Kein Tricksen mit dem Impfpass

Behörden schauen genau hin

Am 19. Mai soll es bei den Öffnungen schon möglich sein, mit dem so genannten grünen Impfpass ins Lokal oder zu Kultur-Veranstaltungen zu gehen. Doch es kommen immer mehr Begriffe wie "Türsteher-App",... auf und dazu auch noch verschiedenste Verwendungsarten des neuen Impfpasses, der zukünftig auch digital verwendbar sein soll.

Hier ein Überblick über die Funktionsweisen und die Aufklärung, ob Schummeln, wei ein "Schwänzen" der zweiten Impfung möglich ist.


Ab 19. Mai ins Lokal  - so geht's


Bin ich ein Mensch zweiter Klasse, wenn der grüne Pass kommt, ich aber kein Smartphone besitze bzw. mit digitalen Anwendungen nichts am Hut habe?

Nein, versichern Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger bei einem gemeinsamen Termin unisono. „Wir schließen niemanden aus“, erklärt Köstinger. „Wir nehmen jeden mit, auch wenn er kein Smartphone hat“, ergänzt Mückstein. So wie jetzt auch schon bei den diversen Tests braucht niemand ein digitales Endgerät. Papier reicht.


Wie komme ich ohne Handy ins Lokal, in die Oper, zum Masseur?

Wer ab 19. Mai in die Oper, ins Wirtshaus, zum Friseur gehen will, legt entweder den gelben Impfpass oder einen Impfnachweis vor. Wer sich testen lässt, weist sich mit dem auf Papier ausgedruckten Testergebnis aus. Wer Corona hatte, legt entweder den Absonderungsbescheid der Behörde (Quarantäne-Zettel) oder die ärztliche Bestätigung über eine in den letzten sechs Monaten überstandene Erkrankung vor.


Wann erblickt der QR-Code am Handy das Licht der Welt?

Ab 4. Juni kann der Nachweis, dass man geimpft, getestet, genesen ist, auch digital erbracht werden. Österreich geht keinen nationalen Sonderweg, sondern übernimmt die von der EU erstellte QR-Code-Systematik. 

Die dabei erstellten Zertifikate können entweder digital abgerufen oder als Ausdruck bei einem Gemeindeamt oder Magistrat abgeholt oder selbst von der Homepage gesundheit.gv.at ausgedruckt werden. Auch ein Nachweis über die E-Card ist möglich.



Wie weiß der Türsteher vor dem Lokal, der Rezeptionist im Hotel, der Billeteur in der Oper, ob ich hinein darf?

Derzeit ist eine Türsteher-App namens „Green Check“ in Ausarbeitung. Mit dieser kann die 20-stellige Kennnummer auf der Rückseite der E-Card gescannt werden. In Sekundenbruchteilen erfährt der Türsteher, ob ich hinein darf oder nicht. Details, also ob man geimpft, getestet oder genesen ist, werden nicht übermittelt. Die Türsteher-App zeigt lediglich ein grünes Häckchen an. Man kommt allerdings auch mit dem Impfpass und anderen Unterlagen ins Lokal.


Kann ich den grünen Pass austricksen, in dem ich auf die 2. Impfung verzichte?

Nein. Bekanntlich kann man bereits 22 Tage nach dem ersten Stich ohne Test ein Lokal betreten. Wer Pfizer oder einen anderen mRNA-Impfstoff erhält, muss sich innerhalb von sechs Wochen zweit-impfen lassen, beim Vektorimpfstoff dürfen maximal zwölf Wochen vergehen. Nach Ablauf der Frist wird der grüne Pass auf Rot geschaltet.


Wie lang gelten die Impfungen?

Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag mit der Nachricht aufhorchen lassen, dass die Impfung womöglich nur rund acht Monate gelten dürfte. Details könne man noch keine nennen, weil die Wissenschaft noch nicht weiß, wann die Schutzfunktion ausläuft.


Wie ist es, wenn ich mit Kindern ins Lokal gehe? Müssen sie sich testen lassen?

Nein, versichern Gesundheitsminister wie auch Tourismusministerin neuerlich - die Kleine Zeitung hatte darüber exklusiv berichtet. Kinder und Jugendliche müssen sich ab 19. Mai dreimal wöchentlich an der Schule testen lassen, der Beleg gilt als Eintrittskarte. Von der Regelung sind Schüler ab 10 erfasst, jüngere Kinder brauchen keinen Nachweis.


Bleiben die Tests gratis?

Bis auf Weiteres in jedem Fall.  Darauf drängt auch der Tourismus. Wenn Österreich in einem erheblichen Ausmaß durchgeimpft ist, soll das Testangebot zurückgefahren werden. Mitte Juni könnte bereits der Punkt erreicht sein, wo das Impfangebot größer ist als die Impfnachfrage.


Quelle: Kleine Zeitung

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