Baby fast verhungert

Symbolfoto

Prozess in Graz: Eltern verurteilt

Nur Stunden bis zum Tod


Nur wenige Wochen alt war das Baby, als die Eltern den Säugling zum Jahreswechsel 2019 auf 2020 fast verhungern haben lassen. Das Baby trank zu wenig Muttermilch und verlor dadurch massiv an Gewicht. Nur noch Stunden fehlten bis zum Tod.

Von Anfang an wurden die Eltern mehrfach darauf hingewiesen, dass sie dem Baby Nahrung zufüttern müssten. Da die Familie aus Syrien stammt und kaum Deutsch spricht, war auch ein Dolmetscher bei den Gesprächen anwesend.

Mutter dachte, sie darf nicht ins krankenhaus

Die Mutter des kleinen Mädchen gab vor Gericht an, dass sie laut ihrem Bekanntenkreis gedacht hatte, dass das Baby erst mit Geburtsurkunde in einem Krankenhaus, oder bei einem Arzt versorgt werden kann. "Wir haben auf die Papiere gewartet und uns nicht ausgekannt", sagte sie gegenüber der Richterin. 

Nachdem sie die Geburtsurkunde erhalten hatten, gingen sie mit der kleinen am 7. Jänner zu einer Kinderärztin. Die Ärztin schlug sofort Alarm! Das kleine Mädchen hatte nur mehr 1.840 Gramm, ihre Körpertemperatur war bereits auf unter 34 Grad Celsius gesunken und der Herzschlag war kaum noch vorhanden. Das Mädchen kam mit rund 2.600 Gramm zur Welt.

Eltern verurteilt

Am 25.08. wurden die Eltern am Landesgericht Graz verurteilt. Die Richterin sprach beide Elternteil schuldig wegen des Vergehens des Vernachlässigens und Quälens einer Unmündigen. Beide haben sieben Monate Freiheitsstrafe bedingt auf drei Jahre erhalten. 


Ich glaube ihnen nicht, dass sie nicht wussten, dass sie nicht einfach ins Krankenhaus gehen können. 


Beide nahmen das Urteil an. Das Urteil ist rechtskräftig.

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