Beißkorbpflicht?

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Rottweilerklub für Beißkorbpflicht 

Nach dem tödlichen Biss eines Rottweilers, dem ein 17 Monate alter Bub zum Opfer gefallen ist, hat sich nun der Österreichische Rottweilerklub für eine Beißkorbpflicht ausgesprochen.

"Die Leine reicht insofern nicht, denn es könnte ja passieren, dass der Hundebesitzer stolpert, dass ihm die Leine auskommt. Ich glaube auch, wir Hundebesitzer sollten dem Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft Rechnung tragen", sagte Georg Sticha von einem Landesklub für Rottweiler.

BeißkorbpflichT nur für Listenhunde?

Hunde wie Rottweiler, Pitbullterrier oder Bullterier werden auch als Listenhunde bezeichnet. Dabei handelt es sich um sogenannte auffällige Hunderassen (Kampfhunde).

Sticha zeigte sich skeptisch, was Verschärfungen nur für Tiere auf der Liste betrifft: "Der Großteil der Hundebisse oder Unfälle mit Hunden passiert nicht mit Listenhunden, wie die Statistik zeigt, sondern mit Vertretern der anderen Hunderassen. Aus dem Grund würden diese Listenhundegesetze nicht ihren Zweck erfüllen."

So sieht das auch Harald Zehetner vom Österreichischen Rottweilerklub. Alle Hunde sollten verpflichtend einen Maulkorb tragen, aber die Pflicht sollte nur an Plätzen gelten, an denen es größere Menschenansammlungen gibt. Etwa in Einkaufszentren, Parks, bei Kindergärten und Schulen.

Laut den Experten schaden ein Maulkorb dem Hund nicht. 


Hundeprofi gegen Maulkorbpflicht

Andreas Gomsi betreibt die Martin Rütter Hundeschule in Graz und war auch schon in der Sendung „der Hundeprofi“ auf VOX eingeladen, um sich um einen Problemhund zu kümmern. Gomsi spricht sich gegen eine Maulkorbpflicht aus: "Es gibt eine Studie der medizinischen Universität Graz. Die besagt, dass über 74% aller Vorfälle, wo Menschen verletzt worden sind, im häuslichen Umfeld stattgefunden haben. Und auch der Hund war dem Opfer bereits bekannt."

Ein weiterer Teil der Studio besagt, dass über 46% der Vorfälle im Rahmen der Fütterung und Streicheleinheiten passieren.

ALTERNATIVE LÖSUNG
Andreas Gomsi sieht eine andere Lösung vor. Eine bessere Schulung, eine einheitliche Pflicht – etwa ein Hundeführerschein – sollte etabliert werden. Der Hundehalter sollte den Umgang mit dem Hund lernen, die Körpersprache und Kommunikation schulen. Und auch der Hund sollte von Anfang gut erzogen werden.

ERZIEHUNG FÜR HUNDEHALTER UND HUNDE
Hundehalter sind für ihre Hunde verantwortlich. Dementsprechend müssen sie sich und den Hund auf Menschenmassen, Kinder usw. vorbereiten. Aber es sollte auch jedem bewusst sein, dass man einen Hund nicht einfach streicheln kann – das sollten besonders auch Kinder von ihren Eltern lernen.

WOHER WEISS MAN, OB HUNDEHALTER FÜRE INEN HUND GEEIGNET SIND?
Gomsi spricht hier von zwei wichtigen Aspekten: Zum einen das Kräfteverhältnis – dieses sollte ausgeglichen sein. Der Hunderhalter sollte dazu in der Lage sein, den Hund an der Leine halten zu können. Der zweite Aspekt ist die generelle Verantwortung und Reife. Eine gewisse Altersuntergrenze wäre hier sinnvoll. Der Hund im Besitz eines 12-jährigen Mädchens etwa, ohne die Mitverantwortung der Eltern, geht auf keinen Fall.

Steiermärkisches Landes-Sicherheitsgesetz

Wenn du mit deinem Hund an öffentlich zugänglichen Orten wie Parkanlagen, Plätzen oder Lokal unterwegs bist, dann muss dein Hund einen Maulkorb tragen, oder du ihn an der Leine führen. Das dient dazu, dass du jederzeit die Kontrolle über den Hund hast.

Ausgenommen sind Flächen, die als Hundewiesen gekennzeichnet und eingezäunt sind.

Der Maulkorb muss so beschaffen sein, dass der Hund weder beißen noch den Maulkorb vom Kopf abstreifen kann.

Eine generelle Maulkorbpflicht für Hunde gibt es allerdings nicht.


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