WAS TUN BEI VERSPANNUNGEN 2.0

HANDYNACKEN UND SMARTPHONEDAUMEN

Verspannung 2.0 – Handynacken und Smartphonedaumen

Unser Smartphone ist unser täglicher Begleiter. Ohne den Alleskönner in der Handtasche oder Hosentasche fühlen wir uns nicht mehr komplett. Dementsprechend oft nutzen wir unser Handy auch. Dass das für unsere Augen nicht das Beste ist wissen wir bereits und auch die Strahlung ist nicht unbestritten.

Jetzt warnen Orthopäden aber vor den nächsten körperlichen Problemen, die durch unsere Smartphones auftreten können – der Handynacken und der Smartphonedaumen.

WAS IST DAS?

Durchschnittlich nutzen wir unser Smartphone schon fast drei Stunden pro Tag. Das heißt auch, dass wir den Blick und damit unseren Kopf nach unten zum Handy senken. Darin sehen Mediziner nun langfristig ein Problem. Diese Sorge der Orthopäden ist auch gar nicht unbegründet. Einfach gesagt wird unsere Wirbelsäule durch den Blick nach unten sehr strapaziert. Im Durchschnitt wiegt der Kopf eines Erwachsenen 5 Kilo, halten wir unser Smartphone normal vor dem Körper erhöht sich Belastung auf bis zu 15 Kilo.  Wenn wir das Handy nur knapp vor dem Bauch halten und nach unten schauen, muss unser Nacken das Sechsfache des Normalgewichts, also fast 30 Kilo stützen.

UND DASS KANN LANGFRISTIGE FOLGEN AUCH HABEN?

Ja, Verspannungen sind oft nur der Anfang, in weiterer Folge kann es zu Nacken und Bandscheiben-Problemen kommen. Atem oder Verdauungsbeschwerden können auch von der Kopfhaltung stammen. Schließlich werden Luft- und Speiseröhre beim Blick nach unten eingeklemmt.

ABER DER MENSCH IST DOCH EIN „GEWOHNHEITSTIER“?

Ob das in dieser Situation so gut ist, ist die andere Frage. Natürlich passen sich unsere Muskeln den Belastungen an, Forscher und Ärzte gehen aber davon aus, das spätere Generationen die schon früh mit der Smartphone Nutzung beginnen einmal breite, so genannte Stiernacken bekommen.

WAS KANN ICH GEGEN BESCHWERDEN TUN?

Am besten wäre es einfach öfter deinen Blick in die Welt hinaus zu richten und nicht aufs Smartphone. Wenn du aber schon Schmerzen im Nackenbereich hast, helfen Lockerungsübungen:

Übung 1:

Du setzt dich auf einen Hocker. Der Rücken ist aufgerichtet. Die Knie stehen über dem Mittelfuß. Die Füße sind hüftbreit aufgestellt und haben einen guten Bodenkontakt. Die Hände liegen mit der Handfläche nach oben auf den Oberschenkeln.

Dann musst du den Kopf abwechselnd langsam nach rechts und nach links neigen. Wichtig: Den Kopf nicht drehen! Die Nasenspitze ist immer nach vorne gerichtet. 3 Mal in jede Seite.

Übung 2:

Aufrecht stehen, die Arme hängen lassen und darauf achten, dass die Schultern abgesenkt sind. Dann beide Arme ausgestreckt heben und darauf achten, dass die Schultern abgesenkt bleiben. Arme anheben bis sie im rechten Winkel vom Körper sind. Das sieht dann aus wie die Tragflächen eines Flugzeuges. In dieser Endposition solltest du dann ein leichtes Ziehen im Bereich des Nackens und der Schultern spüren. Diese Position für 20 Sekunden halten und die Übung dann ein paar Mal wiederholen.

DER HANDYDAUMEN

Doch nicht nur unser Nacken leidet wenn wir unser Smartphone zu oft nutzen, auch unsere Hände werden belastet vor allem der Daumen.

Beim Schreiben, Schieben, Spielen, Wischen ist unser Daumen im Dauerstress und führt häufige und schnelle Bewegungen aus, die er nicht gewohnt ist. Wer es mit dem Schreiben etc. übertreibt, verspürt oftmals zunächst einen dumpfen Schmerz beim Tippen und den anderen sich immer wiederholenden Bewegungen, bei denen meist nur der Daumen beansprucht wird.

Oft führen solche ungewohnten Belastungen zu Sehnenscheidenentzündungen. Die müssen im schlimmsten Fall operativ behandelt werden.

Mit einigen Übungen kannst du deinen Daumen entlasten:

Übung 1:

Schmerzenden Daumen und Zeigefinger zusammenführen bis sie sich berühren. Mit dem Zeigefinger gegen den durchgestreckten Daumen drücken, Spannung halten, langsam bis 10 Zählen und die Übung dann bis zu 10 Mal wiederholen.

Übung 2:

Den Mittelhandknochen des schmerzenden Daumens kräftig drücken. Bis 5 zählen, Druck lösen und 10 Mal wiederholen.

Übung 3:

Daumen und Handgelenk nach oben strecken und so lange beugen, bis die Finger Richtung Decke weisen. Bis 5 zählen und dann Richtung Boden beugen.

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