Klimaschutz und Plastik

Der tägliche Begleiter namens Plastik

Es ist fast überall


Es begleitet uns jeden Tag durchs Leben – Plastik. Aber hast du dich schon mal gefragt, wo sich Plastik denn eigentlich überall versteckt? Denn eines ist klar: Das herkömmliche Plastiksackerl und die Plastikflasche sind nur der Anfang.

Wir atmen und essen Plastik – kein Witz. Kunststoffe, die kleiner als 5 Millimeter sind, nennt man Mikroplastik und das ist so gut wie überall. Als Zerfall von größeren Plastikgegenständen gelangen Millionen Tonnen von Mikroplastik ins Meer und in die Luft. So sind auch die abgelegensten Orte der Welt, wie die Arktis oder die Rocky Mountains, nicht frei von Plastik.

Auch in den, so scheint es zumindest, natürlichsten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse finden wir Plastik. Aber wie kommt es da überhaupt rein? Das Plastik gelangt über das Wasser unter die Erde zu den Wurzelsystemen und wird dann von den Nahrungspflanzen aufgenommen. Auch im Honig, im Kaugummi oder sogar im geliebten Bier versteckt es sich. Ein Alltag ohne Mikroplastik wäre wünschenswert und wichtig, doch ist leider schon seit langem undenkbar. Neben den Lebensmitteln finden wir Plastik in Produkten, die wir nicht auf den ersten Blick mit Kunststoff in Verbindung bringen würden. Zum Beispiel wird Plastik gezielt als Scheuermittel im Duschgel oder der Zahnpasta eingesetzt. Ob im Lippenstift, in der Wimperntusche oder im Nagellack – das „Alltags-Makeup“ einer Frau ist die Plastikhochburg. Und auch in Sonnencreme ist Plastik wiederzufinden. Während es ihre Aufgabe ist, uns vor gefährlichen UV-Strahlen zu schützen, sorgt flüssiges Plastik für den schönen Glanz und das geschmeidige Auftragen auf unsere Haut.

Leider sind es nicht nur Lebensmittel und Kosmetikartikel. Auch in Buntstiften, im Zigarettenfilter und im Waschmittel finden wir Kunststoffe, die jahrelang in unserer Umwelt bleiben.

Jedes Jahr gelangt eine große Summe an Plastikpartikeln in unseren Körper. Der unabsichtliche Konsum von Plastik gleicht dem wöchentlichen Verzehr einer Kreditkarte. Das sind etwa 5 Gramm Plastik.

Plastik ist praktisch und vor allem billig. Es ist schwer zu vermeiden, da mittlerweile 80% der verfügbaren Waren im Handel mit Plastik in Kontakt kommen und somit auch mit unserem Körper. Mehr als 800 Studien weltweit, die sich mit den Auswirkungen von Plastik auf Mensch, Tier und der Umwelt befassen, sind sich in einem Punkt einig: Es gibt kein schadstofffreies Plastik. Beim Trinken aus der Plastikflasche oder dem Essen aus der Plastik-Jausenbox gelangen Chemikalien, die sich im Plastik verstecken, in unser Blut und die haben besorgniserregende Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die meistproduzierte Chemikalie der Welt BPA wird von der Industrie dem Plastik hinzugefügt und ist besonders schädlich für unseren Körper. BPA ist schon ab einer geringen Dosis gesundheitsschädlich und aufgrund ihrer Fettlöslichkeit besteht die Gefahr, dass sie sich im Körpergewebe einlagert und dort eine hohe Konzentration erreicht. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass durch BPA das Risiko an Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit zu erkranken, steigt. Weiters wird die Entwicklung unseres Gehirns beeinflusst und die Spermienproduktion kann sich verschlechtern, was zu Unfruchtbarkeit führt.


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