Gammelfleisch

Betrugsverdacht in der Steiermark

Festnahme nach Razzia 

Im Bezirk Leibnitz hat es gestern eine Razzia in einem Schlachtbetrieb gegeben. Der Betriebsleiter ist wegen Verdunkelungsgefahr festgenommen und eine größere Menge Fleisch ist beschlagnahmt worden. Es liegt Betrugsverdacht vor: In dem Betrieb soll genussuntaugliches Fleisch, das eigentlich zur Tierkörperverwertung gehört hätte, verarbeitet worden sein.

Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung": Demnach wurde die Razzia samt Hausdurchsuchung am Dienstag vollzogen und der Verdächtige festgenommen. Er soll sich nicht geständig gezeigt haben. Unklar ist noch, ob das verarbeitete Fleisch gesundheitsschädlich ist. Die Untersuchungen wurden gerade erst eingeleitet, so Bacher.

Betrieb schon länger im Visier der Behörden

Laut einer Aussendung von Veterinärlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) waren bereits im Jahr 2015 in diesem Betrieb Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt worden, auf deren Basis Nachschulungen und Verwaltungsstrafen verhängt und strengere Kontrollen durchgeführt wurden. Im Gegensatz zu den damaligen Vorkommnissen gehe es nun aber um den Verdacht von Verstößen gegen das Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz.

"Die Veterinärbehörden kontrollieren jeden Schlachtvorgang. Dabei werden einerseits die lebenden Tiere vor der Schlachtung untersucht, als auch das Fleisch nach der Schlachtung begutachtet. So war es auch beim konkreten Schlachtvorgang der Fall. Einige Schlachtkörper wurden, wie im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz normiert, auf Anordnung der Veterinärbehörde ausgesondert und separat gelagert, um sie der Tierkörperverwertung zuzuführen. Im gegenständlichen Fall steht nun der Verdacht im Raum, dass auch solche ausgesonderten Fleischteile vom Schlachtbetrieb verarbeitet wurden. Damit hätte sich der Schlachthofbetreiber über die Anordnungen auf Basis der Kontrolltätigkeit der Veterinärbehörde hinweggesetzt und strafrechtlich relevante Handlungen gesetzt", wurde in der Aussendung konkretisiert.

Das Schlachtgut vom Tag der Razzia - es handelt sich offenbar sowohl um Rind- als auch um Schweinefleisch - sei nach der Probenentnahme vernichtet worden. Über gelagerte Warenbestände sei eine Sperre verhängt worden - sie dürfen nicht mehr in Umlauf gebracht werden, so das Land Steiermark.

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