Grazer Forschung

Solar Orbiter

Solar Orbiter ganz nah an der Sonne

Bilder der Sonne aus nächster nähe


Nah wie nie zuvor ist Solar Orbiter, die neue Raumsonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA, schon an die Sonne herangekommen. Aus „nur“ 77 Millionen Kilometer Entfernung lieferte sie brandneue Aufnahmen sowie erste Messungen. Die Universität Graz sowie das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sind an dieser internationalen Mission maßgeblich beteiligt. 

Die Universität Graz leitete die wissenschaftliche Softwareentwicklung des Röntgenteleskops STIX, das an Bord der Sonde Einblicke in die Beschleunigung hochenergetischer Teilchen in Sonneneruptionen gewährt. STIX hat bereits in der Testphase mehr als 60 sehr kleine solcher Ausbrüche beobachtet. „Das ist besonders spannend, weil die Sonnenaktivität gerade sehr gering ist und kein einziger Sonnenfleck zu sehen ist“, erklärt die Astrophysikerin Astrid Veronig. Dadurch wird es möglich sein, das Verhalten der Mikro-Eruptionen im Vergleich zu normal großen Ausbrüchen zu untersuchen, und damit unter anderem die Aufheizung des äußeren Strahlenkranzes der Sonne, der Korona.

Weltweite Zusammenarbeit

Solar Orbiter ist eine internationale Weltraummission, die in Kooperation von ESA und NASA durchgeführt wird. Die Sonde wurde am 10. Februar 2020 in Cape Canaveral gestartet und befindet sich in einer elliptischen Bahn um die Sonne. Mit jedem Umlauf kommt sie unserem Zentralgestirn näher. Anfang 2022 wird sie in einem Abstand von 48 Millionen Kilometer mit dem eigentlichen Wissenschaftsprogramm beginnen.

Eine Besonderheit von Solar Orbiter ist die Zusammensetzung ihrer Instrumente: Sechs Teleskope bilden die Sonne und ihr unmittelbares Umfeld ab; vier Messgeräte erfassen Einzelheiten in der direkten Umgebung der Sonde. 19 ESA-Mitgliedstaaten tragen zur Mission bei: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien und das Vereinigte Königreich.

Tags