Jahresvorschau 2022

Das ändert sich im neuen Jahr

Was bringt uns das neue Jahr 2022?


Mit dem neuen Jahr treten in Österreich einige neue Gesetze beziehungsweise Änderungen in Kraft: beispielsweise die Ökosoziale Steuerreform, ein neues Schulorganisationsgesetz, Wohungseigentumsgesetz oder auch Sterbeverfügungsgesetz, also die Sterbehilfe.
Hier gibt es einen kleinen Überblick über die wichtigsten Neuerung für 2022. 

Verkehr


Der Kauf von Elektro-Autos wird auch im Jahr 2022 großzügig unterstützt. Insgesamt steht ein Fördertopf mit über 167 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird der Kauf von neuen Elektroautos, Tageszulassungen und Vorführwagen, die nicht länger als 12 Monate angemeldet waren. Gebrauchte E-Autos werden nicht gefördert.
  1. Der Brutto-Listenpreis darf 60.000 Euro in der Basisausstattung nicht übersteigen.
  2. Die rein elektrische Reichweite muss bei 50 Kilometern liegen. Das ist gerade bei Plug-in Hybriden und sogenannten Range-Extendern zu beachten.
  3. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass der Strom zum Laden aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bezogen wird.

Ökosoziale Steuerreform


Mit Juli 2022 tritt die nächste Stufe der Ökosozialen Steuerreform in Kraft. Die lässt Menschen mit mittleren Einkommen mehr in der Geldtasche, kostet gleichzeitig aber auch Geld. Wer im Jahr zwischen 18.001 und 31.000 Euro verdient, zahlt in Zukunft nur mehr 30 statt wie bis dato 35 Prozent Lohn- und Einkommenssteuer. Im besten Fall bleiben so pro Jahr 650 Euro mehr in der Tasche. Für kleine Einkommen werden die Krankenversicherungsbeiträge ab Juli 2022 gesenkt, beginnend mit 1,7 Prozent. Davon profitieren insbesondere einkommensschwachen Personen und Familien. Der Familienbonus steigt von 1.500 auf 2.000 Euro pro Kind und Jahr. Das bringt pro Kind 500 Euro mehr Geld am Konto. Hinzu kommt die Erhöhung des Kindermehrbetrages auf 450 Euro. Die Senkung der 3. Einkommensteuerstufe von 42 auf 40 Prozent kommt ab Juli 2023, hier ist eine maximale Entlastung von bis zu 580 Euro im Jahr möglich.

KLIMABONUS


Ab 1. Juli 2022 bekommen alle Menschen, die in Österreich leben, einen Klimabonus ausgezahlt. Zwischen 133€ und 200€ im gibt es in der Steiermark. Kinder unter 18 Jahren bekommen 50 Prozent des Bonus.

WIESO BEKOMMEN WIR DEN BONUS?

Ab 01. Juli 2022 tritt die CO2-Bepreisung im Rahmen der öko-sozialen Steuerreform in Österreich in Kraft. Das bedeutet, dass CO2 einen Preis bekommt und die Energiekosten und Spritpreise teuer werden. Das Prinzip dahinter: Je weniger CO2 verbraucht wird, desto mehr bleibt vom Klimabonus übrig. So zahlt sich Klimaschutz auch finanziell aus.

1,5 Millionen Tonnen an CO2 werden durch den CO2-Preis etwa 2025 eingespart. Zum Vergleich: 80 großgewachsene Buchebrauchen ein Jahr, um eine Tonne CO2 aus der Luft zu holen. 🌳



SO FUNKTIONIERT DIE AUSZAHLUNG

Das Klimaministerium kümmert sich um die Auszahlungen - sie haben alle notwendigen Daten vom Finanzministerium bzw. der Pensionsversicherung und deshalb gibt's die Auszahlung automatisch und du musst keinen Antrag stellen. 💸


📑️ Du willst wissen, wie viel Tonnen Co2 du im Jahr verbrauchst?



DIGITALER FÜHRERSCHEIN AB MÄRZ


Und für alle , die noch mit dem Führerschein in Papierform unterwegs sind: Ab März soll endlich der digitale Führerschein eingeführt werden. Das heißt, dass du ihn am Handy speichern und im Falle einer Kontrolle auch so herzeigen kannst. 🚓

SO FUNKTIONIERT'S

Um den digitalen Führerschein nutzen zu können, brauchst du die so genannte „ID Austria“. Das ist eine Weiterentwicklung der Handysignatur und Bürgerkarte - damit sollen auch Online-Services bei Behörden genutzt werden können. Derzeit ist das System noch in der Pilotphase und soll Mitte 2022 fertig sein. Registrieren kannst du dich jetzt schon bei verschiedenen Registrierungsbehörden. Alle Behörden findest du HIER.

Für die Nutzung musst du mindestens 14 Jahre alt sein und ein Smartphone mit Gesichtserkennung und Fingerabdruck-Funktion wird auch benötigt. 📱

Sommerschule kommt


2020 und 2021 ist die Sommerschule vor Schulbeginn coronabedingt eingeführt worden. Ab 2022 wird es sie jährlich geben. Das Ziel wird dasselbe bleiben: Förderung von lernschwächeren Schülern und Kompensation von Lerndefiziten. Ab der Sommerschule 2022 ist geplant, das Angebot, neben den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Mathematik und Sachunterricht in der Primarstufe beziehungsweise Deutsch und Mathematik in der Sekundarstufe Allgemeinbildung, auf Englisch auszuweiten. Unterrichtet werden die Schüler bevorzugt von Lehramtsstudierenden und bei Bedarf von fertig ausgebildeten Pädagogen. Gebastelt wird auch an einem ganztägigen Angebot (Vormittag über die Sommerschule, Nachmittag organisierte Betreuung über das Land Steiermark).

Hilfe zum Selbstmord


2021 hat der Verfassungsgerichtshof das Verbot auf assistierten Suizid gekippt. Deshalb gibt es mit 2022 eine neue Regelung. Hilfeleistung zum Selbstmord ist demnach strafffrei. Das gilt ausschließlich für Personen, die an körperlichen Beeinträchtigungen leiden (psychische Erkrankungen wie Demenz sind demnach ausgenommen). Assistierter Selbstmord ist nicht mit aktiver, passiver oder indirekter Sterbehilfe zu verwechseln. Bei Hilfeleistung zum Suizid wird dem Patienten auf eigenes Verlangen ein tödliches Medikament überreicht. Das hat er selbst einzunehmen.

weniger Streitereien bei WohnungsEigentümern


Bis jetzt war’s oft schwieriger größere Maßnahmen umzusetzen, weil die alle Wohnungseigentümer bei den Abstimmungen dabei waren. Durch eine neue Gesetzesnovelle wird das vereinfacht. Bei Beschlüssen reicht es in Zukunft, wenn ein Drittel der Eigentumsfläche repräsentiert wird. Für Entscheidungen sind zwei Drittel der Stimmen notwendig. Auch Bauvorhaben für einzelne Eigentümer können in Zukunft nicht mehr so leicht verhindert werden. Die verpflichtenden Rücklagen werden auf 9 Cent pro Quadratmeter angehoben.

DIGITALE VIGNETTE IN SLOWENIEN


Noch eine Neuerung für alle, die oft nach Slowenien pendeln - ab Februar gilt ausschließlich die digitale Vignette. 🚗 Die E-Vignette kannst du seit Anfang Dezember auch beim ÖAMTC kaufen. Die Jahres- sowie Halbjahresvignetten gibt es nur noch in digitaler Form. Mit 1.2.2022 werden dann auch die Monats- und Wochenvignetten nicht mehr als Klebevariante erhältlich sein. Wenn du die Vignette direkt bei einem ÖAMTC-Stützpunkt kaufst, ist sie sofort gültig.