Album der Woche

Vance Joy – „Nation Of Two“

VANCE JOY – „Nation Of Two“

Wer sich schon selbst den Künstlernachnamen Joy, also Freude, verpasst, der sollte im wirklichen Leben wohl besser kein Griesgram sein. Ist der Mann, der vor 30 Jahren als James Gabriel Wanderson Keogh in Melbourne geboren wurde und 2015 der Welt die gefällige Single "Riptide" schenkte, auch nicht. Vance Joy besitzt ein einnehmendes Wesen. Noch mehr über den Menschen erfährt, wer sich sein neues und zweites Album "Nation Of Two" zu Gemüte führt, insbesondere das melodische "Little Boy" . Ein autobiografischer Song, wie er sagt. "Ich war acht oder neun, als ich vom Rad fiel, ohnmächtig wurde und einer meiner vorderen Schneidezähne in zwei Hälften zerbrach. Danach brauchte ich eine Woche nicht in die Schule zu gehen, das hat sich also irgendwie gelohnt, und der Zahn ist jetzt ein künstlicher." Nach seinem sehr erfolgreichen Debütalbum "Dream Your Life Away" würden sich andere bei den hohen Erwartungen, die nun auf dem Nachfolgealbum lasten, verrückt machen. Vance Joy machte sich locker. Er flog zum Songschreiben ein bisschen in der Weltgeschichte herum, traf sich in Malibu etwa mit Dan Wilson, der bereits als Co-Autor für Adele oder die Dixie Chicks tätig war und bastelte mit ihm das rasante "We’re Going Home". Auch das heitere Ukulele- und Handclapping-Stück "Saturday Sun" oder das romantische "Call Me If You Need Me" macht, dass der Hörer den Grill anzünden, das Bierchen kaltstellen und das Planschbecken befüllen will.


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