Kürbis vs. Beton

Wie viel schützt ein Helm wirklich?

Nach dem autofreien Tag am Wörthersee findet „Ossiacher See autofrei“ diesen Sonntag (03.10.) um den Ossiacher See und Feldkirchen statt. Zeit sich das wichtigste "Accessoire" beim Radfahren bzw. Skaten anzusehen: Den Helm. Wie viel schützt er wirklich? Ist es den Aufwand wert, sich noch einen zu besorgen? Sieh dir hier das Video an 👇

Kunibert Kürbis macht den selbsttest


Österreich hat keine gesetzliche Radhelmpflicht für Erwachsene - in Klagenfurt haben 2019 von 14.500 beobachteten Radfahrern nur 16% einen Helm getragen. Aber wie viel schützt der Helm wirklich? Ben aus Kärntens bestgelaunter Morgenshow hat es mit freundlicher Unterstützung von unserem Freund "Kunibert Kürbis" ausprobiert.

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Woran merke ich, dass mich mein Fahrradhelm nicht mehr schützt?

Fahrradhelme haben kein Ablaufdatum, dennoch sollte man seinen Fahrradhelm regelmäßig auf Risse, Löcher oder Dellen überprüfen. Auch, wenn die meisten Fahrradhelme bestimmt ein Leben lang halten würden, raten Experten sie im Abstand von drei bis sechs Jahren auszutauschen.

ProblemHinweise
Risse- sind bei den meisten Helmen gut zu erkennen
- der Helm sollte ausgetauscht werden, sobald das Obermaterial gerissen ist
Löcher- sind ein weiteres Risiko
- nehmen die Stabilität aus dem gesamten Helm
- außenschale wird beeinträchtigt
Dellen- sind ein weiteres Risiko
- nehmen die Stabilität aus dem gesamten Helm
- außenschale wird beeinträchtigt 

 

Walter Otto, Leiter technische Entwicklung und technischer Helpdesk beim ÖAMTC, hat uns Tipps gegeben, wie du erkennst, ob dein Helm noch schützt:

Du solltest den Helm außen ansehen, ob er bereits verbleicht ist, ob das Innenleben eingedrückt verbeult oder porös ist – spätestens dann ist der Helm zu tauschen. Auch das UV-Licht der Sonne beschädigt den Helm außerhalb. 

In Folge eines Sturzes können am Fahrradhelm Mikrorisse entstehen, diese sieht man mit bloßem Auge nicht, also solltest du den Helm zur Sicherheit tauschen.

Auch die Befestigungsgurte des Helms sind sehr wichtig – diese solltest du auch kontrollieren, ob diese ausgefranst oder zerrissen sind – auch dann Helm tauschen.

Fahrradhelme haben kein Ablaufdatum – aus Erfahrungswerten wird von 5-6 Jahren gesprochen, nach denen der Helm getauscht werden soll 

Beim Fahrradhelmkauf: er soll eine gute Passform haben, also er darf nicht verrutschen oder wackeln – unbedingt beim Kauf anprobieren – der Helm sollte das Prüfzeichen EN1078 aufweisen, damit bist du auf der sicheren Seite


GRÜNDE FÜR K(EINEN) FAHRRADHELM

  • Ein Fahrradhelm zerstört die Frisur
    Es gibt genug Frisuren, die man unter einem Helm tragen kann und die dabei nicht kaputt gehen (z.B. Zöpfe – sind robust und sehen gut aus)

  • Man schwitzt viel mehr mit einem Helm
    Radfahren ist ein Sport und da ist es normal zu schwitzen. Der Körper erbringt eine Leistung und im Sommer ist es zusätzlich heiß. Da schwitzt man eben. Und der Helm kann einen vor einem Sonnenstich schützen.

  • Fahrradhelme sind hässlich
    Heutzutage gibt es Helme in allen möglichen Farben und Formen. Nicht alle sind hässlich – Helme können auch modisch zum Outfit passen.

  • Man fühlt sich mit einem Fahrradhelm wie ein Kleinkind
    Helme schützen nicht nur kleine Kinder, die Rad fahren, sondern alle Radfahrer. Kinder sehen zu Erwachsenen auf und wenn diese keinen Fahrradhelm tragen, was ist das dann für ein Vorbild. Helme schützen. Und selbst wenn man kein Kind ist, man kann dennoch Kopfverletzungen erleiden.

  • Fahrradhelme sind unhygienisch und stinken nach mehrmaligen tragen
    Die meisten Fahrradhelme kann man waschen. Man kann z.B. Innenpolster/Pads abmachen und reinigen.
  • Fahrradhelme drücken und sind unbequem
    Wenn der Helm die korrekte Größe hat, zur Kopfform passt und richtig eingestellt ist, dann sollten solche Probleme nicht auftreten.

  • Ein Fahrradhelm kostet Geld
    Verletzungen kosten mehr Geld als ein Fahrradhelm und durch diesen werden solche Verletzungen vermieden. Weiteres gibt es bereits viele preiswerte Modelle.

  • Es kostet Zeit einen Fahrradhelm aufzusetzen
    Das Aufsetzen des Helms wird nach einiger Zeit zur Gewohnheit und dann kostet es kaum noch Zeit den Helm aus dem Schrank zu holen.

  • Das Transportieren eines Fahrradhelmes ist viel zu aufwendig
    Entweder man befestigt den Helm mit am Fahrradschloss oder, wenn man einen Rucksack mitführt außen am Rucksack. Für einen Lebensretter findet man allemal etwas Platz.

  • Man ist ein sicherer Fahrradfahrer und baut bestimmt keinen Unfall
    Sogar Profis sind oft in Fahrradunfälle verwickelt. Unfälle passieren oft unverhofft und durch Fremdeinwirkung. Mit dem Können hat das nichts zu tun.

die wichtigesten Statisiken zu radfahr-helmen

  • Österreich hat keine gesetzliche Radhelmpflicht für Erwachsene.
  • Von 14.500 beobachteten Radfahrern trugen 38 % der Österreicher einen Helm. In Klagenfurt haben nur 16 % einen Helm getragen.
  • Beim Fahren von Freizeitstrecken (z.B. Neusiedlersee) ist Helmtragequote deutlich höher. Bei 2.300 beobachteten Radfahrern trugen 58% Helm (62% davon Männer und 52% Frauen).
  • 57% verunglückter Radfahrer ohne Helm erlitten schwere bis tödliche Kopfverletzungen. Bei Radfahrern mit Helm sind es 26%.
  • 2020 sind laut Statistik Austria 9.348 Radfahrer verunglückt. Grund: Unachtsamkeit, Ablenkung, Vorrangverletzung, Missachten von Geboten und Verboten.
  • Im Kreuzungsbereich oft Missverständnisse und Fehlverhalten – Kollisionen mit abbiegenden Kraftfahrzeugen können dramatisch enden.
  • Alleinunfälle haben mit 70% deutlich zugenommen – ein Drittel aller Fahrradunfälle.
  • Ein Drittel der getöteten Radfahrer verstarben bei Unfällen im Kreuzungsbereich.