Der gefährliche Schulweg

Aufregung bei steirischen Eltern

Bürgermeister Mitterdorf an der Raab, Franz Kreimer


Aufregung in Mitterdorf an der Raab

Ein kleiner Ort mit knapp über 2000 Einwohnern und einer vielbefahrenen Straße, die mitten durch geht: die B72.


Hier fahren täglich tausende Pendler zwischen Graz und Weiz - genauer gesagt an die 7600 Fahrzeuge. Das Problem: Genau an dieser vielbefahrenen Straße befinden sich unter anderem eine Volksschule und ein Kindergarten!

Um zur Schule oder zum Kindergarten zu gelangen, müssen die Kinder die B72 gleich zweimal überqueren - ohne Zebrastreifen, ohne AMPEL, ohne Schullotsen. Ganz schön gefährlich!

Im Juli ist das Öffi-Netz zwar ausgebaut worden, aber die Busse bringen die Kinder nur bis zur Haltestelle. Diese liegt aber an einer unübersichtlichen Stelle - gleich nach einer Kurve. Hier müssen die Kinder dann die Straße überqueren. Für die Eltern der Gemeinde eine Katastrophe.

Aktuell werden die Kinder von örtlichen Busunternehmern wieder direkt bei der Schule abgeliefert.
Den Eltern kostet diese Schülerfreifahrt nichts. Der Gemeinde Mitterdorf dafür einiges. Genauer gesagt - 55.000 Euro. Um eine Förderung zu bekommen, sind gewisse Richtlinien einzuhalten.
Da heißt es im Gesetz: ein Fußweg bis zu 2 Kilometer ist zumutbar. Ganz gleich wie der ausschaut.

Und genau da haben wir das nächste Problem: denn viele Kinder in Mitterdorf wohnen im Umkreis von zwei Kilometern und könnten ohne weiteres zu Fuß zur Schule gehen. Somit haben sie keinen Anspruch auf eine Schülerfreifahrt.

Bis Ende des Jahres übernimmt die Gemeinde noch die Kosten. Dann muss eine Lösung her.



In St. Oswald bei Plankenwarth haben Eltern Angst um ihre Kinder

Auch in St. Oswald ist der klassische Schulbus ist eingestellt worden.  Kleinkinder müssen ohne Gehsteig ein paar hundert Meter entlang der Landstraße stapfen, um zu den Linien Bushaltestellen zu gelangen.  Ein Brennpunkt ist die Haltestelle beim Hofpirkaweg schildert Michaela Klug, Mutter einer achtjährigen Tochter. Viele fahren dort auf der Landesstraße viel zu schnell, die Straße wird als Abkürzung nach Hitzendorf benützt. Michaela Klug hofft auf schnelle Veränderungen zur Sicherheit der Kinder.

Der Bürgermeister in St. Oswald Andreas Staude ist auch nicht glücklich mit der aktuellen Situation, vor allem mit den Bestimmungen, ab wann ein Schüler Gelegenheitsverkehr gefördert wird. 

Aktuell unterstützt die Gemeinde den Schulbus mit 22.000 Euro und schaut auch, dass der Schulbus im kommenden Jahr bezahlt werden kann. So können zumindest die meisten Kinder sicher in die Schule gebracht werden. Trotzdem wird versucht die Busverbindungen zu verbessern, damit wirklich alle Gesund in die Schule und wieder nachhause kommen.

Die gehsteiglose Landstraße in St. Oswald