Start der Zeckensaison

So schützt du dich

Zeckensaison: Krankheits-Risiko und Vorbeugungs-Tipps 


Zwischen Frühjahr und Winter sind sie auch in Kärnten wieder unterwegs. Sie sitzen in hohem Gras, Laub auf dem Waldboden und an Büschen, wo sie auf einen vorüberkommenden Wirt warten, um sich dann von ihm abstreifen zu lassen. Die Rede ist von Zecken. Der Biss an sich ist harmlos und nicht schmerzhaft, birgt jedoch ein gewisses Krankheitsrisiko. Was aber kann nun passieren und wie sieht richtige Vorbeugung aus? 

Die Gefahren


FSME: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis 

Es gibt einige Regionen in Österreich, in denen das Risiko einer Infektion mit FSME nach einem Zeckenstich höher liegt als in anderen Gebieten. Auch Kärnten gehört laut roteskreuz.at zu den Risikogebieten. Allgemein gilt: In einem Risikogebiet für FSME sind zwischen 0,1 und fünf Prozent der Zecken mit dem Virus infiziert. Daher ist es schwierig, ein konkretes Risiko zu nennen. 

Wer von einer Zecke gestochen wird, die den Virus in sich trägt, erkrankt nicht zwingend schwer. Zwischen siebzig und 95 Prozent der Infizierten bleiben frei von Beschwerden oder leiden lediglich unter der ersten Phase der Krankheit. Bei Kindern sind in den meisten Fällen leichte Verläufe zu beobachten, die einer Sommergrippe ähneln. 

Infizieren sich Erwachsene mit dem FSME Virus, kann es zunächst zu grippeartigen Symptomen wie 

kommen. Diese bessern sich nach etwa einer Woche. In vielen Fällen ist die Krankheit damit bereits ausgestanden. Teilweise jedoch kann es passieren, dass nach einer Woche ein neuer Fieberanstieg erfolgt und es zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder auch des Rückenmarks kommt. In diesem Fall kann es zu Lähmungen und neurologischen Schäden kommen. Von 100 Patienten mit einer Beteiligung des Nervensystems stirbt statistisch betrachtet einer. 

Interessant: Wissenschaftler fanden heraus, dass schwere Verläufe der Erkrankung mit dem Alter der Patienten zunehmen. Auch sind Männer deutlich häufiger hiervon betroffen als Frauen. Warum das so ist, ist bislang jedoch unklar. 

Auch wenn das Risiko, von einer FSME-infizierten Zecken gestochen zu werden und anschließend zu erkranken recht gering ausfällt, wird eine Impfung gegen das Virus empfohlen. Vor allem Menschen, die in Risikogebieten wie Kärnten wohnen oder hier häufiger Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, sollten mit ihrem Arzt über die Impfung sprechen. Gegebenenfalls übernimmt auch die Krankenversicherung die Kosten für den dreimaligen Piks. 

Lyme-Borreliose: Häufiger als FSME

Handelt es sich bei FSME um einen Virus, sieht das bei der Lyme-Borreliose ganz anders aus. Hier nämlich werden durch infizierte Zecken spiralförmige Bakterien auf den Menschen übertragen, die dann eine Infektionserkrankung auslösen können. Erneut sind auch in diesem Fall die Wahrscheinlichkeiten interessant: 

So sind je nach Gebiet bis zu dreißig Prozent der Zecken mit Borreliose infiziert. „Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen, charakterisiert durch die sogenannte Serokonversion, also das Auftreten von Antikörpern im Blut. Nur ein kleiner Teil der Infizierten erkrankt.“ (Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html) Mit Symptomen müssen laut Robert Koch Institut zwischen 0,3 und 1,4 Prozent der Menschen, die von einer Zecke gebissen wurden

Kommt es dennoch zu einer Borreliose, so ist diese häufig anhand der sogenannten Wanderröte wenige Tage bis Wochen nach dem Stich zu erkennen. Hier breitet sich eine ringförmige Rötung rund um die Stichstelle aus, kann aber auch an anderen Körperstellen zu sehen sein. Weitere Symptome, die einem grippalen Infekt ähneln, können sich hinzugesellen. Nun sollte der Arzt aufgesucht werden. Er verschreibt ein Antibiotikum, das die Erreger eliminiert. 

Bleibt die Borreliose allerdings unbehandelt, kann es zu weiteren Stadien kommen, in denen die Nerven, das Herz oder auch die Gelenke befallen werden. Für Erkrankte kann dies einen langen Leidensweg bedeuten.

Gegen Borreliose kann nicht geimpft werden. Hier ist eine Verhinderung von zeckenbissen also am wichtigsten. Hat eine Zecke zugestochen, sollte diese außerdem zügig entfernt werden, da Borrelien in den ersten Stunden nach dem Stich meist noch nicht übertragen werden.

So schützt du dich


Stechen Zecken erst gar nicht zu, lässt sich das Infektionsrisiko minimieren. Hier ist es wichtig, einige Tipps gegen Zecken zu kennen und beim Wandern oder auch im Garten bestimmte Verhaltensregeln zu berücksichtigen. Die vier wichtigsten Maßnahmen: 

Lange Kleidung tragen 

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte lange Hosen tragen. Auch im Sommer empfiehlt sich das, denn so gelangen die Zecken nicht sofort auf die nackte Haut. Bei Wanderhosen, die campz.at genauer beschreibt, finden sich oft Funktionsmaterialien, die auch beim Wandern in warmen Monaten für angenehme Belüftung sorgen. Außerdem wichtig: Festes Schuhwerk und Socken, in die die Hose hineingesteckt werden kann. 

Bestimmte Stellen meiden

Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern finden sich meist dort, wo sie sich leicht abstreifen lassen können. In hohem Gras, Gebüsch oder auch Laubhaufen ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen solchen Blutsauger zu treffen, hoch. Daher sollten beim Wandern breite Wege bevorzugt werden. 

Repellents nutzen

Es gibt Sprays, die Zecken abhalten können. Ihre Wirkung beschränkt sich meist auf wenige Stunden, was sich bei einfachen Wanderungen oder Naturausflügen aber als ausreichend erweist. Solche Sprays sollten stets nach Packungsanleitung verwendet werden. Sie können sowohl auf die Haut als auch auf die Kleidung gesprüht werden. 

Absuchen 

Alle bisherigen Vorsichtsmaßnahmen sind zweifellos sinnvoll. Dennoch kann es passieren, dass sich die ein oder andere Zecke dennoch einen Weg unter die Kleidung bahnt und auf die Suche nach einer passenden Einstichsstelle sucht. Da diese Suche ein wenig dauern kann, sollte nach dem Aufenthalt in der Natur eine gründliche Zeckensuche erfolgen. Es ist wichtig, den gesamten Körper abzusuchen und auch in den Kniekehlen, Achselhöhlen sowie am Haaransatz und hinter den Ohren nachzusehen. So lässt sich der Holzbock doch noch rechtzeitig finden. 


Gestochen, was nun? 

Für viele Menschen ist die Entdeckung einer festgesaugten Zecke bei sich selbst oder ihren Kindern ein kleiner Schock. Panisch reagieren sollten sie aber nicht. Besser ist es, die Zecke behutsam zu entfernen und nicht auf ihr herumzudrücken oder sie mit Öl oder Klebstoff zu beträufeln. 

Mit Zeckenkarten, -zangen und gewöhnlichen Pinzetten kann die Zecke dicht an der Haut gegriffen und senkrecht nach oben abgezogen werden. Verbleiben Reste in der Haut, ist das normalerweise nicht weiter schlimm, kann aber dem Arzt gezeigt werden. Die Stelle sollte nach der Entfernung desinfiziert werden. Bei Entzündungen, starkem Juckreiz, Schwellungen und Rötungen ist der Arzt der richtige Ansprechpartner.

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