Angst vor Asbest im Murtal

Der gefährlich Staub

Aufregung im murtal

Seit 5 Jahren wird darüber diskutiert eine Verhüttungsanlage in Zeltweg bauen. In Kraubath soll Gestein abgebaut werden - in Zeltweg dann weiterverarbeitet. Eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung dafür gibt’s schon. Das Gestein darf trotz Asbest abgebaut werden. Die Gegner befürchten eine Asbest-Wolke, die das Murtal verschlingen könnte. Der gefährliche Stoff hält sich über tausende von Jahren in der Luft und den Böden.

Modell des Minex-Werkes © Rendering: pittino & ortner

Besteht eine mögliche Asbestgefahr durch das geplante Verhüttungswerk von Minex in Zeltweg? 

Von den Grünen und der „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Aichfeld“ ist gegen den positiven UVP-Bescheid des Landes Steiermark berufen worden. Neben 80 Einzelpersonen legten unter anderem auch Greenpeace und der WWF Beschwerde ein. Die Abteilung 13 des Landes Steiermark eine die Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht. Diese ist positiv vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt worden. Dadurch wäre der Bau des Verhüttungswerkes genehmigt.

Bürgerinitiative gibt nicht auf

Die Bürgerinitiative will alle rechtlichen Möglichkeiten bis zum EuGH ausschöpfen. Es gab eine Revision gegen den Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts. „Angeschlossen haben sich auch der WWF und der Naturschutzbund“, berichtet Obmann Stöhr. Minex wird somit ein Fall für den Verwaltungsgerichtshof in Wien. Dieser prüft aber nichts Inhaltliches mehr, sondern nur mehr, ob es Verfahrensfehler gegeben hat.

Warum ist Asbest so gefährlich?

Lange Zeit galt es als Wunderbaustoff und wurde überall verwendet, mittlerweile ist die fatale Wirkung auf die Gesundheit bekannt.

Asbest fördert bildung von tumoren

Entgegen der landläufigen Meinung löst Asbest nicht Lungenkrebs aus, sondern gelangt durch die Lunge in eine Zellschicht, die sämtliche inneren Organe umgibt, ins Mesothel. Das Lymphsystem kann die langen und spitzen Asbestfasern aber nicht entfernen, weshalb sie dort hängen bleiben und das Gewebe immer wieder verletzen. 

Obwohl Asbest an sich chemisch harmlos ist, lösen diese Mikroverletzungen eine Immunreaktion aus: Entzündungssignale werden ausgesandt und weiße Blutkörperchen angelockt. Im entzündeten Mesothel-Gewebe werden Signalstoffe für die Wundheilung aktiviert. Diese regen gleichzeitig aber auch die Zellteilung an und fördern damit die Bildung von Tumoren.

Forschung an Mäusen

Dies fanden Forscher aus der Schweiz heraus, indem sie in Experimenten Asbestfasern in die Bauchhöhle von Mäusen injizierten, in der sich ebenfalls ein Mesothel befindet. Zudem stellten die Wissenschafter eine Häufung von Mutationen in der RNA - einer Art Arbeitskopie der DNA - fest. Die Forscher gehen davon aus, dass unter anderem dadurch die Immunreaktion gedämpft wird. Das Resultat: Entstehende Tumorzellen werden nicht mehr konsequent bekämpft und es kann Krebs entstehen. 

Sehr ähnlich funktioniert dies auch bei Menschen, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF), der die Studie finanziell gefördert hat, mitteilte. In den Tumoren von Patienten mit einem schlechten Krankheitsverlauf war das Enzym, das die RNA mutiert, in größeren Mengen vorhanden. Dies zeigt eine Analyse einer entsprechenden Gendatenbank 

"Bisher war der von Asbest verursachte Krebs eine Blackbox" 

Wird Emanuela Felley-Bosco in der Mitteilung zitiert. Die Forscherin arbeitet am Labor für Molekulare Onkologie des Universitätsspitals Zürich, das an der Studie maßgeblich beteiligt war. 

Die Resultate seien nützlich, um schon die frühen Signale der Entzündung zu erkennen und eine spezifische Therapie gegen den Mesothel-Krebs zu entwickeln. "Eine Therapie gegen die Hemmer des Immunsystems ist ein vielversprechender Ansatz", so Felley-Bosco.

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