Sonnenmythen im Check

Was ist richtig und was falsch?

Es wird heiß und sonnig in Kärnten! ☀️

Zeit, um ein paar Sonnenmythen aufzuklären. Können wir die Sonnencreme aus dem Vorjahr wiederverwenden? Ist teure Sonnencreme besser? Hält doppeltes Eincremen auch wirklich doppelt? Wir haben die Antwort auf diese und noch viele weitere Fragen.


1. Die Sonnencreme aus dem Vorjahr Kann ich wiederverwenden

Das ist nicht die beste Idee. Wenn Luft in die Tube kommt, kann der Schutzfaktor mit der Zeit abnehmen. Genauso auch, wenn die Sonnencreme oft in der Sonne und der Hitze liegt. Wie lange man eine Sonnencreme nach dem Öffnen maximal nutzen sollte, dazu findet sich meistens eine Angabe auf der Packung. Das entsprechende Symbol ist eine geöffnete runde Dose, in der zum Beispiel die Angabe „12 M“ steht. Das bedeutet, dass das Mittel nach dem Öffnen mindestens zwölf Monate haltbar ist. 


2. Im Schatten brauche ich keine Sonnencreme

Wo Sonnenlicht ist, da sind auch UV-Strahlen. So kommen beispielsweise unterm Sonnenschirm noch rund 50 Prozent der Sonnenstrahlen an. Besondere Vorsicht ist am Strand angesagt: Sand und Wasser reflektieren das Licht und verstärken die UV-Belastung sogar. Und auch im Schatten eines Baumes kannst du einen Sonnenbrand bekommen.  


3. Tattoos brauchen besonderen Sonnenschutz

Ein frisches Tattoo sollte grundsätzlich vor der Sonne geschützt werden, da der natürliche UV-Schutz kurz nach dem Stechen geschädigt ist. Aber auch ältere Tattoos können empfindlich auf UV-Strahlung reagieren und brauchen einen zuverlässigen Schutz. Spezielle Produkte für tätowierte Haut sind aber nicht notwendig. Handelsübliche Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor reichen aus. Nebenbei gelten ausgiebige Sonnenbäder generell als Tattoo-Killer, da UV-Strahlen die Farbpigmente aufspalten und das Tattoo vorzeitig verblasst. Bei der Aufspaltung können außerdem krebserregende Stoffe freigesetzt werden, die über das Lymphsystem in den gesamten Körper dringen können.


4. Gute Sonnencreme kostet immer mehr

Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Sonnencremes, Sonnenmilch, Sprays und Lotionen aus Apotheken, Supermärkten, Drogerien sowie Discountern. Die Ergebnisse zeigen: Die Qualität des Sonnenschutzmittels hängt nicht vom Preis ab. Günstige Produkte aus dem Discounter sind sogar häufig Testsieger.

5. Kokosöl schützt vor Sonne

Häufig wird Kokosöl als leichtes und natürliches Sonnenschutzmittel beworben. Und tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Kokosöl eine sogenannte photoprotektive Wirkung mit einem Lichtschutzfaktor von circa 7 besitzt. Allerdings ist dieser Faktor zu gering, um die Haut effektiv vor UV-Strahlen zu schützen. Kokosöl kann daher nicht als Sonnenschutzmittel bezeichnet werden.


6. Doppelt Eincremen hält auch doppelt

Ein gefährlicher Irrtum, denn der Schutz der Sonnencreme lässt sich nicht verdoppeln. Rötet sich die Haut ohne Sonnenschutzmittel beispielsweise nach fünf Minuten in der Sonne, verlängert ein Lichtschutzfaktor (LSF) 20 die Schutzzeit um das etwa 20-Fache, also auf 100 Minuten. Danach ist das Maß an UV-Strahlen, das die Haut verträgt, voll. Experten empfehlen darüber hinaus, spätestens nach zwei Drittel der errechneten Sonnenzeit in den Schatten zu gehen. Warst du schwimmen oder hast du stark geschwitzt, solltest du natürlich immer nachcremen.


7. Solariumbräune hilft gegen einen Sonnenbrand

Nein, denn unsere Haut "merkt" sich jede UV-Belastung, also auch die von Solarien. Solarien filtern zwar die UV-B-Strahlen weitestgehend heraus. Aber gerade die Sofortpigmentierung, die durch UV-A-Strahlen entsteht, ist gefährlich. Außerdem gilt: Jede UV-Belastung kann später zu Schäden führen - egal, ob UV-A oder UV-B.


8. Braune Haut ist gesund 

Ein gebräunter Teint gilt als vital und besonders attraktiv. Ausgiebiges Sonnenbaden ist daher sehr beliebt, ebenso wie die Bräune aus dem Solarium. Tatsächlich aber ist die Bräunung eine Abwehrreaktion der Haut, um schädigende UV-Strahlen abzuhalten. Jede Bräune – egal ob natürlich oder künstlich – zeigt an, dass die Haut verletzt wurde. Eine gesunde Bräune gibt es also nicht. 


9. Lippen können keinen Sonnenbrand bekommen

Falsch. Lippen sind sogar sehr sonnenbrandgefährdet. Die Haut dort ist sehr dünn, empfindlich und kann auch kein schützendes Melanin produzieren. Die Lippen brauchen deshalb besonderen Schutz, zB. durch spezielle Pflegegestifte. Dieser Lippenschutz sollte regelmäßig nachversorgt werden, denn durch Sprechen, Trinken und übliche, meist unwillkürliche Zungenbewegung über die Lippen, werden die Schutzeffekte der Lippenpräparate allmählich gemindert. Falls es dennoch zu ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes kommt, hilft zunächst eine sanfte Kühlung der betroffenen Hautpartien. Dabei ist zu beachten, dass Eiswürfel oder Kühlpads oft zu frostig-kalt sind. Dadurch können sich zu den Verbrennungen dann eher sogar Unterkühlungen und Entzündungen gesellen. Kühlende Gels, zum Beispiel auf Basis von Aloe Vera sind sanfter. Zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes der Haut, auch der Lippenhaut, ist Trinken von Wasser empfehlenswert.


10. Sonnencreme bietet den besten Schutz vor Hautkrebs

Experten warnen: Viele Menschen wiegen sich nach dem Eincremen in falscher Sicherheit und übertreiben leichtfertig das Sonnenbaden. So kann Sonnencreme selbst zum Risikofaktor werden, insbesondere dann, wenn sie auch noch zu sparsam aufgetragen wird. Als Richtlinie gelten mindestens 30 Milliliter Sonnencreme für den gesamten Körper. Das ist fast eine halbe Flasche.

Darüber hinaus schützt Sonnencreme zwar vor der ultravioletten Strahlung (UV-A und UV-B). Seit einiger Zeit steht aber auch die Infrarotstrahlung der Sonne unter Verdacht, Zellen in tiefer liegenden Hautschichten zu schädigen und die Hautalterung zu beschleunigen. Sonnenschutzmittel leisten daher einen wichtigen Beitrag, einem Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. Allgemein gilt: Nicht nur Sonnenbrände erhöhen das Risiko, an  Hautkrebs zu erkranken , sondern jeder längere Aufenthalt in der Sonne.


11. Ein weißes Baumwollshirt schützt am besten vor Sonne

Ein T-Shirt gegen die Sonneneinstrahlung zu tragen, ist grundsätzlich sinnvoll. Den besten Schutz bieten aber dunkle Shirts aus chemischen Materialien. Das liegt zum einen daran, dass schwarzer Stoff ganze 97 Prozent aller Strahlung absorbiert. Und zum anderen, dass chemische Materialien durch ihre engmaschige Herstellung und Verarbeitung besser vor Sonne schützen können als Naturfasern, die in Herstellung und Verarbeitung nicht verändert werden können.


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