Krätze-Epidemie

Cixia

1400 Fälle in Graz

Seit Beginn 2018 nehmen die Fälle in der Steiermark zu. Laut LKH-Uniklinik Graz waren es letztes Jahr bereits über 1400 Patienten, die behandelt werden mussten. Zum Vergleich: 2016 waren es um die 400 Fälle. Die Uniklinik stößt bereits an ihre Grenzen, denn neben den Krätzepatienten müssen natürlich auch noch andere Patienten behandelt werden. Viele Patienten kommen mehrmals, weil sie sich über Familienmitglieder immer wieder anstecken. Darum ist es wichtig, dass die ganze Familie behandelt wird!


Hier erfährst du was die Krätze ist, wie sich die Krankheit verbreitet, wie du sie erkennst und behandelst:

Was ist Krätze?

Krätze ist eine ansteckende und stark juckende Hauterkrankung. Verursacher des immer häufiger auftretenden Leidens sind Skabiesmilben. Die befruchteten Milbenweibchen graben kleine Gänge in die Haut und legen dort ihre Eier und Kot ab. Dadurch entsteht der Juckreiz und in weiterer Folge Hautveränderungen. Nach ungefähr drei Wochen entwickeln sich aus den Eiern geschlechtsreife Krätzmilben. Eine neue Generation der Milben ist dann in der Lage, sich zu vermehren. 

Die Krankheit ist prinzipiell nicht gefährlich, der starke Juckreiz ist nur sehr lästig.


Wie breitet sich Krätze aus?

Grundsätzlich wird Krätze bei engem körperlichen Kontakt mit infizierten Personen übertragen. Sie breitet sich in Windeseile aus, besonders dort, wo Kinder und Jugendliche oder alte, pflegebedürftige Menschen auf engem Raum zusammen sind. Kindergärten und Schulen, aber auch Spitäler oder Pflegeheime sowie Hotels sind ideale Orte für die Verbreitung der Milben. Außerdem ist sie eine sexuell übertragbare Erkrankung. Starke Hygiene verhindert eine Ansteckung leider nicht.

Die Infektion wird oft erst nach Wochen entdeckt, denn erst zu diesem Zeitpunkt kommt es zum juckenden Ausschlag. Der Juckreiz ist besonders in der Nacht unerträglich.

Die Milben brauchen menschliche Haut um zu überleben, nach 72h ohne Körperkontakt sterben die Milben.


Welche Körperteile werden häufig von Krätzmilben befallen?


Welche Symptome treten bei Krätze auf?

Du erkennst die Krätze am starken Juckreiz, besonders in der Nacht, und an den darauf folgenden Hautveränderungen:

Unter der Haut entstehen Milbengänge - das sind feine rötliche Linien, deren Ende als Aufenthaltsort der Milbe leicht erhaben ist. Außer an Kopf und Rücken erscheinen überall Bläschen, in deren Mitte die Milbe als kleiner, schwarzer Punkt sichtbar ist.

Die Patienten kratzen sich an den juckenden Stellen, so dass es zu kleinen oberflächlichen Hautverletzungen kommt. Diese werden von Bakterien besiedelt. Auf diese Weise kann ein Eiterausschlag entstehen.


Wie wird Krätze behandelt?

Die Krätze heilt von alleine nicht ab und verschlimmert sich mit der Zeit. Daher ist eine Behandlung unabdingbar. Die Therapie der Krätze besteht in einer Ganzkörperbehandlung mit einem geeigneten Anti-Skabies-Mittel. Partner und Familienmitglieder sollten dabei mitbehandelt werden! Da es immer zu einer geringen Aufnahme dieser Mittel durch die Haut kommt, sind manche Präparate für Schwangere, Stillende und Kinder ungeeignet. Dein Arzt kann dir sagen, welches Mittel in diesem Fall geeignet ist.

Deine Umgebung: Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche solltest du bei 60 Grad waschen. Kuscheltiere und nicht waschbare Textilien kannst du in einen Plastiksack packen und für 72h und einer Temperatur von 21 Grad Celsius darin lassen. Polstermöbel, Matratzen und Teppiche solltest du mit einem Staubsauger absaugen.

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