Das Bergwerk von Mežica

Helmuth Weichselbraun

LOST PLACES

LOST PLACE - DVIGRAD - Bergwerk von Mežica


Außergewöhnliche Ausflugstipps und Entdeckungsreisen mit den Buchautoren Georg Lux und Helmuth Weichselbraun. Diesmal geht’s in das Bergwerk von Mežica in Slowenien. 

Was macht man in einem riesigen seit 1994 stillgelegten Bergwerk? Im nordslowenischen Mežica hatte man gleich zwei kreative Ideen: Besucher können die Stollen im Rahmen geführter Touren mit dem Mountainbike erkunden. Und wer mehr Mut mitbringt steigt ins Kanu und entdeckt den teilweise gefluteten Teil der „Unterwelt“.

Das Wasser hat man nicht extra eingelassen. Es drückt von allein in die tiefer gelegenen Gänge. Früher wurde es abgepumpt, nun bildet es unterirdische Flüsse und einen See. Platzangst habe noch keiner bekommen, beteuern die Betreiber der Touristenattraktion. Klar. Klaustrophobe Besucher schaffen es nicht bis zum Wasser. Sie quittieren das Abenteuer schon beim Einsteigen in die authentischen Mini-Waggons, mit denen es 3,5 Kilometer in den Berg hinein geht. 

Zu Fuß geht es dann 80 Höhenmeter hinunter zum Wasser, über 250 nicht nur steile, sondern auch schmale Stufen. Ein Seitenstollen dient als „Umkleidekabine“. Das Anziehen der dort bereitgelegten grünen Neoprenanzüge ist im Vergleich zum Anmarsch eine Entspannungsübung. Acht bis zehn Grad hat das Wasser, in man im Anschluss steigt, um das Kanu zum Ausgangspunkt der Tour zu schieben. 

Beeindruckend: Die in den Fels gesprengten Gänge weiten sich immer wieder zu Hallen, in denen sich das Licht unserer Stirnlampen verliert. Sie sollen bis zu 100 Meter hoch sein. Dann werden die Stollen plötzlich wieder so niedrig, dass man sie nur im Boot liegend passieren kann. Der Helm kratzt an der Decke. Die kleinen Steine, die sich dabei lösen, schlagen mit einem beunruhigenden Geräusch am Plastikboden des Kanus auf.

Deshalb gehört zur Tour auch ein Stamperl Schnaps – danach.



Kanu- und Mountainbiketouren durch das aufgelassene Bergwerk von Mežica sind nur nach Voranmeldung möglich. Für weniger abenteuerlustige, aber dennoch interessierte Besucher gibt es ein Schaubergwerk und ein „klassisches“ Museum, das den Alltag der Bergleute schildert. Die Öffnungszeiten sind saisonal sehr unterschiedlich, weshalb man sich darüber am besten im Internet informiert.

Podzemlje Pece, Glančnik 8, 2392 Mežica,  www.podzemljepece.com/de

Mehr Lost Places findet ihr auf der Facebookseite der Autoren und in den Büchern der beiden:

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