Sommerkleidung kann Job kosten

Dresscode in der Arbeit und die Folgen

Bei Temperaturen über 30 Grad schmelzen wir in der Arbeit in langer Hose und Hemd dahin - einige müssen ja auch ohne Klima-Anlage arbeiten. Also nichts wie rein in die kurze Hose, ins Hawaii-Hemd und die Flip-Flops und ab ins Büro...

Aber halt, Stopp! Da hat auch der Chef noch ein Wörtchen mitzureden!

Wir haben bei der Arbeiterkammer nachgefragt, ob es gesetztliche Einschränkungen bei Arbeitskleidung gibt, welchen Folgen drohen, wenn wir uns an die Weisungen unseres Vorgesetzten nicht halten.


Wolfram Lechner von der Kärntner Arbeiterkammer im Antenne Kärnten-Interview:


Welche Einschränkungen gibt es bei Kleidung am Arbeitsplatz?

Einschränkungen ergeben sich in erster Linie aus dem Arbeitnehmer-Schutzrecht - für den Schutz von Gesundheit, Leib und Leben - also rund um Helm, Schutzkleidung oder Gesichtschutz. Das muss - zum Beispiel auf der Baustelle - getragen werden.

Wie schaut es im Büro aus?

Was den persönlichen Geschmack bei Kleidung angeht, spielt die Erwartung des Verkehrs, also die Erwartung der Kundschaft eine Rolle. Wie erwartet sich ein Kunde mich anzutreffen? Ein Steuerberater wird wohl nicht mit Hawaii-Hemd und Shorts im Büro sitzen, sondern mit langer Hose und Hemd. Hier kann der Arbeitgeber anordnen, dass auch im Sommer angebrachte Kleidung getragen wird.

Welche Unterschiede gibt es?

Letztendlich ist das von Branche zu Branche verschieden. Sofern es nicht im Vorheinein vertraglich geregelt ist, kann der Chef Weisungen aussprechen - diese müssen aber zur Branche passen.


Kann es Folgen haben, wenn ich mich trotzdem anders anziehe?

Ja kann es und das ist auch rechtlich so gedeckt. Wenn der Arbeitgeber eine Weisung ausspricht und ich absichtlich dagegen verstoße, ist das ein Kündigungsgrund.

Hat es das schon einmal gegeben?

Ja - in einer Bank. Ein Mitarbeiter hat immer eine große Goldkette getragen - der Arbeitgeber wollte das aber nicht. Wenn sich der Mitarbeiter dagegen stellt, ist das ein Entlassungsgrund.

Kommt das oft vor?

Grundsätzlich ist der Ratschlag das Gespräch zu suchen und das ganze nicht auf die Spitze treiben zu lassen. Dass sich Arbeitgeber und -Nehmer hier in die Haare kommen ist zum Glück selten - die Fälle sind überschaubar.

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