Gewährleistung und Garantie

Die Regelungen im Überblick

Kenne deine Rechte

Eben noch bezahlt und schon kaputt. Als Konsument hast du einige Möglichkeiten um dieses Problem zu lösen. Du kannst dich auf Gewährleistung oder auf Garantie berufen. Klingt ziemlich ähnlich, ist aber unterschiedlich. 

Gewährleistung ist ein gesetzlich verankertes Recht, vom Vertragspartner (Händler).

Garantie ist eine freiwillige Zusage eines Unternehmens.

Gewährleistung: Reparatur, Austausch, Preisminderung, Rückzahlung

Na toll, das neue Smartphone funktioniert nicht. In diesem Fall haftet der Händler für Mängelfreiheit. Gern behaupten Händler: „Wir haben das beanstandete Gerät nicht erzeugt und sind für Mängel daher auch nicht verantwortlich.“ Das ist falsch. Damit darf dich ein Händler nicht abwimmeln. Er haftet in jedem Fall für die Mängelfreiheit der Ware.
Wenn das Produkt kaputt ist, dann hat das Unternehmen vier Möglichkeiten: 

So lange hast du Gewährleistung: 

Die Gewährleistungsfrist beträgt grundsätzlich zwei Jahre. Nur bei unbeweglichen Sachen, also vor allem Grundstücken, Häusern oder Wohnungen, ist eine längere Frist von drei Jahren vorgesehen. Eine Verkürzung der Frist (maximal auf ein Jahr) ist nur beim Verkauf gebrauchter Ware möglich, wenn dies individuell vereinbart wird. Die Frist beginnt mit der Übergabe der Ware.

Garantie: freiwillig, aber bindend

Die vertragliche Garantie ist gesetzlich nicht geregelt. Sie ist eine freiwillige Zusage des Unternehmens oder des Herstellers, um dir im Fall einer Reklamation entgegenzukommen. Was das konkret beinhaltet, steht in den Garantiebedingungen – das ist aber von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.
Generell gilt: Liegt eine Garantie-Zusage vor, dann ist sie auch verbindlich. 

Gewährleistung beim Online-Shopping

Für Kaufverträge, die online zwischen Verbrauchern und Unternehmen abgeschlossen werden, besteht (mit wenigen Ausnahmen) sehr wohl ein gesetzliches Rücktrittsrecht. Der Grund dafür ist, dass du bei einem Online-Kauf die Ware nicht unmittelbar begutachten kannst. Die Rücktrittsfrist beträgt 14 Tage und beginnt in der Regel, sobald die bestellte Ware bei dir zuhause eintrifft. Um von einem Vertrag, den du online abgeschlossen hast zurückzutreten, reicht eine formlose Erklärung per Mail. Wenn du die Ware kommentarlos zurückschickst, genügt das allerdings nicht. Gib' zumindest immer einen Grund an, warum du das Produkt zurückschickst. Auf den Websites der Online-Shops findest du auch alle Infos zu Retoursendungen. In einigen Fällen gibt es aber leider kein Rücktrittsrecht – etwa dann, wenn du die Versiegelung bei DVDs entfernst oder wenn es sich um ein personalisiertes Produkt handelt, das extra für dich angefertigt wurde (z. B. ein gravierter Ring).

Umtauschen, wenn dir ein Geschenk nicht gefällt 

Maria Ecker, Leiterin des Bereichs Beratung im Verein für Konsumenteninformation sagt: „Verbraucherinnen und Verbrauchern ist oft nicht bewusst, dass man von einem im Geschäft gültig geschlossenen Kaufvertrag nicht einfach so zurücktreten kann. Der Umtausch einer Ware ist kein gesetzlich verbrieftes Recht, sondern ein Zugeständnis des Unternehmens." 

Aber viele Händler zeigen sich kulant und räumen den Kunden ein Umtauschrecht sein. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann solltest du dich bereits beim Kauf erkundigen, ob ein Umtausch möglich ist. 

Rechnung immer dabei haben

Das Umtauschrecht kannst du dir vom Händler auf der Quittung bestätigen lassen. Leider bekommst du beim Umtausch selten dein Geld zurück. Allerdings kannst du das ungeliebte Geschenk meistens gegen einen Gutschein oder eine andere Ware tauschen. Wichtig: Die Quittung solltest du immer dabei haben. 


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