Kein IGL für E-Autos

Ausnahme von "Luft-100er"

Ausnahme von "Luft-100er"

Elektroautos sollen künftig im Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) von abschnittsweisen Tempolimits auf heimischen Autobahnen und Schnellstraßen ausgenommen werden. 

Nach den Plänen von Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) soll das Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) geändert werden, wodurch die abschnittsweise 100-km/h-Beschränkung auf Autobahnen und Schnellstraßen - österreichweit 440 Kilometer - für Lenker von E-Autos fallen würde. Dass dies die Unfallgefahr wegen der Geschwindigkeitsunterschiede zu Autos mit Verbrennungsmotor erhöhen könnte, wies Hofer zurück. Er erinnerte daran, dass dort schon jetzt ein 60er-Limit für Lkw in der Nacht gelte, was ja noch eine höhere Geschwindigkeitsdifferenz bedinge.

Schlecht für die Umwelt?

Je schneller man fährt, desto größer wird der Luftwiderstand, desto mehr verbraucht das Auto an Strom. Auch wenn ein Elektroauto im Betrieb keine CO2-Emissionen produziert – beim Fahrzeug-Bau und durch den Stromverbrauch fallen sehr wohl CO2-Emissionen an. Und zwar ungefähr gleich viele wie bei normalen Benzin- oder Diesel-PKW. Die Aufhebung vom Luft 100er für E-Autos ist also umstritten. 

Änderung im System für Radarstrafen nötig 

Nach den Plänen von Umwelt- und Verkehrsministerium soll die Ausnahme vom "Luft-100er" für Fahrzeuge gelten, die über eine Kennzeichentafel mit grüner Schrift verfügen. Diese Nummernschilder können seit April 2017 für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb beantragt werden. Der Zulassungsbesitzer kann sein E-Auto auf Wunsch aber auch mit Kennzeichen mit herkömmlicher schwarzer Schrift anmelden.

"Grüne Farbe ist nicht zu erkennen auf Radarfotos", erläuterte Bruckner auf Anfrage. In der Zulassungsdatenbank sei jedoch die Antriebsart des jeweiligen Fahrzeugs gespeichert. Wenn ein Radargerät wegen einer Tempoüberschreitung auslöst und ein Foto des Fahrzeugs macht, wird das Kennzeichen von einem Computersystem automatisch ausgelesen und der Zulassungsinhaber ermittelt.

Künftig muss automatisch "ein Hinweis kommen, welche Antriebsart das Fahrzeug hat", sagte Bruckner. Dazu sei kein neues System nötig, sondern eine Umstellung im bestehenden IT-System. Der genaue Aufwand lasse sich noch nicht abschätzen, dürfte aber laut Bruckner nicht all zu groß und rein administrativ sein.

Auf den IG-L-Abschnitten gibt es bei den Tempolimits bereits Unterschiede nach Fahrzeuggröße und Uhrzeit, nämlich ein 60er-Limit für Lkw in der Nacht. Dies wird bereits jetzt automatisch ausgewertet. "Jede Anzeige muss letztendlich von einem Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes - also einem Polizeibeamten - überprüft werden", betonte Bruckner. Dabei gilt es etwa zu klären, ob das Kennzeichen vom Computer richtig ausgelesen wurde, bevor eine Strafe zugestellt wird.



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