Katastrophe in Genua

AP | Luca Zennaro

Wie sicher sind die steirischen Brücken?

Autobahnbrücker stürzte durch Unwetter ein

In der italienischen Hafenstadt Genua ist eine vierspurige Autobahnbrücke der A10 teilweise eingestürzt. Um die 20 LKW und Autos dürften in dem Moment drübergefahren und rund 40 Meter in die Tiefe gestürzt sein. 

Die italienischen Rettungskräfte sind am Anfang von dutzenden Toten und Verletzten ausgegangen. Ursache des Unglücks dürfte der marode Zustand der Brücke –  Ponte Morandi, auch Polcevera-Viadukt –  in Kombination mit einem Unwetter gewesen sein. Die Ermittlungen laufen.

Entsetzliche Tragödie

Die Polizei teilte via Twitter mit, dass die Autobahnbrücke gegen Mittag einstürzte, während eines gewaltigen Unwetters. Der Einsturz war sogar auf seismografischen Aufzeichnungen sichtbar. Ein Großeinsatz folgte – die Feuerwehr bergte zahlreiche Personen aus den Trümmern. Mindestens elf Menschen sind ums Leben gekommen.

Auch der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli meldete sich via Twitter zu Wort. Er sprach von einer "entsetzlichen Tragödie".

Foto-Credits: AP | Luca Zennaro

Ausnahmezustand in Genua

Verantwortung. Die Regierung macht jetzt die Betreiber der Autobahn für den Einsturz verantwortlich und fordert den Rücktritt. Laut Danilo Toninelli soll dem Unternehmen die Lizenz für den Betrieb der Straße entzogen werden und es könnte zu einer Strafzahlung von 150 Millionen Euro kommen. 

AUSNAHMEZUSTANDDie Regierung verhängt einen zwölfmonatigen Ausnahmezustand für die Hafenstadt.

BETROFFENENDerzeit liegt die Zahl der Todesopfer bei mindestens 39. Weitere 16 Menschen wurden verletzt, neun davon schweben in Lebensgefahr. Rettungsmannschaften suchen mit Hilfe von Spürhunden weiterhin nach Vermissten

Anwohner mussten ihre Häuser verlassen und sind jetzt obdachlos. Bis Ende des Jahres sollen alle ein neues Zuhause haben.

Ministerpräsident Giuseppe Conte rief einen nationalen Trauertag aus. Dieser soll auf den Tag der Beerdigung fallen.

SOFORTHILFE. Fünf Millionen Euro sind bei einer Krisensitzung des Ministerrates am Mittwoch freigegeben worden, so der Ministerpräsident. 



Nach dieser Katastrophe stellen wir uns natürlich die Frage:

Kann das auch bei uns in der Steiermark passieren? 

Ausschließen kann man so eine Tragödie auch bei uns nicht. Die Asfinag prüft unsere Brücken aber regelmäßig, damit so etwas hoffentlich nie passieren kann. Über 1.300 Brücken bei Autobahnen und Schnellstraßen werden bei uns in der Steiermark regelmäßig überprüft. Da gibt’s dann große und kleine Überprüfungen. Die Großen gibt’s alle sechs Jahre. Mit speziellen Geräten wird jeder noch so kleine Schaden ganz genau unter die Lupe genommen. Dann wird geschaut, inwiefern sich der auf die Verkehrssicherheit und die Tragsicherheit der Brücke auswirkt. Außerdem wird geprüft, wie sich zum Beispiel Wasser auf die Brücken auswirkt. Bei den Prüfungen schauen sich Experten alles an, vom Fundament, über die Pfeiler bis hin zum gesamten Tragwerk. 

Nach der Prüfung wird die Brücke nach Schulnoten bewertet. Heißt: Bekommt sie eine 1 passt alles sehr gut. Bekommt sie eine 4 oder sogar 5 wird ein Plan erstellt, wie die Brücke schnellstmöglich saniert werden kann. Bekommt eine Brücke in der Steiermark eine Note 4, wird diese innerhalb von drei Jahren wieder komplett in Stand gesetzt. Zwischen diesen großen Prüfungen gibt’s immer wieder auch kleinere. Da wird geschaut, ob sich an den bisher gemessenen Schäden irgendetwas geändert hat. Wenn ja, wir der Sanierungsplan angepasst. Wenn nein, wird später wieder kontrolliert. 

Wie schauen die Noten derzeit bei uns aus? 

Rund 60 Prozent unserer Brücken sind Sehr gut beziehungsweise gut. 38 Prozent sind ausreichen. 2 Prozent haben bei der letzten Kontrolle ein Genügend bekommen und werden deshalb gerade saniert.  

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