Dreisteste Werbelüge

foodwatch | Antenne

"Goldener Windbeutel" geht an Coca-Cola

Jedes Jahr vergibt die Verbraucherorganisation Foodwatch den "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Foodwatch will damit für mehr Transparenz am Lebensmittelmarkt sorgen. Dieses Jahr darf sich die Marke Coca-Cola mit dem Negativpreis rühmen. Das Unternehmen hat den Preis durch die Vermarktung des Mineralwassers "Glacéau Smartwater" verdient. 

"Von Wolken inspiriert"

"Dampfestilliertes natürliches Wasser" soll die Verbraucher in die Irre führen. Das Wasser wurde erhitzt und der Dampf aufgefangen, der sich dann wieder verflüssigt. Ein ernährungsphysioligisch unnützer Vorgang. Was aber passiert: Mineralstoffe gehen bei diesem Prozess verloren, diese müssen dann künstlich zugesetzt werden. Und das Ergebnis: Wasser, das zu einem siebenfach höheren Preis verkauft wird. Na dann – Prost!



Coca-Cola lehnt Preis Ab

Wie jetzt? Coca-Cola möchte keinen "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge des Jahres 2018 bekommen? Das Foodwatch-Team wollte den Preis an der Konzernzentrale von Coca-Cola übergeben – dieser wurde leider abgelehnt. Man halte "die Kritik für nicht gerechtfertigt", "auf dem Etikett seien "alle wichtigen Informationen" angegeben. Schönste Aussage: "Die Verbraucher sind es, die entscheiden, ob sie das Produkt kaufen oder nicht." Da stößt einem schon mal etwas Cola hoch.

Quelle: foodwacht.org 

Weitere Nominierte

Diese vier Produkte waren auch potentielle Kandidaten für den "Goldenen Windbeutel". Seit Anfang November gingen fast 7.000 Wahlstimmen ein. Davon kamen vier Vorschläge von Usern selber.

  1. Platz: Glacéau Smartwater von Coca-Cola (21.235 Stimmen, entspricht 30,5 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen)
  2. Platz: Kids Tomato Ketchup von Heinz (19.547 Stimmen, 28,1 Prozent)
  3. Platz: Corny Milch von Schwartau (10.889 Stimmen, 15,6 Prozent)
  4. Platz: Bratöl Olive von Dennree (9.398 Stimmen, 13,5 Prozent)
  5. Platz: Erbseneintopf Gut und Günstig von Edeka (8.546 Stimmen, 12,3 Prozent)

2. PLATZ | "Bratöl Olive" von Dennree

Das "Bratöl Olive" von Dennree verdient sich den zweiten Platz. Betrachtet man das Produkt, kommt man schon auf die Idee, dass es sich um Olivenöl handle. Tatsächlich besteht es zur Hälfte aus Sonnenblumenöl. Das Unternehmen hat bereits angekündigt das Etikett zu ändern. 



3. PLATZ | "Erbsen EIntopf Gut und Günstig" von Edeka

Auf dem dritten Platz: "Erbsen Eintopf Gut und Günstig" von Edeka. Auf der Verpackung wird angeführt, dass es keine Zusatzstoffe und Farbstoffe beinhaltet - eine Falschangabe. Foodwatch widerspricht: Zehn Zusatzstoffe wurden in der Zutatenliste gefunden.


4. PLATZ | "Kids Tomato Ketchup" von Heinz

"Kids Tomato Ketchup" von Heinz schafft es auf den vierten Platz. Das für Kinder beworbene Produkt gleiche dem normalen Heinz-Tomatenketchup zur Gänze, kostet aber mehr. 


5. PLATZ | "Corny Milch" von Schwartau

Beim Müsliriegel "Corny Milch" von Schwartau handelt es sich nicht um einen leichten, gesunden Snack für zwischendurch. Ganz im Gegenteil: Er besteht zur Hälfte aus Zucker und Fett.

Foto-Quellen: foodwatch.org

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