Krank durch Bade-Enten?

4 von 5 Bade-Enten sind voller Bakterien

Machen Bade-Enten krank?

Im Inneren der knallgelben Bade-Entchen und der giftgrünen Krokodile, mit denen Kinder in der Badewanne gerne planschen, wachsen vielfältige Bakterienkulturen. In vier von fünf benutzten Tieren hat das Wasserforschungsinstitut Eawag in Zürich potenziell krankheitserregende Bakterien nachgewiesen.

In einer Aussendung schrieb das Institut von "hässlichen Bade-Entchen" -  denn im Inneren der weichen Plastiktiere können sich "üppige Teppiche  aus Bakterien und Pilzen" bilden. Eltern kennen das Bild, wenn sie ihren Kindern beim Spielen in der Badewanne zusehen: Wird die Ente  zusammengedrückt, spritzt nicht selten eine braune Brühe heraus. Eine Gruppe von Forschern der Eawag, der Eidgenössischen Technischen  Hochschule (ETH) Zürich und der Illinois-University haben nun untersucht, welche Mikroorganismen sich in den Plastiktieren wohlfühlen.

Die Wissenschafter haben dazu benutzte Badespielzeuge gesammelt, aufgeschnitten und die Biofilme aus Bakterien und Pilzen auf deren  Innenseite analysiert. Zudem haben sie Tests mit neuen Gummi-Entchen  durchgeführt. Sie haben sie elf Wochen lang Bedingungen ausgesetzt, wie  sie in einem Haushalt realistisch wären. Dabei setzten sie einige  Plastiktiere nur in sauberem Trinkwasser aus, andere ließen sie im  benutzten Badewasser schwimmen, das auch Seifenreste, Schmutz, Schweiß  und Bakterien des menschlichen Körpers enthielt.

Im Inneren der Bade-Enten tummelt sich eine Vielzahl an Bakterien ©  Eawag, Andri Bryner

Unappetitliche Resultate

Das Resultat fiel, wie die Eawag mitteilte, "nicht appetitlich" aus.  Pro Quadratzentimeter tummelten sich zwischen fünf Millionen und 75  Millionen Zellen auf den Plastikflächen. Auf 60 Prozent der real  verwendeten und auf allen im Schmutzwasser getesteten Entchen wiesen die  Forscher diverse Pilze nach. Und in 80 Prozent des Wasserspielzeugs  fanden sie Vertreter potenziell krankheitserregender Bakterien -  darunter Legionellen oder die als hartnäckige Krankenhauskeime bekannten  Stäbchenbakterien Pseudomonas aeruginosa.

Strengere Vorschriften notwendig

Sollten nun die Plastiktiere aus den Badewannen verbannt, nach jeder  Benutzung aufwendig gereinigt, oder soll der Wasserspaß mit dem Zukleben  des Lochs unterbunden werden? Forscher Hammes sieht einen anderen Weg:  "Strengere Vorschriften für die Polymere, die für die Entchen verwendet werden." Dies habe für problematische Chemikalien schließlich auch geklappt.

Laut Eawag kann es bei anfälligen oder empfindlichen Kindern, die sich mit der Brühe aus den Entchen bespritzen, zu Entzündungen an Augen  und Ohren oder zu Magen-Darm-Infekten kommen. Wie Forscher Hammes in der Mitteilung zitiert wird, könnte dies aber auch die Immunabwehr stärken.  "Dann ist es positiv."

Quelle: (APA/ag)

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