Niki Lauda ist tot

Die Formel 1 Legende wurde 70

DER ÖSTERREICHISCHE SPORT HAT EINEN SEINER GRÖSSTEN VERLORE

Viele Schicksalsschläge hat Niki Lauda bravourös gemeistert, nach einer im Sommer 2018 vorgenommenen Lungentransplantation kämpfte er aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen. Am Montag verstarb er nur wenige Monate nach seinen 70. Geburtstag im Kreis seiner Familie.

"In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019 im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist", teilte die Familie in einer E-Mail in der Nacht auf Dienstag mit. "Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle. Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen", hieß es.

Kenntnis über den Tod hatte auch bereits Walter Klepetko, Operateur bei Laudas Lungentransplantation Anfang August 2018 im Wiener AKH. "Niki Lauda ist gestorben. Ich muss das bestätigen", sagte er Dienstagfrüh.

DER NATIONALHELD ALS KULTFIGUR 

Bekannt und auf der ganzen Welt berühmt geworden ist der dreifache Formel-1-Weltmeister und Flug-Unternehmer Andreas Nikolaus Lauda als "Niki" Lauda. Geprägt hat ihn auch sein rotes "Kapperl", das ihn zum Phänomen und bekanntesten lebenden Österreicher neben Arnold Schwarzenegger gemacht hat.

Geboren wurde Lauda am 22. Februar 1949 in Wien als Sohn einer Industriellenfamilie. Dass er sich wegen seiner Motorsport-Leidenschaft mit einem Teil der wohlhabenden Familie überwarf, konnte die letztlich größte österreichische Autorennfahrer-Laufbahn nicht verhindern. Lauda finanzierte sich über Bankkredite selbst und legte eine von Rundstreckenrennen über die Formel 3 und Formel 2 bis in die Formel 1 führende Karriere hin.

In der "Königsklasse" debütierte Lauda im August 1971 als 21-Jähriger in einem March auf dem Österreichring. Es war dennoch der Beginn einer weltweit einzigartigen Karriere mit dramatischem Feuer-Unfall 1976 sowie den drei Weltmeistertiteln 1975, 1977 und 1984. Eine Motorsport-Karriere, der Lauda nach seinem endgültigen Rücktritt 1985 eine turbulente, wirtschaftliche Laufbahn als Flugunternehmer folgen ließ.

Es sind neben den 25 Grand-Prix-Siegen in der Formel 1 sowie den unternehmerischen Erfolgen aber vor allem auch die dramatischen Ereignisse, die Lauda zu einer Ausnahme-Erscheinung gemacht haben. Etwa der schwere Feuerunfall am 1. August 1976 auf dem Nürburgring, nach dem der regierende Weltmeister aus Österreich bereits die Letzte Ölung erhalten hatte und dennoch 42 Tage später in Monza schon wieder am Start war. Um die Unfallnarben am Kopf zu verdecken, begann er, eine rote Kappe aufzusetzen. 


FILMBIOGRAFIE "RUSH" ERFOLGREICH AN DEN KINOKASSEN 

Zweifelsohne das bekannteste Kunstwerk über den am Montag im Alter von 70 Jahren verstorbenen Lauda ist Ron Howards Filmbiografie "Rush - Alles für den Sieg" aus 2013. Oscar-Preisträger Howard ("A Beautiful Mind") widmet sich darin der legendären Rivalität zwischen Lauda und seinem Formel-1-Kollegen James Hunt, wobei der Film weniger durch seine spektakulären Rennszenen in die Filmgeschichte einging, als durch die schauspielerische Leistung von Daniel Brühl. Der deutsche Kinostar und Frauenschwarm lieferte als Lauda-Wiedergänger eine gänzlich unpeinliche und überraschend authentische Interpretation des Rennfahrers ab. Und so wurde "Rush" auch an den Kinokassen zum veritablen Erfolg, spielte das Werk bei einem Budget von 38 Mio. US-Dollar doch 90 Mio. US-Dollar ein.

SEINE BEKANNTESTEN ZITATE

"Diese kleine Welt der Zirkusaffen." (Lauda über die Formel 1) 

"Es gibt tausende junger Burschen, die schneller Autofahren können als ich. Aber ich sitze in einem Ferrari."

"Mein ganzes Leben war so etwas wie ein Spiel. Ich bin immer Risiken eingegangen, da brauche ich keine Glücksspiele." (Lauda auf die Frage, ob er gerne in Casinos geht)

"Kimi mag ab und zu mal einen trinken. Aber wir haben früher nach jedem Rennen gesoffen."

"Ein gebranntes Kind kann auch Angst vor dem Wasser haben."

"Es ist nicht einfach, perfekt zu sein. Aber einer muss es ja sein."

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