Die Immobilientage 2022

Alles Wichtige rund um die Miete

Mietzinserhöhung – kommt sie oder nicht?


Die Immobilienbranche boomt! Mieteinnahmen sind seit 2008 um mehr als 100% gestiegen. Auch 2022 wird sich das nicht ändern. Trotz der hohen Corona Inzidenzen bundeslandweit sowie den enormen Preisanstiegen für Strom und Gas werden im April die Richtwert- und Kategoriemieten um jeweils 5,85% bei Richtwertmieten und 5,47% bei Kategoriemieten erhöht.


Die aktuelle Lage ist seit Beginn der Pandemie nicht besser geworden. Andauernde Coronamaßnahmen, außergewöhnlich hohe Energiepreise treiben die Inflation weiter an, sodass auch das Wohnen für viele Menschen zu einer Herausforderung wird. Gerade in der Steiermark ist im Vergleich mit anderer Bundesländer das Wohnen ungewöhnlich teuer.


Richtwertmiete pro m²/monatl. 

 

bis März 2022

Erhöhung

Ab April 2022

Vorarlberg

8,92€

 

 

+5,85%

9,44€

Salzburg

8,03€

8,50€

Steiermark

8,02€

8,49€

Tirol

7,09€

7,50€

Kärnten

6,80€

7,20€

Oberösterreich

6,29€

6,66€

Niederösterreich

5,96€

6,31€

Wien

5,81€

6,15€

Burgenland

5,30€

5,61€


Kategoeriemiete pro m²/monatl. 

 

bis März 2022

Erhöhung

Ab April 2022

Kategorie A

3,60€

 

 

+5,47%

3,80€

Kategorie B

2,70€

2,85€

Kategorie C

1,80€

1,90€

Kategorie D

1,80€

1,90€

Kategorie D (sanierungsbedürftig)

0,90€

0,95€



Was ist eigentlich ein Mietzins?


Der Mietzins ist ein Bestandteil des Gesamtmietzinses, was der/die MieterIn zu bezahlen hat. Auch bekannt unter dem Hauptmietzins also genau jener Betrag, an dem der Vermieter am meisten profitiert. Neben diesem Hauptmietzins kommen dann noch extra Betriebskosten, gegebenenfalls Heizkosten sowie die Mehrwertsteuer hinzu. Diese Kosten bilden zusammen den Bruttomietzins.

Hintergründe


Alle zwei Jahre werden die Richtwert und Kategoriemietzinsen an die Inflation angepasst. Zuletzt geschah dies 2019 und wurde der Richtwertmietzins in der Steiermark auf 8,02€ und der Kategoriemietzins der Kategorieklasse A auf 3,60€ pro Quadratmeter Wohnnutzfläche pro Monat angehoben. Dieser hätte im Jahr 2021 wie gewöhnlich angepasst werden sollen. Aufgrund der Pandemie und der Forderung von Arbeiterkammer und Mietervereinigung, die Mieterhöhung vorzunehmen, wurde diese Anpassung ausgesetzt. 2022 soll sich dies aber wieder ändern und das tut es. 


Die Mietzinserhöhung kommt!
Das für eine Gesetzesänderung bis zum Stichtag die Zeit fehlt sowie der Wille einiger Regierungsparteien, ist somit Justizministerin Alma Zadic verpflichtet, die Richtwerte neu festzusetzen und an die Inflation anzupassen. 


Dieser sogenannte Richtwert ist aber nur einer von vielen Mietzinsbildungsmodellen. In Österreich kommen daher auch nach wie vor Kategoriemietzinsmodelle, geförderte sowie frei-vereinbarliche Mietzinsmodelle vor. Warum daher ausgerechnet die Steiermark im Vergleich mit der Hauptstadt Wien so teuer ist, kann nicht genau beantwortet werden. Grundsätzlich richtet sich das Richtwertmietzinsbildungsmodell an den Grund- und Baukosten für geförderte Wohnungen abzüglich der Gemeinschaftseinrichtungen, die die Grundlage für den Quadratmeterpreis bilden. Rechnerisch nachvollziehbar ist der Preisunterschied für den herkömmlichen Mieter nicht.

Insgesamt droht österreichweit 755.000 Mieterinnen und Mietern eine Erhöhung ihrer Richtwertmieten. In der Steiermark sind es rund 26.800, die von der geplanten Erhöhung betroffen sind. Bei den Kategoriemieten sind es rund 252.000 Mieterinnen und Mieter die von einer Erhöhung betroffen sein werden, darunter rund 4000 steirische Haushalte. Neben den reinen Mietpreisanpassungen die ausschließlich Mieterinnen und Mieter betrifft, fallen bei den Kategoriemieten zusätzlich noch steigende Betriebskosten an, denn für eine Berechnung der Verwaltungsgebühren werden die Beträge der Kategorieklasse A herangezogen.


Das Problem, Mieterinnen und Mieter seien aufgrund befristeter Mietverträge erpressbar, wenn ihre Verträge auslaufen. Dazu herrschen gerade im Altbau überteuerte befristete Mietverträge. Daher gibt es bei befristeten Altbaumietverträgen einen gesetzlichen Befristungsabschlag von 25 % - der aber in der Praxis meist nicht berücksichtigt wird. Dies führt dazu, dass rund 90 % aller befristeten Mietverträge im Altbau zu teuer sind und das nur, weil unrechtmäßige Aufschläge berücksichtigt werden. Daher fordert die Arbeiterkammer gemeinsam mit der Mietervereinigung folgende grundlegende Punkte:

  • Ein aussetzten der Mietzinserhöhung und im Zuge dessen eine neue Reform des Mietrechts. Bedeutet konkret, dass die Mieten bis Ender der Pandemie eingefroren werden. Sofern die Pandemie heuer nicht endet. Endet sie mit 2022, dann soll erst im Jahr 2023 die Mietzinserhöhung kommen, aber unter dem Ausschluss der Inflation von 2020 und 2021.
  • Weg mit befristeten Mietverträgen, sodass Banken, Versicherungen und Immobilienkonzerne zukünftig nur mehr unbefristet vermieten dürfen.
  • sowie keine Provisionen für Maklerinnen und Makle für Wohnungssuchende bei der Vermittlung von Mietwohnungen sowie mehr geförderter Wohnbau.



Maklerprovision - Auftraggeber bezahlen


Gerade letzteres wurde von Justizministerin Alma Zadic erhöht. Mit Anfang nächsten Jahres soll die Maklerprovision für Wohnungssuchende Geschichte sein. Dies war auch jene Forderung von Arbeiterkammer und Mietervereinigung, Wohnungssuchende in ihrer Suche das Leben ein wenig einfacher zu machen. So zahlen Mieterinnen und Mieter in 85% der Fällen die Maklerprovisionen, die in den meisten Fällen zwei Bruttomonatsmieten betragen.

Künftig soll das nicht mehr so sein, denn es zahlt wer den Makler bestellt und wurde am Dienstag dem 22.3.2022 in einer Pressekonferenz verkündet. Das können zwar auch Mieter sein aber in der Regel stellt dies nicht die Mehrheit dar. Bis du Käufer und somit auf der Suche nach einer Eigentumswohnung wirst du NICHT von dieser Änderung profitieren.


Was kannst du gegen die Mietzinserhöhung tun?

Prinzipiell kannst du als Mieter gegen die geplante Mietzinserhöhung nichts tun. Hast Du jedoch
als Mieter die Vermutung, zu viel Miete zu bezahlen, dann besteht die Möglichkeit, deinen Richtwertmietzins zu überprüfen. Dies kannst du über das Bezirksgericht überprüfen lassen, sofern du in keinem Neubau wohnst. Denn bei frei finanzierten Neubauwohnungen bestimmt der Markt den Preis, das heißt, dass Vermieter den Preis beliebig hoch ansetzen kann. Womöglich auch ein Grund, weshalb das Angebot an Neubauwohnungen nicht nur in der Steiermark überwiegt. Eine weitere Möglichkeit sind kostenlose Vorabrechner zum Beispiel von der Mietervereinigung, der dir einen Vorabcheck deiner Miete ermöglicht oder ein Beratungsgespräch direkt bei der Mietervereinigung.

Tags

Sponsoren