit. Was sich genau ändern wird haben wir für dich kurz zusammengefasst:

1. Warum wird die Kurzarbeit verlängert?
In Österreich sind 474.000 Menschen in Kurzarbeit und 432.000 sind arbeitslos.
Der Bedarf an Kurzarbeit ist also gegeben. Ebenso lassen Prognosen vermuten, dass auch im kommenden Halbjahr die Auftragsrückgänge bei Unternehmen stark spürbar sein werden.
Die aktuell gültige Kurzarbeitsregelung kann bis 1. Oktober verlängert werden.

2. Was ist die Mindestarbeitszeit, die geleistet werden muss?
Ab 1. Oktober wird die Mindestarbeitszeit von 10 auf 30% angehoben. In Ausnahmefällen kann dieser Wert mit Zustimmung der Sozialpartner noch gesenkt werden. Die Höchstarbeitszeit wurde von 90 auf 80% gesenkt. Arbeitnehmer bekommen weiter, je nach Höhe des Gehalts, 80 bis 90% ausbezahlt.

3. Wer kann Kurzarbeit beantragen?
Grundsätzlich kann jeder Betrieb die Kurzarbeit beantragen. Die neue Kurzarbeit soll allerdings mit einem "Kriterienkatalog" und einem standardisiertem Verfahren eingeführt werden. Daran wird derzeit aber noch gearbeitet.

4. Was bedeutet die "Weiterbildungsbereitschaft" von der die Sozialpartner sprechen?
Die Details hierzu werden erst ausgearbeitet, aber es soll darauf hinaus laufen, dass die Mitarbeiter einer Weiterbildungspflicht unterliegen werden. Ist ein Mitarbeiter gerade in einer Fortbildung und wir dringend im Betrieb gebraucht, kann er die Fortbildung binnen 18 Monaten beenden.

5. Es wurde eine Arbeitsstiftung für 100.000 Menschen angekündigt. Was bedeutet das?
Die Regierung will 700 Millionen Euro für die Corona-Arbeitsstiftung bereitstellen. So können in Kooperation mit dem AMS 100.000 Arbeitslose "weiterqualifiziert und umgeschult" werden. Details dazu gibt es noch keine, der Fokus soll aber, laut Arbeitsministerium, auf Digitalisierung, Umwelt, Pflege- und Sozialbereich gelegt werden.

6. Kommt mit diesem "Solidarmodell" eine Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertüre?
Nein. Eigentlich gibt es dieses ja schon, nur nennt es sich "Solidaritätsprämie".
Stellt ein Betrieb einen Arbeitslosen ein, übernimmt der Bund einen Teil des Gehaltsausfalls wenn der Mitarbeiter seine Arbeitszeit freiwillig reduziert.

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