Sichere Fahrt zum Schulstart

So wird der Weg in die Schule sicherer

Mit dem Rad gemeinsam in die Schule 🚲


Mit dem Schulstart steht auch der tägliche Weg zur und von der Schule auf dem Programm. Schulkinder sind dabei oftmals mit dem eigenen Rad dabei. Wir haben die wichtigsten Infos rund um Kinder am Schulweg für dich! 👇

Foto: ÖATMC_APA-Fotoservice Martin Hoermandinger

 

Ab wann darf mein Kind alleine fahren?

Kinder unter 12 Jahren müssen von den Eltern oder einer Aufsichtsperson (mind. 16 Jahre alt) begleitet werden. Alleine dürfen jüngere Kinder nur mit einem Radfahrausweis fahren.

Darf mein Kind auf dem Gehsteig fahren?

Nur Kinderfahrräder dürfen auf dem Gehsteig fahren (dazu zählen Fahrräder mit einem Felgendurchmesser von 30 Zentimer). Alle anderen müssen auf der Fahrbahn bzw. dem Radweg fahren.

Wie nehme ich mein Kind sicher auf dem Rad mit?

Jüngere Geschwister im Kindergartenalter werden oft auf dem Fahrrad der Eltern mitgenommen. Dafür gibt es unterschiedliche Systeme. Für alle Varianten gilt: 

 

Die Systeme im Überblick

* Kindersitz: Ein Kindersitz darf in Österreich nur hinter dem Fahrradsattel angebracht werden und muss fest mit dem Rahmen verbunden sein. Es darf nur ein Kind bis zum Alter von acht Jahren befördert werden. Verstellbare Fußstützen, Speichenschutz und Gurtsystem sind verpflichtend.
"Ein Kindersitz ist günstig, Platz sparend, einfach zu transportieren und man bleibt wendig. Allerdings wird das Fahrrad durch den höheren Schwerpunkt instabil, das Kippverhalten ist deutlich verändert", fasst ÖAMTC-Juristin Eva Unger zusammen. Ein robuster Fahrradständer, z. B. ein Mittelbauständer, verbessert die Stabilität im Stand, z. B. beim Aufsitzen. 

* Anhänger: Mit dem Fahrrad darf nur ein einachsiger Anhänger gezogen werden, in dem bis zu zwei Kinder sitzen dürfen. Gewöhnungsbedürftig ist, dass man die Kinder nicht im Blick hat – dafür können viele Modelle in einen Kinderwagen umgebaut werden. Zu beachten ist sowohl die Breite, besonders bei einem Anhänger für zwei Kinder, als auch die Gesamtlänge von Rad und Anhänger. Am Fahrrad selbst muss ein Ständer montiert sein. Ein Anhänger muss für den Personentransport ausgestattet sein: mit einer geeigneten Rückhalteeinrichtung, mit einer Abdeckung der Speichen und Radhäuser, die gegenüber Hinausbeugen und Beinkontakt mit der Fahrbahn wirksam ist sowie mit einer 1,5 m hohen, biegsamen Fahnenstange inklusive leuchtfarbenem Wimpel. Der Anhänger muss zudem über eine Feststellbremse oder eine Radblockiereinrichtung, die auf beide Räder wirkt, eine unabhängige Lichtanlage, rotes Rücklicht, Rückstrahler vorne weiß, hinten rot (bei Anhängerbreite über 60 cm zwei Stück) und seitlich gelb, verfügen.

* Lastenfahrrad: Ein Lastenfahrrad verfügt über eine Transportkiste, die vor oder hinter dem Lenker angebracht sein kann. Sie muss vom Hersteller für den Kindertransport freigegeben und mit Gurten ausgestattet sein. "Mit einem Lastenrad kann man mehrere Kinder transportieren und hat zusätzlich Platz für Einkäufe. Bei Frontmontage hat man die Passagiere auch immer im Blick", betont die ÖAMTC-Juristin. Die Nachteile: Meist sind Lastenfahrräder teurer als Anhänger und Kindersitz. Erleichterung kann bei diesem schweren Gefährt ein Elektromotor bringen. Der Transport in U-Bahn, Zug oder Auto ist hingegen eher schwierig.

 

TIPP: Denke daran, dass sich das Fahrverhalten  ändert, wenn du ein Kind auf dem Rad mitnimmst. Übe also am besten vor dem ersten Versuch mit einem Gewicht, das ungefähr so schwer ist wie das Kind. 


Der erste Schulweg


Der Schulbeginn heißt für viele Kinder, dass sie sich das erste Mal auf den Weg in die Schule machen. Wir haben ein paar Tipps für dich, wie du den Schulweg mit deinem Kind üben kannst & auf was du achten solltest.

🗺️ Schulweg trainieren

Der Schulweg sollte regelmäßig geübt werden - aber ohne das Kind zu überfordern oder ihm Angst zu machen. Auch sollen Kinder lernen, Gefahren zu erkennen – aber dabei auch nicht überängstlich und damit unsicher werden. 


🚶‍♀️VERHALTEN VORZEIGEN UND KOMMENTIEREN

Erwachsene haben immer eine Vorbildwirkung! Achte also immer darauf, dass du dich an die Regeln im Straßenverkehr hältst. Das beginnt bereits beim Aussteigen aus dem Auto, beim Überqueren der Straße, bis hin zur gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Daher aktiv und deutlich erkennbar die richtigen Verhaltensweisen vorzeigen und durch lautes Vorsprechen dabei auch erklären.


🚸 Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste

Auch wenn der Weg mit den ampelgeregelten Kreuzungen oder Schülerlotsen länger ist, solltest du deinem Kind diesen Weg zeigen. Tipp: Gehe bei der Kreuzung in die Hocke, so siehst du Gefahrenquellen aus der Sicht deines Kindes, die du sonst vielleicht übersehen würdest.


💡 Kurze Merksätze

Lerne mit deinem Kind am besten kurze Merksätze ein, wie "Rot = Stopp" an der Fußgängerampel oder "Zebrastreifen = Warten". Diese kurzen Sätze kann sich ein Kind leichter merken, als lange Erklärungen.


🍳 Wach und aufmerksam

Genügend Schlaf und ein ausgewogenes Frühstück sind wichtig für Schulkinder - so können sie sich beim Schulweg besser konzentrieren und sind wachsamer.

😌 KEIN STRESS

Achte darauf, dass dein Kind nicht spät dran ist und sich beeilen muss. So hat es genug Zeit um sich sicher zu verhalten. Auch für den Rückweg, solltest du nicht zu starre Zeitlimits ausmachen.


🚗 REFLEKTOREN AUF DER KLEIDUNG

Helle und bunte Kleidung sind oft zu wenig - Kinder sollten auf der Tasche, den Schuhen und der Kleidung reflektierende Materialen haben, damit sie besser von Autofahrern gesehen werden.


🎒 SCHULTASCHE NICHT ZU SCHWER PACKEN

Die Schultasche sollte nicht schwerer sein als ein Zehntel des Körpergewichtes. Eine zu schwere Tasche kann die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ablenken oder die Beweglichkeit einschränken.


🚦 ACHTUNG AN AMPELN UND ZEBRASTREIFEN

Erkläre deinem Kind, dass auch andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen können und es auch bei einer grünen Ampel oder bei einem Zebrastreifen stehen bleiben und vorsichtig gehen muss.


🚌 SCHULWEG MIT ÖFFIS

Wenn dein Kind mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule fährt, übe vorher das Verhalten an Haltestellen und in Öffis.

Kinder alleine am schulweg - was ist erlaubt?


"Ab welchem Alter Kinder alleine unterwegs sein dürfen – zu Fuß, mit Öffis, Rad, Scooter & Co. – ist nur teilweise klar geregelt. Generell gilt die Aufsichtspflicht für Erziehungsberechtigte bis zum 18. Lebensjahres des Kindes. Mit zunehmendem Alter können die Eltern ihre Aufsicht aber lockern", erklärt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer.

Das Jugendschutzgesetz gibt den zeitlichen Rahmen vor: Seit Anfang des Jahres 2019 ist die Ausgehzeit für Kinder und Jugendliche erstmals österreichweit einheitlich festgelegt: Bis zum 14. Lebensjahr dürfen sie bis 23 Uhr alleine unterwegs sein. Voraussetzung ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten im Rahmen des Aufenthaltsbestimmungsrechts  - sie dürfen ihren Kindern auch strengere Ausgehzeiten vorschreiben, jedoch keine großzügigeren.

Grundsätzlich obliegt viel der Einschätzung der Erziehungsberechtigten: Sie müssen entscheiden, ob ihre Kinder schon dazu in der Lage sind, alleine unterwegs zu sein. Andernfalls müssen Erziehungsberechtigte für eine geeignete Begleitung sorgen. "Ab wann Kinder alleine zu Fuß in die Schule gehen dürfen, liegt also im Ermessen des Erziehungsberechtigten. In jedem Fall haben diese die Pflicht, Schulkinder über Risiken am Schulweg aufzuklären und diesen gemeinsam zu üben", so Hoffer.

Alleine in Bim, Bus und Bahn – ab 6. Geburtstag bzw. Schulpflicht erlaubt

Öffentliche Verkehrsmittel dürfen Kinder im Prinzip ab dem 6. Geburtstag alleine nutzen. So findet sich in den Beförderungsbedingungen maßgeblicher  Verkehrsbetriebe, z. B. Wiener Linien, Grazer Linien und Linz AG, der Hinweis, dass Kindern unter sechs Jahren die Benützung der Anlagen und Fahrzeuge ohne Begleitung eines Erwachsenen nicht gestattet ist. "Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass schulpflichtige Kinder nach den Beförderungsbestimmungen im Nahverkehr allein reisen dürfen, die entsprechende Einschätzung der Eltern vorausgesetzt", hält der ÖAMTC-Jurist fest.

Alleine mit Rad, Scooter & Co – ab 12 Jahren erlaubt, mit Radfahrausweis ab zehn bzw. ab neun Jahren bei Besuch der vierten Klasse

Eindeutig geregelt ist die Altersgrenze bei der Nutzung von Rad & Co. "Unter zwölf Jahren dürfen sich Kinder grundsätzlich nur unter Aufsicht eines mindestens 16-jährigen Begleiters im öffentlichen Verkehr auf Fahrrädern, Scootern, Skates und Rollern bewegen", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Eine Ausnahmeregelung gilt für Kinder mit Radfahrausweis. Diesen können Kinder ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr nach Ablegung einer Prüfung erwerben. Kinder, die schon in der vierten Schulstufe sind, können schon ab neun Jahren den Ausweis bekommen.

Alleine mit Taxi und Mietwagen – bis 14 Jahre nur mit Zustimmung der Eltern

Kostenpflichtige Fahrdienste sind zwar als täglicher Weg in die Schule nicht üblich; aber durchaus eine Option, wenn beispielsweise die Fahrt von der Schule zu einer privaten Sport- oder Musikveranstaltung nicht anders organisiert werden kann. "Wird ein kostenpflichtiger Fahrdienst von einem Erwachsenen bestellt und bezahlt, dürfen Fahrer Kinder mitnehmen", weiß der ÖAMTC-Jurist. Anders ist das, wenn Kinder selbst aktiv werden. "Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 14 Jahren gelten als 'beschränkt geschäftsfähig'. Das heißt, sie dürfen ohne Zustimmung der Eltern nur kleinere Käufe tätigen. Ein Taxi oder einen kostenpflichten Fahrtdienst zu bestellen, ist zwar heutzutage kinderleicht. Wenn aber jetzt Kinder über eine App oder auch telefonisch ein Taxi bestellen, also ein Geschäft eingehen und dazu ihren Aufenthaltsort ändern, bedarf eine Fahrt im Taxi, Mietwagen jedenfalls der Zustimmung der Eltern", macht der Experte des Mobilitätsclubs aufmerksam.

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