Schock im Weltklimabericht

Dürren & Regenmassen für Europa

Der Weltklimarat - bestehend aus 234 Forschern aus aller Welt - hat in Genf den offiziellen Weltklimabericht vorgelegt.

Es ist nicht 5 vor, sondern 5 nach 12


Bis 2030 wird sich die Welt um 1,5 Grad erwärmt haben. Bis jetzt hat sich die Welt um etwa 1,1 Grad Celsius aufgeheizt und steuert nach derzeitigem Kurs bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine mittlere Erwärmung von mehr als drei Grad zu.

Verhindert werden kann die Verfehlung des 1,5-Grad-Ziels nur noch, wenn die Treibhausgas-Emissionen ab sofort deutlich absinken. Geschieht das bis zur Mitte des laufenden Jahrzehnts nicht, dürfte auch die Marke von maximal 2 Grad Erhitzung nicht mehr zu halten sein.

Der Atmosphäre müssten in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Treibhausgas entzogen werden. Dasselbe wäre ab etwa 2075 auch zur Wahrung des 2-Grad-Ziels unerlässlich.

Die Folgen sind dramatisch


Die Forscher schätzen manches als bereits unvermeidlich ein. Die Arktis wird bis zur Jahrhundertmitte zeitweise eisfrei sein. Auch das Eis Grönlands und der Antarktis sowie die Berggletscher wird über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg weiter schmelzen. Als Folge wird auch der Meeresspiegel zumindest über das gesamte 21. Jahrhundert hinweg weiter ansteigen.


Wird die 2015 in Paris vereinbarte 1,5-Grad-Schwelle nicht überschritten, erwarten die Forscher moderate Auswirkungen. Der Meeresspiegel dürfte dann bis zum Jahr 2100 um weitere 28 bis 55 Zentimeter ansteigen, Dürren und Überschwemmungen fallen weniger massiv aus.



Folgen für Europa


Für Europa (mit Ausnahme der Mittelmeerregion) erwarten die Forscher bei einem weltweiten Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad Celsius die Zunahme extremer Niederschlagsereignisse und Überschwemmungen. Für die Mittelmeerregion bleibt der Regen aus. Es bilden sich noch günstigere Bedingungen für Feuer. Mitteleuropa dürfte es vor allem mit lang anhaltenden Trockenphasen unterbrochen von Flutereignissen zu tun bekommen.

Österreich drohen ohne Trendumkehr bis Ende des Jahrhunderts mindestens 5 Grad mehr. Die Zahl der jährlichen Hitzetage mit mehr als 30 Grad würde dann auf durchschnittlich 40 und in besonders heißen Jahren sogar auf 60 bis 80 steigen, die Gefahr von Dürren würde extrem zunehmen.

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