Frauen verdienen 45% weniger

Die Gender Pay Gap ist immer noch enorm

Wenn die gleiche Arbeit nicht gleich viel Wert ist

Heute, am 8. März ist der Internationale Frauentag.  Da wird aber nicht nur gefeiert, sondern auch auf wichtige Themen aufmerksam gemacht. Eines davon ist die Gender-Pay-Gap.

Durchschnittlich verdienen Frauen in Österreich rund 22 Prozent weniger als Männer. Damit liegt Österreich im EU-Durchschnitt ganz weit hinten. Nur in Estland, Tschechien und Deutschland ist die geschlechterbedingte Einkommensschere noch größer.

Bei uns in der Steiermark ist der Wert sogar noch um einiges höher. Hier bekommen die weiblichen Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt sogar 39 Prozent weniger. In einzelnen Bezirken sind die Werte noch höher. In Bruck-Mürzzuschlag liegt der Wert bei 45 Prozent. Damit du weißt, wie es bei dir in der Region ausschaut, haben wir eine Tabelle zur Übersicht:

Brutto Gender Pay Gap in den steirischen Bezirken

Ohne Trennung von Voll- und Teilzeit

Graz (Stadt)31 %
Deutschlandsberg39 %
Graz-Umgebung41 %
Leibnitz40 %
Leoben42 %
Liezen39 %
Murau40 %
Voitsberg39 %
Weiz41 %
Murtal43 %
Bruck-Mürzzuschlag45 %
Hartberg-Fürstenfeld42 %
Südoststeiermark38 %

 Quelle: Landesstatistik Steiermark; Statistik Austria (2016)


Laut Landesrätin Ursula Lackner gibt es viele Gründe für die starken regionalen Unterschiede in der Steiermark:  „Frauen sind in diesen Regionen einfach nicht so gut mit Ressourcen ausgestattet, wie in Ballungsgebieten.“

Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Vor allem die Jobangebote sind natürlich auschlaggebend. In ländlichen Regionen werden vermehrt Vollzeitjobs ausgeschrieben und gleichzeitig ist das Angebot bei der Kinderbetreuung nicht ausreichend. Das erschwert vor allem Müttern die Koordination von Job und Familie. „Wir müssen mit den Frauen und für die Frauen Arbeitsplätze in den Regionen schaffen. Wir müssen aber vor allem auch intensiver aufklären, mit welcher Berufsentscheidung ich auch in der Region die Chance hab, Arbeit zu finden“,  so Vize-Landeshauptmann Michael Schickhofer.

Um Frauen in allen Regionen annähernd gleiche Chancen bieten zu können, werden nun Projekte verwirklicht, die Frauen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten sollen. Eine Million Euro stehen für dieses Projekt zur Verfügung. Dadurch soll auch nicht nur den Frauen geholfen werden, sondern auch die ländlichen Räume werden hier unterstützt.

„Mir geht’s darum wirklich einen Impuls zu setzen, dass es selbstverständlich ist, in allen steirischen Gemeinden und Regionen, die Interessen der Frauen zu sehen.“, erklärt Michael Schickhofer. Außerdem soll so Frauen die Chance geboten werden, sich aktiv bei der Mitgestaltung und Umsetzung ihrer Interessen einzubringen.

Steiermark Reporter Walter Wenegger hat Landesrätin Ursula Lackner und Vize-Landeshauptmann Michael Schickhofer zur Gender Pay Gap in der Steiermark befragt. Was sie dazu sagen, kannst du hier nachhören:

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