Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Eine von fünf Frauen betroffen

Das Jahr ist noch kein Monat alt und schon 5 Frauen sind in Österreich ermordet worden. Die Gewalt an  Frauen nimmt zu, die Frauenhäuser platzen aus allen Nähten. Aus dem Budget von Landesrätin Doris Kampus sollen 600.000 Euro in die Prävention fließen. 

Kathrin Jartz arbeitet in einem Frauenhaus. Steiermark Reporter Walter Wenegge hat mit Kathrin Jartz und Sonja Gruber darüber gesprochen, warum Frauen zu ihnen ins Frauenhaus kommen: 

Mehr Prävention gegen Gewalt an Frauen und Kindern gefordert

Angesichts aktueller Zahlen schlagen Volksanwaltschaft und Frauenhäuser Alarm: Eine von fünf Frauen ist in Österreich jeden Tag sexueller und/oder körperlicher Gewalt ausgesetzt, der Großteil der Gewaltanzeigen betraf Beziehungstaten. Gewalt an Frauen und Kindern müsse ernster genommen werden, es brauche mehr Prävention, forderte Volksanwältin Getrude Brinek .

Alarmierende Zahlen

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich nach Angaben des Bundeskriminalamts 77 Frauen Opfer von Mord oder Mordversuch, 34 Frauen wurden ermordet. Angestiegen ist 2017 auch die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs - auf 1.275 Fälle. Laut Kriminalstatistik standen fast zwei Drittel aller 42.079 Anzeigen (62,8 Prozent) wegen Tötung, Körperverletzung, sexueller Übergriffe und Raub in Zusammenhang mit Beziehungstaten.

"Das Thema hat in den letzten Monaten an Brisanz gewonnen", hielt Brinek fest. "Zahlreiche aktuelle Studien belegen einerseits die schwerwiegenden Folgen für das Leben der von Gewalt Betroffenen, zeigen aber andererseits auch auf, wie wenig Wissen es in der Bevölkerung zu Gewalt an Frauen und Kindern gibt." Kinder müssten häufig bei Gewalttaten zusehen, würden im Nachhinein aber zu wenig versorgt werden. 

Frauen wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können

Nur jede fünfte Frau wisse, an welche Einrichtungen sie sich im Fall einer Gewalttat wenden könne, kritisierte Brinek. Daher seien Bewusstseins- und Aufklärungskampagnen dringend notwendig. 

Die Forderung nach stärkeren Präventionsmaßnahmen im gesamten Bildungssystem, in Vereinen und auch in Bezirken bzw. Gemeinden fiel einstimmig aus. Außerdem müsse es mehr Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche geben. Einrichtungen zum Opferschutz und zur Männerberatung sollen enger zusammenarbeiten. Wichtig sei auch, dass Gesundheitsfachkräfte gewaltbedingte Verletzungen und Beschwerden als solche erkennen und entsprechend mit den Betroffenen umgehen. Dazu gehöre es, Verletzungen sorgfältig zu dokumentieren und auch eine Vermittlung an weiterführende Einrichtungen.


HILFE FÜR BETROFFENE

Hier findest du Anlaufstellen:

Frauenhäuser - Steiermark
Neben dem Schutz, der von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder, steht auch Gewalt­prävention, Bewusstseinsbildung, sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Fokus des Vereins Frauenhäuser Steiermark. 

0316 42 99 00 (rund um die Uhr)

Beratungsstunden: Der Verein Frauenhäuser Steiermark bietet offene Beratungsstunden für Frauen in Gewaltsituationen. Vertraulich, anonym, kostenlos, ohne Voranmeldung

Wann: Jeden Montag von 11:00-13:00 Uhr, jeden Donnerstag von 16:00-18:00 Uhr
Wo: Verein Frauenhäuser Steiermark, Fröhlichgasse 71, 8010 Graz


Frauenhelpline gegen Gewalt
Die Frauenhelpline gegen Gewalt bietet kostenlose telefonische Erst- und Krisenberatung für Frauen, Kinder und Jugendliche, die von Gewalt betroffen sind. Du kannst dort jeden Tag und rund um die Uhr anrufen.

0800 222 555 zum Nulltarif

Das Frauenservice des Bundesministeriums 
Es dient als Informationsdrehscheibe für rat- und hilfesuchende Frauen und Mädchen in allen Lebenslagen. Es bietet weiterführende Informationen:

0800 20 20 11 zum Nulltarif

Montag bis Donnerstag: 10 Uhr bis 14 Uhr
Freitag: 10 Uhr bis 12 Uhr

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