Coronavirus Expertenstunde

Hier gibt es alles zum Nachhören!

Das war die expertenstunde

Am Donnerstag, den 27. Februar, war Prim. Dr. Klaus Vander bei den Antenne Muntermachern zu Gast! Er ist Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie und ärztlicher Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie.


(c) Foto Furgler

Hier gibt es die ganze Livestunde zum Nachhören:

Welche Symptome treten beim Coronavirus auf?

Die Symptome sind so ähnlich wie bei einer Grippeinfektion: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Atembeschwerden.

Was ist zu tun, wenn man in einer der betroffenen Regionen war? 

Wenn beide Faktoren, also Aufenthalt in einer betroffenen Region und Krankheitssymptome, passen, dann bitte nicht sofort in eine Ordination oder Ambulanz gehen, sondern die Nummer 1450 - das Gesundheitstelefon - wählen und dort wird die Rettungs- oder Versorgungskette eingeleitet.

Sind auch Kinder gefährdet?

Nach aktuellem Wissensstand besteht für Kinder eigentlich ein sehr niedriges Risiko.
 Ein höheres Risiko haben derzeit hauptsächlich ältere Mitmenschen beziehungsweise Menschen mit Vorerkrankungen.

Wie läuft die Behandlung für Infizierte ab?

Letztendlich gibt es - ähnlich wie bei anderen viralen Erkrankungen – auch hier primär den Weg, die Erkrankung symptomatisch zu behandeln, also Fieber senken und unter Umständen Flüssigkeit zufügen. Derzeit gibt es schon in Erprobung befindliche Therapien, die gerade evaluiert werden.

Angeblich wird schon ein Impfstoff an Tieren getestet, stimmt das?

Es gibt schon die ersten Laborversuche und auch schon erste Daten, die einen Hoffnungsschimmer zeigen. Trotzdem muss man die Erwartungen ein wenig dämpfen. Bis so ein Impfstoff in ausreichender Sicherheit an Menschen angewendet werden kann, sind viele Tests erforderlich. Hier muss man sicher noch von einiger Zeit ausgehen, bis dieser Impfstoff für die breite Anwendung an der Bevölkerung verfügbar sein wird.

Wie wichtig ist die Händedesinfektion?

Das ist eine zu empfehlende Maßnahme – natürlich vor allem für alle Mitarbeiter in Gesundheitsberufen.
 Für die Bevölkerung reicht Händewaschen mit Wasser und Seife aus.

Gibt es noch etwas, dass wir tun können, um uns in den nächsten Tagen etwas „sicherer“ zu fühlen?

Zu empfehlen sind generell Allgemeinmaßnahmen, die für alle Übertragungswege von Husten, Schnupfen, Heiserkeit gelten können. Heißt: Nach dem Niesen oder Husten bitte Hände waschen, immer ein Taschentuch vor den Mund halten und bitte nicht dauernd mit der Hand ins Gesicht fahren. Da die Hände als Übertragungsmittel für Viren gelten, die wir auf Oberflächen aufschnappen. Wenn wir in der U-Bahn gefahren sind und dann mit dem Finger herzhaft an den Augen reiben, ist das natürlich jetzt gerade nicht ganz ideal.

Müssen Menschen mit Asthma und Co. noch mehr aufpassen?

Chronische Lungenerkrankungen stellen einen Risikofaktor für Infektionen der Atemwege dar. Das gilt aber nicht exklusiv für das Coronavirus, sondern eigentlich für alle Infektionsmöglichkeiten der Atemwege. 

Welche Vorerkrankungen zählen zur Risikogruppe?

Letzten Endes sind das alle chronischen Erkrankungen. Chronische Herzerkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes Mellitus, Tumorerkrankungen, Erkrankungen mit hochgradiger Immunsuppression  - sie alle sind empfänglich für eine Infektionskrankheit.

Das Coronavirus gibt es ja schon länger. Warum ist das Virus jetzt so aggressiv?

Die Gruppe der Coronaviren ist eine Gruppe von Viren, die uns schon seit Jahrhunderten begleitet. Dagegen hat die Bevölkerung auch großteils Immunität. Was an dieser Virusversion aber das Besondere ist, ist, dass sie eben den Sprung vom Tier auf den Menschen geschafft hat und somit der Mensch noch überhaupt keine Immunität verfügt. 

Wie ist die Heilungschance, wenn man mit dem Virus infiziert ist?

Anhand der vorliegenden Daten wissen wir, dass in etwa über 80% der Infizierten eigentlich einen klinisch milden Verlauf haben. Das heißt, nur Risikogruppen haben wieder eine höhere Wahrscheinlichkeit auf schwerere Erkrankungsverläufe. 

Es kann also sein, dass man zuhause mit Schnupfen und Husten sitzt, ein bisschen fiebert, sich nichts dabei denkt und das Coronavirus hat, aber nach einer Woche schon wieder alles vorbei ist?

Ja, das kann so sein und wird unter Umständen auch so sein. Das ist eine Art und Weise, wie unser Körper tagtäglich mit Infektionen umgeht und führt auch dazu, dass der Körper Immunität aufbauen kann und somit für neuerliche Infektionen besser gerüstet ist.

Sind Hamsterkäufe notwendig? Also sollen wir uns alle mit Lebensmitteln eindecken?

Aus aktueller Sicht ist das nicht nötig, nein.

Letzte Frage: Muss man bei Paketen aus China beziehungsweise Italien vorsichtig sein?

Nein, derzeit gibt es keinen fundierten Hinweis darauf, dass von Oberflächen, bzw. Paketen, eine relevante Infektionsgefahr ausgeht.

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