Erdbeben in Zagreb

Auch in Österreich spürbar

In Kroatien hat es heute früh um halb 7 ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach Richter gegeben. Eine halbe Stunde später dann ein kräftiges Nachbeben. Im Epizentrum nördlich von Zagreb hat das Erdbeben große Schäden angerichtet. Es gibt mehrere Verletzte und angeblich auch einen Toten.

In Zagreb herrscht Ausnahmezustand. Mehrere Stadtteile sind ohne Strom und Wasser. Viele Straßen sind verschüttet, Ampeln sind ausgefallen und Straßenbahnen fahren nicht mehr. Auch Krankenhäuser sollen beschädigt worden sein. Mehrere Stationen sind beschädigt und Patienten evakuiert worden. Eine Entbindungsklinik musste sogar geschlossen werden. Die Mütter sind mit den Neugeborenen in ein anderes Krankenhaus verlegt worden.

Viele Menschen dürfen aufgrund der Einsturzgefahr nicht mehr zurück in ihre Häuser. Sie befinden sich auf den Straßen. Die Situation spitzt sich nicht nur durch einen starken Wind und kühle Temperaturen, sondern auch durch die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu. Der kroatische Innenminister hat die Menschen via Twitter aufgerufen, wegen des Coronavirus Abstand zu halten.  

Spürbar war es auch in Österreich (bei uns in der Steiermark, Kärnten, Salzburg), Bosnien und Herzegowina, Ungarn und Slowenien.

AKW Krsko nicht betroffen

50km nordöstlich von Zagreb befindet sich das Atomkraftwerk Krsko.
"Das Atomkraftwerk funktioniert trotz des Erdbebens sicher", teilte der Betreiber des von Slowenien und Kroatien gemeinsamen betriebenen AKW mit.

In der Anlage, die weiterhin mit voller Kraft in Betrieb bleibe, werden präventive Checks durchgeführt, hieß es weiter. Das slowenische Infrastrukturministerium teilte unterdessen via Twitter mit, dass die Experten im AKW Krsko Analysen gemäß Protokolle durchführen und es bisher nicht erforderlich gewesen sei, die Anlage abzuschalten. "Es gibt keine Konsequenzen oder Gründe für eine Abschaltung", hieß es.

Fotos und Videos aus Zagreb

Andrea Borosic ist die Direktorin der kroatischen Tageszeitung Vecernji List.
Sie hat uns Fotos und Videos aus Zagreb geschickt: