Wort des Jahres 2018

Schweigekanzler

Der Nachfolger von "Vollholler" Steht fest

Zum österreichischen Wort des Jahres ist - bereits zum zweiten Mal - der "Schweigekanzler" gewählt worden. Bei dieser Bezeichnung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) handelt es sich um einen "terminologischen Wiedergänger", hieß es von der Jury. Das Unwort des Jahres wurde " Datenschutzgrundverordnung". 

Während im Jahr 2005 der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel über Wochen überhaupt keine öffentliche Äußerung von sich gab, vermeide Bundeskanzler Kurz wiederholt jedwede Reaktion zu für ihn unangenehmen Themen und zu Handlungen und Äußerungen von Mitgliedern der Koalitionspartei, bei denen die Öffentlichkeit eine klärende Aussage des Bundeskanzlers erwarten durfte. Dies habe ihm die Titulierung "Schweigekanzler 2.0" durch einen führenden Politologen eingetragen, erläuterte die Jury.

Platz zwei belegt "Nichtrauchervolksbegehren" und Platz drei holt sich der Hashtag "#metoo".

Weitere Kandidaten waren

Die Kandidaten für das UnWort des Jahres


"PONYZEI"

Wegen ihrer "Originalität" verdienen nach Ansicht der Experten auch die Plätze vier und fünf eine besondere Erwähnung. Die Begriffe "Ponyzei" und "Gaulreiter" thematisieren beide die umstrittene Anschaffung von Pferden für die Polizei. Letzterer stellt zudem ein Wortspiel mit der Vorlage "Gauleiter" dar.

"Oida" als Jugendwort des Jahres

Das Jugendwort 2018 - mit 2.606 aus 7.436 abgegebenen Stimmen - wurde "Oida". Das genuin österreichische Wort werde schon seit längerem verwendet, der Umfang seiner Bedeutungen sei jedoch größer geworden, erklärte die Jury. Er reiche vom erstaunten Ausruf mit verschiedenen Bedeutungen bis hin zu einer wenig verhüllten Drohung. Diese "semantische Vielseitigkeit und universelle Einsetzbarkeit in vielen kommunikativen Situationen" sei es, die es zu einem "echten Jugendwort" macht. Zum Sieg habe möglicherweise auch der Umstand beigetragen, dass ein junger Mann für die Verwendung des Wortes im Gespräch mit einem Polizisten unverständlicherweise eine Verwaltungsstrafe von 100 Euro aufgebrummt bekommen habe, führte die Jury aus.

Oida setzte sich gegen nice und Bellgadse durch.

PANTONE 16-1546

Übrigens: Es gibt sogar eine Farbe des Jahres. Korallenrot.



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