Blaues Licht beim Handy

Darum können wir nicht durchschlafen

Die tägliche Routine 


Vor dem Schlafen gehen nochmal zum Handy greifen – für viele gehört das zur abendlichen Routine. Dabei belegen Studien, dass LED-Licht bzw. „blaues Licht“ unseren Schlafrhythmus stören kann.

Jeder kennts: Abends im Bett noch schnell Facebook und Instagram checken, ein Youtube-Video anschauen oder die Mails lesen. Und zack – schon ist man wieder munter und überhaupt nicht müde. Es ist das blaue Licht, das das Sandmännchen vertreibt.


Warum leuchten Displays überhaupt blau?


Die meisten Hersteller stimmen ihre Displays in Mobilgeräten auf eine kühlere Darstellung ab, damit diese möglichst hell wirken. Weil ein kühles (bläuliches) Weiß heller wirkt als ein warmes (gelbliches) Weiß, sind gerade Smartphone-Displays ziemlich blaustichig.


Erschwert blaues Licht das Einschlafen?


Unser Gehirn produziert während des gesamten Tages geringe Mengen des Schlafhormons Melatonin. Wenn es dunkel wird, steigt die Produktion an und wir werden müde. Bei Menschen mit einem festen Schlafrhythmus erhöht sich die Melatoninproduktion bereits zwei Stunden vor dem Start der gewohnten Schlafphase. Wenn jetzt künstliches „blaues Licht“ in das Auge dringt, wird das Melatonin wieder abgebaut und die Müdigkeit verringert sich. Heißt also: Man schläft später schlechter und auch später ein.


Wie sollte ich mein Mobilgerät abends nutzen?


Schlafmediziner Markus Blaukovitsch empfiehlt seinen Patienten, dass sie das Handy um spätestens 8 Uhr weg legen, wenn sie um 10 Uhr ins Bett gehen.
Wer auch abends nicht auf sein Smartphone oder Tablet verzichten möchte, sollte den Blaulichtanteil reduzieren. Viele Hersteller bieten in ihren Mobilgeräten einen Modus an, der den Blaulichtanteil der Bildschirme verringert.

Auch beim Fernsehen sind wir dem blauen Licht ausgesetzt. Da wir aber im Optimalfall weiter weg sitzen – ist die Auswirkung nicht so extrem wie etwa beim Handy. Aber auch hier gilt: Bei Schlafproblemen die Glotze einfach mal aus lassen am Abend.

Die Auswirkung des blauen Lichtes ist bei jüngeren Menschen übrigens noch intensiver als bei älteren Menschen, hat uns Schlafmediziner Markus Blaukovitsch im Antenne Interview erzählt.

Bevor man also ins Bett geht, besser ein Buch lesen als den hundertsten fragwürdigen Facebook-Post lesen. Dann schläft man schneller ein, schläft durch und ist in der Früh nicht so gerädert.